Prepaid-Angebote meist günstiger als Handy-Abos

Bild: Pexels/Andrea Piacquadio

Studien & Reports
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Der unabhängige Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch hat die Tarife von Schweizer Prepaid-Angeboten untersucht. Resultat: Prepaid-Angebote sind meistens günstiger als Handy-Abos – selbst unter Berücksichtigung von Abo-Aktionen.

Abo oder Prepaid? Viele Konsumenten berücksichtigen bei der Wahl des Mobilfunk-Angebots nur Abos. Doch das ist ein Fehler: Denn meistens ist ein Prepaid-Angebot wesentlich günstiger. Der unabhängige Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch hat jetzt im Detail analysiert, wie viel günstiger Prepaid-Angebote wirklich sind. Je nach Profil können Kunden mit einem Prepaid- Angebot im Vergleich zum günstigsten Abo jährlich über 100 Franken sparen.

Vergleich anhand von vier Profilen

Im Juni 2021 hat der Telekom-Experte Ralf Beyeler anhand von vier Profilen (Wenignutzer, Normalnutzer, Daten-Normalnutzer, Vielnutzer) die Kosten der Schweizer Handy-Abos und Prepaid-Angebote mit dem interaktiven Vergleich von moneyland.ch berechnet. Der Preis fürs erste Jahr umfasst Grundgebühren, Gebühren für die Kommunikation sowie einmalige Kosten zum Beispiel für die SIM-Karte. Nicht berücksichtigt wurden Angebote mit einem sehr langsamen Internet-Zugang mit einer Geschwindigkeit unter 5 Mbit/s.

Profil 1: Wenignutzer

Der Wenignutzer führt jeden Monat fünf kurze Anrufe während durchschnittlich zwei Minuten und überträgt 200 MB Daten über das mobile Internet. Wenignutzer achten darauf, vor allem WLAN-Netze für den Internet-Zugang zu verwenden. Bei diesem Profil ist Prepaid klar der Sieger: Unter den 15 günstigsten Angeboten gibt es nur ein einziges Abo. Das günstigste Prepaid-Angebot kostet lediglich 51 Franken im ersten Jahr und stammt von Coop Mobile – einem Angebot von Swisscom in Zusammenarbeit mit der Supermarkt-Kette Coop. Der Kunde bezahlt umgerechnet rund 4 Franken im Monat. Den zweiten Platz belegt das «All in 5»-Angebot von Yallo – eine Marke von Sunrise – für 60 Franken im ersten Jahr, gefolgt vom Prepaid-Angebot der Salt-Marke «Das ABO» für 74 Franken im ersten Jahr. Die acht günstigsten Prepaid-Angebote kosten den Wenignutzer im ersten Jahr weniger als 100 Franken. Das günstigste Handy-Abo wird für rund 85 Franken im ersten Jahr angeboten und landet damit auf dem fünften Platz. Das zweitgünstigste Handy-Abo ist mit rund 157 Franken bereits wesentlich teurer.

Profil 2: Normalnutzer

Der Normalnutzer führt jeden Monat 30 Gespräche während durchschnittlich 3 Minuten und überträgt 2000 MB Daten über das mobile Internet. Auch bei diesem Profil sind Prepaid-Angebote ganz vorne in der Rangliste: Bei den fünf günstigsten Angeboten handelt es sich jeweils um ein Prepaid-Angebot. Das günstigste Angebot für den Normalnutzer stammt vom Discounter «ALDI Suisse mobile» – einem Angebot von Sunrise in Zusammenarbeit mit ALDI Suisse. Der Kunde bezahlt rund 169 Franken im ersten Jahr, das sind umgerechnet 14 Franken im Monat. Das günstigste Handy-Abo – ohne Aktionsangebote – kostet mit 288 Franken rund 70 Prozent mehr.

Profil 3: Daten-Normalnutzer

Da viele Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer kaum noch telefonieren, berechnet Moneyland.ch in diesem Profil die Kosten für eine hauptsächliche Datennutzung. Der Kunde führt ein Gespräch während 3 Minuten im Monat und überträgt 2000 MB Daten über das mobile Internet. Das günstigste Prepaid-Angebot stammt vom Anbieter Mucho Mobile für 134.60 Franken im ersten Jahr. Das sind umgerechnet etwa 11 Franken im Monat. Bei den 15 günstigsten Angeboten handelt es sich bei 14 um ein Prepaid-Angebot. Lediglich auf dem dritten Platz landet ein Handy-Abo. Es kostet rund 167 Franken im ersten Jahr.

