Digitalisierung verändert Rolle der IT-Abteilung radikal

Bild: Pixabay/cocoparisienne

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Laut einer Studie von Pegasystems haben sich Investitionen im IT-Bereich nur für etwa jeden achten Verantwortlichen ausgezahlt. Ein umfassender Wandel in IT-Abteilungen wird die Situation in den nächsten Jahren aber verbessern, so Pegasystems.

In den kommenden fünf Jahren werden die Aufgaben von IT-Abteilungen weltweit einen grundlegenden Umbruch erleben. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie The Future of IT: Get ready for radical shifts von Pegasystems, für die das Marktforschungsunternehmen iResearch 750 leitende IT-Manager aus den Regionen Amerika, Asien-Pazifik und Europa befragt hat. Der Untersuchung zufolge steht das Vertrauen der IT-Führungskräfte in ihre eigene Abteilung auf wackligen Beinen. Mehr als die Hälfte (51 %) aller weltweiten IT-Entscheider sind unsicher, ob ihre Teams in den nächsten fünf Jahren positive Veränderungen herbeiführen können – fast jeder Sechste (17 %) hat entweder überhaupt kein Vertrauen oder hegt erhebliche Zweifel. Diese Bedenken werden durch Fehlinvestitionen zusätzlich verstärkt: Fast zwei Drittel (58 %) der Befragten haben in den letzten fünf Jahren für ungeeignete IT-Lösungen zwischen 1 und 10 Millionen US-Dollar verschwendet. Und für lediglich 12 % waren die Ausgaben sinnvoll. Ungeachtet dieser Verschwendung befürchtet ein Drittel (29 %) eine Unterfinanzierung der IT, wenn die Budgets nicht dezentralisiert und ebenso wie die IT-Aufgaben selbst in andere Abteilungen integriert werden. Die gute Botschaft ist, dass bereits ein tiefgreifender Strukturwandel stattfindet, der die Aufgaben der IT-Abteilung wesentlich verändern und zu einer besseren Entscheidungsfindung, klügeren Investitionen und einer stärkeren abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit führen wird. Der Umfrage zufolge müssen sich Unternehmen auf folgende Veränderungen einstellen:

  • Dezentralisierung führt zu einer höheren Wertschöpfung der IT: Die Studie belegt, dass durch die Digitale Transformation 68 % der IT-Führungskräfte die Zuständigkeiten auf andere Bereiche verlagern und 54 % sie dezentralisieren, indem sie Aufgaben an andere delegieren. Durch klügere Investitionen in Technologien wie Low-Code-Plattformen und intelligente Automatisierung wird es für Mitarbeiter im gesamten Unternehmen viel einfacher, Aufgaben zu erledigen, die früher der IT-Abteilung oblagen. Infolgedessen erwarten 66 % der Befragten von der Digitalen Transformation einen Wandel, bei dem die IT-Mitarbeiter kreativer arbeiten, mehr mit anderen Abteilungen zusammenarbeiten und weniger Zeit mit Verwaltungsaufgaben verbringen.
  • IT-Mitarbeiter entwickeln bessere Führungsqualitäten und Sozialkompetenz: IT-Mitarbeiter entwickeln sich von reinen "Machern" zu strategischen Denkern, wobei mehr als ein Drittel der Befragten die Bedeutung sozialer Kompetenzen für sie in Zukunft als zunehmend wichtig erachtet. Für 38 % ist klar, dass kollaborative, befähigende Technologien ihre Aufgaben und Zuständigkeiten ausweiten, sodass Führungsqualitäten für sie immer wichtiger werden. 37 % meinen, dass Fähigkeiten wie Problemlösung zukünftig eine Schlüsselrolle spielen, während 35 % emotionale und soziale Fähigkeiten als wichtig erachten.
  • Das Ende der spezialisierten IT-Manager naht: Für die Mehrheit der Befragten hat der Aufbau und das Erlernen neuer Fähigkeiten den grössten Einfluss auf ihre Karriere. 78 % der oberen Führungskräfte und 76 % der Manager gaben an, dass ständiges lebenslanges Lernen entweder einen großen oder transformierenden Einfluss auf sie haben wird. Dies führt zum Aus für IT-Manager, die ihre gesamte Laufbahn mit der Spezialisierung auf einen bestimmten Technologiebereich verbringen. Sie werden künftig zunehmend die Rolle von IT-Generalisten übernehmen müssen.
  • Diversität, Chancengleichheit und Integration sind entscheidend: Für fast ein Drittel (30 %) der Befragten werden Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration in den nächsten drei bis fünf Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Infolgedessen dürfte die IT-Abteilung weiterhin mehr Talente aus historisch marginalisierten Gruppen einstellen, um repräsentativere Teams in Bezug auf Rasse, Geschlecht, Behinderung, Sexualität und andere Merkmale zu bilden.
  • Die Arbeitsbelastung steigt: Es gibt jedoch nicht nur gute Nachrichten für IT-Mitarbeiter. Trotz der Tatsache, dass ihnen die Technologie zukünftig einen Grossteil der administrativen Routinearbeiten abnimmt, erwarten 67 % der Befragten eine Zunahme ihrer Arbeitsbelastung, da die IT zu einem immer wichtigeren und damit stärker beanspruchten Teil des Unternehmens wird.

"Die Rolle der IT wird sich in den nächsten drei bis fünf Jahren grundlegend von der heutigen unterscheiden", erklärt Don Schuerman, CTO von Pegasystems. "Die Beschleunigung der Digitalen Transformation hat IT-Verantwortliche in den Mittelpunkt gerückt. Viele Unternehmen haben dadurch den strategischen Wert erkannt, den diese Teams bieten können, wenn man ihnen die Werkzeuge und die Möglichkeit gibt, kreativ zu sein, zusammenzuarbeiten und sich auf die Bereiche zu konzentrieren, in denen sie den grössten Mehrwert schaffen können. All dies wird zu einer besseren Entscheidungsfindung, vielfältigeren, qualifizierteren Arbeitskräften und einer offeneren, einheitlicheren Arbeitsweise führen, die dazu beiträgt, die Komplexität zu verringern und bessere Ergebnisse zu erzielen."