Umfrage zeigt: Globale Prozesse erfordern auch globale Tools

Bild: 123rf/Fractal

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Ein aktueller Bericht beleuchtet Chancen und Herausforderungen für Qualitätsmanager aus der Konsumgüter-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Auch Mitarbeitende in den Branchen Agrar- und Spezialchemie wurden befragt. Eines der Ergebnisse: Globale Prozesse erfordern globale Tools.

Vom strategischen Wandel des Qualitätsmanagements bis zur Priorisierung konkreter Handlungsfelder: Der aktuelle „2021 Quality Management Trends Report“ spannt einen weiten Bogen. Dazu befragte Engine Insights im Auftrag von Veeva Systems über 250 Führungskräfte im Qualitätsmanagement für Konsumgüter, Kosmetik, Lebensmittel, Spezial- und Agrarchemie. Wir stellen einige der Erkenntnisse aus dem 57 Seiten starken Bericht vor:

Unternehmen wollen Effizienz und Effektivität steigern

Die Umfragedaten zeigen, dass sich die meisten Unternehmen mit Nachdruck bemühen, ihr Qualitätsmanagement zu verbessern. Organisationen, die hier bereits einen hohen Reifegrad erreicht haben, arbeiten mit standardisierten Prozessen und haben ihre Abläufe weitgehend automatisiert. Verantwortlichkeiten sind bei diesen „Fortgeschrittenen“ klar geregelt, neue Chancen werden systematisch identifiziert und genutzt. Dazu setzen sie spezielle Qualitäts-Management-Software (QMS) global in der gesamten Organisation ein. Diese sorgt für hohe Transparenz: sowohl intern als auch entlang der Lieferkette. Denn alle Nutzer greifen auf dieselben Daten als „Single Source of Truth“ zu. Viele der befragten Unternehmen sind jedoch noch nicht so weit: Ein hoher Anteil der Studienteilnehmer, nämlich 42 %, gab an, in diesem Jahr erst eine entsprechende Software einführen zu wollen. Dahinter steht ein hoher Anforderungsdruck, wie das folgende Zitat eines der Befragten deutlich macht, der bei einem führenden Hersteller für Spezialchemie beschäftigt ist: „Wir sind gerade dabei, das Management vom Wert eines QMS zu überzeugen und eines auszuwählen. Der Druck, dies jetzt zu tun, ist hoch, denn die Kundenanforderungen sind über die Jahre immer komplexer geworden. Nicht selten wälzen die Kunden ihre Verpflichtungen auf die gesamte Lieferkette ab. Sie fordern immer mehr Transparenz und Verantwortlichkeit. (...) Wir führen immer noch Risikobewertungen in Tabellen durch. Unsere Kunden haben uns zu verstehen gegeben, dass das nicht länger tragbar ist. Denn sie sind überzeugt, nicht das volle Potenzial an Prozessverbesserung und Risikominderung ausschöpfen zu können, wenn sie Risikobewertungen nicht mit ihrem Managementsystem und ihren Abläufen verknüpfen. Mit unseren veralteten Systemen ist das eine riesige Herausforderung und wir können da einfach nicht mehr mithalten.“

1) Qualitätsmanagement und Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz konvergieren.
Eine zusätzliche Motivation zur Optimierung der Tools ergibt sich aus der Arbeitssituation der Qualitätsfachleute. Fast drei Viertel haben eine Doppelrolle: Sie sind sowohl für Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz (EHS, Environment, Health and Safety) als auch für Qualität verantwortlich. Aber: Bei zwei Dritteln der befragten Unternehmen kommen getrennte Tools für Qualität und EHS zum Einsatz. Die überwiegende Mehrheit der in der Studie befragten Fachkräfte wünscht sich dagegen eine einheitliche Lösung, die beide Bereiche abdeckt.

2) Im Lieferantenmanagement besteht dringender und weitreichender Handlungsbedarf.
Der Trendreport zeigt zudem: Einer der Bereiche, in denen besonders grosser Handlungsbedarf herrscht, ist das Lieferantenmanagement. Hierbei zählen Mängel bei der technischen Ausstattung, unzureichende Compliance und die Termintreue zu den Spitzenreitern unter den Herausforderungen. Allerdings wurde jede dieser Kategorien nur von 8 % der Teilnehmenden mit Top-Priorität bewertet. Annähernd gleich viele Stimmen entfielen auf die Rückverfolgbarkeit der gelieferten Materialien, die Kommunikation mit den Lieferanten, deren Qualifizierung oder auf Verbesserungsmassnahmen mit je 7 %. Diese breite Streuung zeigt: Die Unternehmen sehen viel Handlungsbedarf im Lieferantenmanagement, legen ihre Schwerpunkte aber auf ganz unterschiedliche Aspekte.

3) Die Pandemie hat die Dringlichkeit von Risikomanagement und digitaler Transformation weiter erhöht.
Interessant sind auch die Effekte der Corona-Pandemie, welche die Trendstudie offenlegt. Demnach hat sich der Schwerpunkt der Budgetallokation verschoben und die Schaffung neuer Stellen an Bedeutung verloren. Die so freiwerdenden Gelder könnten stattdessen in die digitale Transformation und den Aufbau von QMS fliessen, schreiben die Autoren des Berichts. Ihnen zufolge werden diese Investitionen eine Reihe von Herausforderungen lindern, insbesondere im Zusammenhang mit dem Lieferantenmanagement. Unternehmen benötigten dafür allerdings eine QMS-Lösung mit einem Zuliefererportal, das auch Dokumentenmanagement sowie Funktionen für Audits und Bewertung mitbringt. Als weitere Top-Investitionsprioritäten für 2021 nennt der Report Werkzeuge zur Visualisierung von Datenanalysen und zur Automatisierung.

4) Der Verantwortungsbereich von Qualitätsmanagern wächst.
Alles in allem zeigt der „2021 Quality Management Trends Report“ klar, was für eine zentrale Rolle Qualität heute für das Erreichen der strategischen und operativen Ziele eines Unternehmens spielt. Gleichzeitig macht er deutlich, wie hart die Verantwortlichen an Verbesserungen arbeiten. Das folgende Teilnehmerzitat aus der anonymisierten Studie fasst dies eindrücklich zusammen: „Wir arbeiten stetig daran, die Bedeutung von Qualität und Qualitätsmanagement im gesamten Unternehmen zu steigern. In den letzten fünf bis zehn Jahren haben wir auf diesem Gebiet wichtige Fortschritte erzielt. Schliesslich geht es darum, mit einem immer besseren Qualitätsmanagement nicht nur die Produktqualität zu heben, sondern auch für mehr Effizienz in den Prozessen zu sorgen, um schneller zu werden und Innovationen zu fördern.“

Die komplette Studie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

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