Laut IBM rechnen viele CEOs mit tiefgreifenden Veränderungen in Führung, Entscheidungen und Organisation durch KI.
Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Prozesse, sondern aus Sicht vieler CEOs auch die Führungsstrukturen ihrer Unternehmen. Das geht aus einer globalen Studie des IBM Institute for Business Value hervor, die gemeinsam mit Oxford Economics durchgeführt wurde. Befragt wurden 2000 CEOs und vergleichbare Führungskräfte in 33 Regionen, darunter 100 aus Deutschland und 40 aus der Schweiz. Besonders auffällig ist der rasche Aufbau neuer KI-Verantwortung im Topmanagement. 76 Prozent der weltweit befragten Organisationen verfügen laut Studie inzwischen über einen Chief AI Officer. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 26 Prozent. Deutschland liegt mit 76 Prozent auf gleichem Niveau, die Schweiz mit 65 Prozent darunter.
Für IBM-Vizechef Gary Cohn ist klar: „Erfolgreiche Unternehmen werden AI-first operieren.“
Auch das Vertrauen in KI wächst, wenn auch mit regionalen Unterschieden. 64 Prozent der weltweit befragten CEOs geben an, sich bei strategischen Entscheidungen mit KI-generierten Erkenntnissen wohlzufühlen. In der Schweiz liegt dieser Wert mit 70 Prozent höher, in Deutschland mit 54 Prozent tiefer. Bis 2030 erwarten die Befragten, dass KI rund 48 Prozent der operativen Entscheidungen ohne menschliches Eingreifen übernehmen könnte, sofern Prozesse klar definiert und regelbasiert sind. Gleichzeitig steigt der Druck auf klassische Führungsrollen. 85 Prozent der CEOs erwarten, dass Fachverantwortliche in ihren Bereichen stärker Technologiekompetenz aufbauen müssen. 59 Prozent gehen davon aus, dass auch der Einfluss des Personalbereichs weiter zunimmt. Trotz hoher Erwartungen ist KI im Arbeitsalltag vieler Unternehmen noch begrenzt angekommen. Laut Studie nutzt derzeit nur rund ein Viertel der Mitarbeitenden KI regelmässig. (aso)