Liebe Leserinnen und Leser von «it business – Das Schweizer Fachmagazin für ICT». Wir freuen uns, Ihnen die druckfrische Sommerausgabe 2/2025 von «it business» präsentieren zu dürfen.
KI braucht Haltung, nicht nur Rechenleistung
Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftstrend, sie ist längst Realität. In unseren Tools, in unserer Kommunikation, in unserer Arbeitsweise. Besonders in der IT-Branche wird sichtbar, wie tiefgreifend sich die Spielregeln verändern: Prozesse werden automatisiert, Entscheidungen vorbereitet, Rollen neu definiert. Und während die Technologie immer schneller wird, bleibt die entscheidende Frage: Wohin wollen wir damit?
Als Europäer, und speziell als Schweizer, sind wir es gewohnt, differenziert zu denken. Nicht jeder Hype wird sofort übernommen, nicht jede Innovation kritiklos gefeiert. Doch genau das kann unsere Stärke sein. Denn in einer Welt, in der KI-Systeme schon heute Personalentscheidungen mitsteuern, Kredite bewerten oder Diagnosen unterstützen, brauchen wir mehr als nur Rechenleistung. Wir brauchen Haltung. Die Schweiz bringt dafür vieles mit: Eine hoch qualifizierte Arbeitswelt, starke Hochschulen, IT-Dienstleister mit realem Praxisbezug und eine Gesellschaft, die technologische Fragen auch ethisch denkt. Das ist gut. Aber es reicht nicht. Wer von KI profitieren will, muss investieren, in Datenqualität, in Weiterbildungen, in interoperable IT-Architekturen und in Menschen, die mit der Technologie sinnvoll umgehen können.
Dabei stehen viele Unternehmen vor einem Dilemma. Die Tools sind da, doch wie verändert sich die Arbeit? Was bedeutet ein «KI unterstützter Arbeitsplatz» konkret? Und wie gestaltet man Veränderung, ohne die Organisation zu überfordern?
Für mich ist klar: Die Einführung von KI ist kein IT-Projekt, sondern eine strategische Weichenstellung. Sie betrifft die Unternehmenskultur, die Zusammenarbeit, das Rollenverständnis und letztlich die Wettbewerbsfähigkeit. Und sie braucht Entscheider, die gestalten wollen, nicht nur verwalten.
Als Fachmedium sehen wir unsere Aufgabe darin, genau diese Fragen sichtbar zu machen. Nicht mit Angst, sondern mit Klarheit. Nicht mit Buzzwords, sondern mit Substanz. KI verändert die Arbeit – ja. Aber ob sie sie besser macht, liegt an uns.
Herzlichst Ihre
Petra De Meo
