Schweizer Dateninitiativen stocken

Bild: 123rf/it business

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Der Wert von Daten wird unterschätzt: Qualität und Vernetzung fehlen oft, obwohl sie für Gesundheit, Verkehr und Forschung entscheidend wären.

In der Schweiz gibt es über 100 Plattformen und Projekte für die gemeinsame Nutzung von Daten durch Unternehmen, Verwaltungen und Forschungsinstitutionen. Das zeigt eine erstmals von der Berner Fachhochschule im Auftrag von Digitalswitzerland und der Swiss Data Alliance durchgeführte Studie, die am Swiss Data Space Forum an der HSLU in Rotkreuz vorgestellt wurde. Das grosse Potenzial solcher Dateninitiativen bleibt bislang weitgehend ungenutzt. Grund dafür sind fehlende Vernetzung, unklare Standards und mangelnde Informationen zur Datenqualität. Gerade in Bereichen wie Gesundheit oder Verkehr wären hochwertige, verknüpfbare Daten entscheidend, um Leistungen gezielt zu verbessern und Kosten zu senken. Studienautor Stephan Haller betont: «Wir haben einen Wildwuchs vorgefunden und rechnen mit einer Vielzahl weiterer Initiativen. Auf der einen Seite ist es gut, dass sich etwas bewegt. Allerdings ist die Mitwirkung des privaten Sektors sowie der Austausch zwischen den Initiativen noch ungenügend. Andererseits fehlen Standards zur Beschreibung und Sicherung der Datenqualität.» Diskutiert wurden in Rotkreuz fünf zentrale Handlungsfelder: Mehr Bewusstsein für den Wert von Daten, rechtliche Grundlagen für die Sekundärnutzung, klare Verantwortlichkeiten durch Data Stewards, verbindliche Standards zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden sowie wirksamer Schutz der Privatsphäre. Das Forum zeigte auch auf, dass die parlamentarische und politische Einbettung entscheidend ist. Ständerat Matthias Michel forderte eine nationale Datenpolitik, die föderale Silos überwindet. André Golliez, Präsident der Swiss Data Alliance, unterstrich das Potenzial gemeinsamer Datennutzung über Organisationsgrenzen hinweg. Ein praktisches Beispiel ist die Mobilitätsdateninfrastruktur (MODI), die unter Leitung des Bundesamts für Verkehr entwickelt wird und Verkehrsdaten besser nutzbar machen soll, um Staus zu vermeiden und Emissionen zu senken. (lfa)

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