Laut einer PwC-Analyse steigen Nachfrage und Löhne für KI-Kompetenzen deutlich schneller als im übrigen Arbeitsmarkt.
Künstliche Intelligenz verändert den globalen Arbeitsmarkt mit hoher Geschwindigkeit. Zu diesem Schluss kommt das aktuelle Global AI Jobs Barometer von PwC. Für die Untersuchung wertete das Beratungsunternehmen mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen in 27 Ländern und Regionen aus. Besonders gefragt sind laut der Analyse Berufe, in denen KI Fachkräfte unterstützt, statt ihre Aufgaben zu ersetzen. Solche Tätigkeiten verzeichnen ein stärkeres Stellen- und Lohnwachstum als Berufe, bei denen KI Aufgaben vereinfacht und einem breiteren Personenkreis zugänglich macht. Die Nachfrage nach Mitarbeitenden mit KI-Kenntnissen wächst deutlich schneller als der übrige Arbeitsmarkt. Stellen, die Fähigkeiten wie maschinelles Lernen oder Prompt Engineering voraussetzen, legten laut PwC um 69 Prozent zu. Der Gesamtmarkt wuchs im gleichen Zeitraum um neun Prozent. Der durchschnittliche Lohnaufschlag für KI-Kenntnisse liegt inzwischen bei 62 Prozent.
Auch bei Berufseinsteigern verändern sich die Anforderungen. In stark KI-geprägten Einstiegspositionen werden häufiger Fähigkeiten wie Urteilsvermögen, Kreativität, Kommunikation und Führung verlangt – Kompetenzen, die bislang eher erfahrenen Mitarbeitenden zugeschrieben wurden. Unternehmen mit hoher KI-Nutzung entwickeln sich laut der Studie ebenfalls dynamischer. Sie verzeichneten seit 2018 ein stärkeres Personalwachstum und höhere Produktivitätszuwächse als Unternehmen mit geringer KI-Nutzung. Besonders die von PwC als «Superstars» bezeichneten Unternehmen steigerten ihre Arbeitsproduktivität um durchschnittlich 163 Prozent. Die Ergebnisse zeichnen ein optimistisches Bild der KI-Nutzung. Allerdings zeigt die Studie vor allem Zusammenhänge und keine direkten Ursachen. Ob KI allein für Produktivitäts- und Lohnzuwächse verantwortlich ist, bleibt offen. Unternehmen, die früh in KI investieren, gehören häufig bereits zu den erfolgreicheren Marktteilnehmern. Zudem basiert die Analyse auf Stellenanzeigen und nicht auf tatsächlich besetzten Stellen oder real ausbezahlten Löhnen. Weniger beleuchtet werden mögliche Verdrängungseffekte oder Berufe, deren Nachfrage durch KI sinkt. (aso)