Profil 4: Vielnutzer

Dieses Vorurteil ist weit verbreitet: Für den Vielnutzer, der eine Flatrate für unlimitiertes Surfen und Telefonieren innerhalb der Schweiz möchte, lohnt sich ein Prepaid-Angebot nicht. Doch das Resultat ist überraschend: Zwar schneidet ein Abo am besten ab, aber bereits auf dem zweiten Platz ist ein Prepaid-Angebot. Ohne Aktionsangebote ist ein Abo von Lidl Connect für 408.40 Franken im ersten Jahr am günstigsten – ein Angebot von Salt in Zusammenarbeit mit dem Detailhändler Lidl Schweiz. Auf dem zweiten Platz ist ein Prepaid-Angebot von Sunrise für 479.90 Franken im ersten Jahr. Praktisch gleich teuer mit 480 Franken im ersten Jahr sind drei verschiedene Prepaid- Angebote von Wingo und Yallo. Überraschend beim Vielnutzer ist, dass bei Sunrise, Swisscom und Wingo ein Prepaid-Angebot sogar günstiger ist als das günstigste Handy-Abo des jeweiligen Anbieters. Der Grund: Swisscom bietet ihren Prepaid-Kunden eine Flatrate für unlimitiertes Surfen und Telefonieren ab umgerechnet 50 Franken im Monat an. Konkurrentin Sunrise bietet ihren Prepaid-Kunden die Flatrate ab umgerechnet 40 Franken im Monat an.

Selbst bei grossen Anbietern lohnt sich Prepaid mehr als Abos

Bei zwei der drei grossen Schweizer Mobilfunk-Anbieter gibt es ein erstaunliches Ergebnis: Sowohl bei Swisscom als auch bei Sunrise ist in jedem untersuchten Profil ein Prepaid-Angebot günstiger als das günstigste Handy-Abo. Auch bei anderen Anbietern ist ein Prepaid-Angebot häufig am günstigsten. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen ein Abo weniger kostet als das günstigste Prepaid-Angebot des entsprechenden Anbieters.

Viele Abos trotz Aktionen teurer als Prepaid

Die Mobilfunk-Provider überschlagen sich mit Aktionsangeboten. Im Extremfall wird mit Rabatten von 75 Prozent geworben. Doch meistens betreffen die Aktionen Handy-Abos, eher selten Prepaid-Angebote. Da sich diese Angebote sehr kurzfristig ändern und sie oftmals nur für kurze Zeit verfügbar sind, wurden für die Auswertung in diesem Vergleich die Aktionsangebote nicht berücksichtigt. Ein Blick auf vergangene Aktionen zeigt jedoch deutlich, dass manche Prepaid-Angebote oftmals immer noch günstiger sind als die günstigsten Aktionsangebote.

  • Das attraktivste Aktionsangebot der vergangenen Monate für den Wenignutzer wurde mit 7.95 Franken im Monat beworben. Im ersten Jahr kostete das Schnäppchen insgesamt rund 155 Franken (inklusive einmalige Gebühren in Höhe von rund 60 Franken). Das ist dreimal so viel wie das günstigste Prepaid-Angebot zum Normaltarif.
  • Das attraktivste Aktionsangebot der vergangenen Monate für den Normalnutzer und den Daten-Normalnutzer wurde mit monatlich 9.95 Franken beworben. Im ersten Jahr fallen Kosten von rund 179 Franken (inklusive Aufschaltgebühr) an. Damit ist das günstigste Prepaid-Angebot mit rund 135 Franken im ersten Jahr (Daten-Normalnutzer) beziehungsweise 169 Franken (Normalnutzer) immer noch günstiger als das Schnäppchen-Angebot.
  • Das attraktivste Aktionsangebot der vergangenen Monate für den Vielnutzer kostete 20 Franken im Monat ohne Aufschaltgebühr. Mit Kosten von 240 Franken im ersten Jahr war dieses Angebot klar günstiger als das günstigste Prepaid-Angebot. Das gilt auch für Angebote von einigen Anbietern, die mit einem Preis von rund 20 Franken im Monat um Kunden werben, aber noch bis zu 60 Franken Aufschaltgebühr verrechnen.

Die besten Tipps

Kunden sollen sich nicht zu stark darauf fixieren, ob sie ein Prepaid-Angebot oder ein Handy-Abo nutzen wollen. Beide Systeme haben ihre Vorteile und Nachteile. Die besten Tipps verrät Moneyland.ch im Prepaid-Ratgeber. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, vor dem Kauf einer Prepaid-Karte oder dem Abschluss eines Handy-Abos alle Angebote anhand der individuellen Bedürfnisse zu vergleichen. Das ist mit dem interaktiven Vergleich von Moneyland.ch möglich. Die Unterschiede sind gross, aber auch vom individuellen Nutzungsverhalten abhängig.

Medienpartner

10-confare-swiss-cio-it-manager-summit.jpg
cno21_button_300x250pix_itbusiness.png
Wir verwenden Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind für den Betrieb der Website von wesentlicher Bedeutung, während andere uns dabei helfen, diese Website und die Benutzererfahrung zu verbessern (Tracking-Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie Cookies zulassen möchten oder nicht. Bitte beachten Sie, dass Sie möglicherweise nicht alle Funktionen der Website nutzen können, wenn Sie sie ablehnen.