Allianz-Risikobarometer: Sorgen vor Corona-Folgen

Bild: Pixabay

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Zehnte Umfrage der Allianz Global Corporate & Specialty: Betriebsunterbrechung, Pandemie-Ausbruch und Cyber-Vorfälle sind die drei wichtigsten Geschäftsrisiken für 2021 - sowohl in der Schweiz als auch weltweit.

Ein Trio von Risiken in engem Zusammenhang mit Covid-19 führt das 10. Allianz Risk Barometer 2021 an - und verdeutlicht jene potenziellen Verluste und Störszenarien, die Unternehmen in Folge der Coronavirus-Pandemie bewältigen müssen. Betriebsunterbrechung (BU) (Platz 1 mit 58% der Antworten) und Cyber-Vorfälle (Platz 2 mit 56%) sind die diesjährigen Top-Risiken in der Schweiz, dicht gefolgt von Pandemie-Ausbruch (Platz 3 mit 48%). In die jährliche Umfrage der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) floss die Einschätzung von 2.769 Experten aus 92 Ländern ein, darunter CEOs, Risikomanager, Makler und Versicherungsexperten.

"Das Allianz Risk Barometer 2021 wird eindeutig von dem Covid-19-Trio dominiert. Betriebsunterbrechung, Pandemie und Cyber sind stark miteinander verknüpft und zeigen die wachsende Verwundbarkeit unserer hochgradig globalisierten und vernetzten Welt", sagt Joachim Müller, CEO von AGCS. "Die Coronavirus-Pandemie erinnert uns daran, dass sich das Risikomanagement und das Business Continuity Management weiter entwickeln müssen, damit Unternehmen besser gegen extreme Ereignisse gewappnet sind und diese überstehen können. Während die Pandemie viele Länder auf der ganzen Welt weiterhin fest im Griff hat, müssen wir uns auf häufigere Extremszenarien einstellen - beispielsweise einen globalen Cloud-Ausfall oder Cyberangriff, Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels oder sogar einen weiteren Seuchenausbruch."

Die Covid-19-Krise stellt weiterhin eine unmittelbare Bedrohung für die individuelle Sicherheit und für Unternehmen dar - mit der Konsequenz, dass das Risiko weltweit andere Gefahren verdrängt hat und um 15 Positionen auf Platz 2 der Rangliste gestiegen ist. Vor Corona war es in den zehn Jahren des Allianz Risk Barometers nie höher als auf Platz 16 gelandet, was zeigt, dass es ein deutlich unterschätztes Risiko war. Im Jahr 2021 ist es jedoch in 16 Ländern das Top-Risiko und ausserdem unter den drei jeweils grössten Risiken auf allen Kontinenten und in 35 der 38
analysierten Länder.

Top-Gefahren in der Schweiz: Betriebsunterbrechung, Cyber und Pandemie
Auch in der Schweiz dominieren Betriebsunterbrechung (Platz 1 mit 58%), Cyber-Vorfälle (56%) und Pandemie-Ausbruch (48%) das Ranking - wobei Schweizer Unternehmen das Risiko eines Cyber-Vorfalls (Platz 2) noch grösser einschätzen als die Folgen der Pandemie (Platz 3). Einen Platz tiefer als im Vorjahr auf Platz 4 (24%) stehen rechtliche Veränderungen wie z.B. Handelskriege und Zölle, Protektionismus und Wirtschaftssanktionen. Neu in den Top Ten ist zudem entgegen dem weltweiten Abwärtstrend das Risiko Klimawandel/steigende Volatilität des Wetters, das auf Platz 7 rangiert (12%).

Pandemie treibt Betriebsstörung an - jetzt und in Zukunft
BU-Risiken standen bereits sieben Mal an der Spitze des Allianz Risiko Barometers, und sie kehren nun auf Platz 1 zurück, nachdem sie im Jahr 2020 von Cyber-Vorfällen abgelöst worden war. Die Pandemie zeigt, dass extreme BU-Ereignisse globalen Ausmasses nicht nur theoretisch, sondern eine reale Bedrohung sind, die zu massiven Umsatzverlusten und Unterbrechungen von Produktion, Betrieb und Lieferketten führen kann. 59% der Befragten nennen die Pandemie als Hauptursache für BU im Jahr 2021, gefolgt von Cyber-Vorfällen (46%) sowie Naturkatastrophen und Feuer und Explosionen (jeweils rund 30%).

Die Pandemie reiht sich damit in die wachsende Liste der BU-Szenarien ohne voran gegangenen Sachschaden wie Cyber- oder Stromausfälle ein. "Die Folgen der Pandemie - eine breitere Digitalisierung, mehr Arbeit von zu Hause und die wachsende Abhängigkeit von Technologie in Unternehmen und Gesellschaft - werden die Betriebsunterbrechungsrisiken in der Schweiz künftig wahrscheinlich erhöhen", erklärt Christoph Müller, Country Manager AGCS in der Schweiz. Als Reaktion auf die erhöhte BU-Anfälligkeit sind viele Unternehmen bestrebt, ihre Betriebsabläufe widerstandsfähiger zu machen und ihre Lieferketten robuster zu gestalten. Laut den Befragten des Allianz Risk Barometers ist die Verbesserung des Business Continuity Managements die wichtigste Massnahme, die Unternehmen ergreifen wollen (62%), gefolgt von der Entwicklung alternativer oder mehrerer Lieferanten (45%), Investitionen in digitale Lieferketten (32%) und einer verbesserten Lieferantenauswahl und -prüfung (31%).

Cyber-Gefahren verschärfen sich
Cyber-Vorfälle sind im weltweiten Ranking zwar auf Platz 3 zurückgefallen, bleiben aber eine der Hauptgefahren mit mehr prozentualen Antworten als im Jahr 2020 und rangieren immer noch als Top-3-Risiko in vielen Ländern, einschliesslich der Schweiz (Platz 2). Auch die durch die Pandemie getriebene Beschleunigung hin zu mehr Digitalisierung und Home-Office verschärft die IT-Schwachstellen weiter. Covid-19-bezogende Malware- und Ransomware-Vorfälle haben laut Interpol 2020 um mehr als ein Drittel zugenommen, Phishing- und Betrugsvorfälle sind sogar um die Hälfte angestiegen. Die ohnehin schon häufigen Ransomware-Angriffe nehmen weiter zu und nehmen mit hohen Erpressungsforderungen zunehmend Grossunternehmen ins Visier, wie der aktuelle AGCS-Bericht zu Cyber-Risikotrends zeigt.

"Covid-19 hat gezeigt, wie schnell sich Cyberkriminelle anpassen können. Der Digitalisierungsschub durch die Pandemie hat neue Möglichkeiten für Angriffe geschaffen. Es entwickeln sich ständig neue Cyber-Schadensszenarien", sagt Catharina Richter, globale Leiterin des Allianz Cyber Center of Competence bei der AGCS.

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