Liebe Leserinnen und Leser von «it business» Die Schweizer Fachzeitschrift für ICT. Wir freuen uns, Ihnen die druckfrische Herbstausgabe 3/2023 von «it business» präsentieren zu dürfen.
Liebe Leserinnen und Leser
Die künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit in der ICT-Welt in aller Munde. Unternehmen versprechen sich durch ihren Einsatz, dass sich viele Arbeitsaufgaben automatisieren lassen, Arbeitnehmende fürchten durch ihren Einsatz wegrationalisiert zu werden. Sind die Versprechen und Befürchtungen berechtigt? Noch nicht. KI hat zwar das Potenzial, die Produktivität im nächsten Jahrzehnt zu steigern, doch sind wir weit davon entfernt, dass sie die Wirtschaft verändern wird. Dass die KI Arbeitsbereiche automatisieren wird, ist sehr wahrscheinlich, dass dies aber in grossem Massstab geschieht, wird noch Jahrzehnte dauern. CIOs und andere Führungskräfte sollten dies inmitten des Hypes und der wilden Behauptungen vieler Anbieter und Berater im Hinterkopf behalten. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum der sinnvolle Einsatz von KI in Unternehmen länger dauern wird, als viele glauben. Nicht zu vergessen ist der Sicherheitsaspekt einer KI: Denn die Bedrohungslandschaft wird durch den Einsatz von KI massiv verändert. Soll heissen, Angreifer erhalten durch sie neue Möglichkeiten, denn auch die werden sich nicht davon abhalten lassen, KI zu ihren Zwecken einzusetzen. Identitäten ins Visier zu nehmen und sogar Authentifizierungsmechanismen zu umgehen sind nur der Anfang. Es wird geschätzt, dass ein Durchschnittsmensch 2000 Entscheidungen pro Stunde trifft. Während viele dieser Entscheidungen Routine sind und wenig Nachdenken erfordern, sind andere weitaus komplexer und differenzierter. Bei der Arbeit sind wir in der Lage, eine Vielzahl von Informationen in kürzester Zeit zu verarbeiten und dabei Sicherheitsaspekte, soziale Normen, die Bedürfnisse unserer Kollegen und unseres Arbeitgebers sowie Genauigkeit und strategische Ziele zu berücksichtigen. Gleichzeitig sind wir in der Lage, diese Entscheidungen mündlich, schriftlich und durch Gesten zu kommunizieren und dabei verschiedene Systeme und Arbeitsabläufe zu nutzen. Computertechnologien und ein besserer Zugang zu Daten haben zwar dazu beigetragen, dass Unternehmen Routineentscheidungen von geringem Wert besser treffen können, aber alles, was komplexer ist, erfordert nach wie vor menschliche Eingaben und Kontrolle. Der Ruf eines Unternehmens steht und fällt mit den Entscheidungen, die hier getroffen werden, und ist er einmal beschädigt, ist es schwierig und oft unmöglich, ihn wiederherzustellen. Chatbots werden viele Funktionen übernehmen, die derzeit von menschlichen Callcentern ausgeführt werden, aber sie werden innerhalb genau definierter Parameter arbeiten, einschliesslich der Daten, die sie eingeben, und der Antworten, die sie geben können. Der entscheidende Faktor sind die Wissensvermittlung und der Umgang mit KI an die Menschen. Nur auf diese Weise kann KI tatsächlich eine Bereicherung darstellen und nicht als Bedrohung wahrgenommen werden.
Herzlichst Ihre Petra De Meo