Viele Unternehmen mit Datenflut überfordert

Bild: Pexels/Andrea Piacquadio

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Eine Forrester-Studie im Auftrag von Dell Technologies belegt, dass die sinnvolle Nutzung von Daten für Unternehmen immer schwieriger wird. Die überbordende Datenflut entwickelt sich zu einer der grössten Hürden bei der digitalen Transformation von Unternehmen.

Dell Technologies legt heute die Ergebnisse einer gemeinsamen weltweiten Studie mit Forrester Consulting vor die zeigt, dass der Umgang mit dem rapiden Datenwachstum für Unternehmen zunehmend zu einer Last wird. Sie fühlen sich mit dem Wachstum, der Geschwindigkeit und der Varianz der Daten technologisch, personell und organisatorisch immer mehr überfordert. Auch wenn sie bereits Ziele für die Datennutzung definiert haben und sich dafür gut aufgestellt glauben, werden sie von einer ganzen Reihe von Problemen ausgebremst. Die wichtigsten darunter sind ungenügende Data Skills, Datensilos, Abteilungssilos, zu viele manuelle Prozesse und Schwächen bei Datenschutz und Datensicherheit. Die Untersuchung basiert auf der Befragung von 4036 Entscheidern in 45 Ländern. Sie bauen auf dem zweimal im Jahr erscheinenden Digital Transformation Index (DT Index) von Dell Technologies auf, der den digitalen Reifegrad von Unternehmen weltweit prüft. Bereits 2020 zählte die Problemkategorie “data overload/unable to extract insights from data” zu den Top 3.

Das Wahrnehmungs-Paradoxon

Auffällig sind zahlreiche paradoxe Phänomene, die sich in den Antworten der Befragten zeigen. So antworteten zwei Drittel (weltweit: 66 Prozent, Schweiz: 72 Prozent), ihr Unternehmen sei datengetrieben und Daten seien der Treibstoff ihres Unternehmens. Nur 21 Prozent (Schweiz 27 Prozent) aber schätzen diesen Datenschatz als ihr wichtigstes Kapital ein.

 

Quelle: Dell Technologies, Resultate für die Schweiz in Klammern.

Wie die obige Darstellung zeigt, betrachten sich global lediglich 12 Prozent der Unternehmen als Data Champions (Schweiz: 8 Prozent), deren Technologie, Organisation, Kultur und Fähigkeiten zur Nutzung von Daten voll ausgebildet sind. 88 Prozent (Schweiz: 92 Prozent) dagegen sehen noch Nachholbedarf in einem oder mehreren dieser Kompetenzfelder.

Das Übersättigungs-Paradoxon

70 Prozent (Schweiz 71 Prozent) der Befragten stellten fest, dass sie Daten schneller sammeln, als sie sie verarbeiten und analysieren können. Gleichzeitig gaben mit 67 Prozent (Schweiz 66 Prozent) fast ebenso viele an, dass sie mehr Daten für ihren Geschäftserfolg benötigen. Dieser Widerspruch könnte damit zusammenhängen, dass sie ihre Daten in einem eigenen Rechenzentrum hosten und nicht dort, wo sie generiert werden: am Edge. Hinzu kommt ein Mangel an Data Leadership (70 Prozent, Schweiz 80 Prozent) und das Fehlen einer Daten- und Analyse-Strategie sowie eine IT-Strategie, die nicht genügend skaliert und durch einzelne Data Lakes blockiert wird (57 Prozent, Schweiz 53 Prozent). Daraus resultieren unter anderem Probleme mit Security- und Compliance-Vorgaben (64 Prozent, Schweiz 59 Prozent) und der Überforderung der Teams (61 Prozent, Schweiz 59 Prozent).

Das Abwarten-Paradoxon

Trotz der Erfolge „on-demand“-orientierter Unternehmen in der Pandemie ist die Zahl der Unternehmen, die „as a Service“-Modelle nutzen, nach wie vor gering (20 Prozent, Schweiz 19 Prozent). Dabei glauben 63 Prozent (Schweiz 55 Prozent), diese Modelle würden ihr Unternehmen agiler machen. 64 Prozent (Schweiz 55 Prozent) sehen darin die Chance, besser für sich verändernde Kundenanforderungen gerüstet zu sein, und 60 Prozent (Schweiz 61 Prozent) erwarten dadurch eine schnellere Bereitstellung neuer Anwendungen. Viele Unternehmen sind sich der daraus erwachsenden Probleme bewusst und steuern gegen: So wollen 66 Prozent Machine Learning zur automatischen Aufdeckung von Datenanomalien einsetzen (Schweiz 66 Prozent), 57 Prozent planen die Nutzung von „Data as a Service“-Modellen (Schweiz 58 Prozent), und 52 Prozent wollen ihren IT-Stack für die Datennutzung überarbeiten (Schweiz 49 Prozent). Aus den Ergebnissen der Studie können drei Schlussforderungen gezogen werden, um die Nutzung von Daten für den Geschäftserfolg zu optimieren:

  1. Modernisierung der IT-Infrastruktur in Richtung Dezentralisierung: Mit Edge Computing können durch Multi-Cloud-Unterstützung die Daten dort bearbeitet werden, wo sie entstehen.
  2. Optimierung der Daten-Pipelines: Beseitigung von Engpässen, die den freien und sicheren Datenfluss behindern, mit Hilfe von Künstliche Intelligenz und Machine Learning.
  3. Entwicklung von Software für die personalisierte, durchgängige Nutzererfahrung, die Kunden erwarten.

Die Schweiz im Vergleich

Weitere Unterschiede zwischen den weltweiten Ergebnissen und den Befunden für die Schweiz zeigen sich unter anderem bei der Prozessautomatisierung. Während global 52 Prozent über zu viele händische Prozesse klagen, sind dies in Schweiz nur 25 Prozent. Auch in Sachen Sicherheit (Data Privacy and Security Weaknesses) schneidet die Schweiz mit 26 Prozent (weltweit 49 Prozent) vergleichsweise gut ab. Dagegen stellt die Netzqualität (Network Delays: weltweit 24 Prozent, Schweiz 56 Prozent) eine Schwachstelle dar, die dringend behoben werden muss. „Nachdem die Prioritäten in den letzten Monaten anders gelagert waren, ist es für Unternehmen an der Zeit, sich auf die nächste IT-Herausforderung zu konzentrieren: der Einführung datengetriebener Geschäftsmodelle. Unsere Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Unternehmen hierzulande derzeit nur unzureichend in der Lage ist, die Datenflut zu bewältigen, geschweige denn in praktische Handlungsanweisungen zu verwandeln.“, erklärt Frank Thonüs, General Manager Dell Technologies Schweiz „Nur ein Viertel der Schweizer Firmen sehen Daten als Vermögenswert an und nur acht Prozent bezeichnen sich als „Data Champion“. Das muss sich ändern, wenn die Schweiz ihre Rolle als Vorreiter der Digitalen Transformation beibehalten will. Doch die reine Modernisierung der IT und der Übergang zu As-a-Service-Modellen ist nicht genug. Wer erfolgreich sein will, braucht ein aktives Change-Management – denn ohne das Engagement der Mitarbeiter ist jedes Transformationsprojekt zum Scheitern verurteilt.“

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