Cybersecurity wird in der Chefetage immer wichtiger

09. November 2020
Cybersecurity wird in der Chefetage immer wichtiger © Fractal Verlag/123rf

    Das Coronavirus zwingt Führungskräfte, ihre Cybersecurity-Strategien anzupassen. Mehr Geld und mehr Mitarbeiter sollen Unternehmen sicherer machen, doch es fehlt an tausenden Cyberspezialisten.

    Cybersicherheit ist zweifelsohne in der Chefetage angekommen. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten hat das Thema – auch getrieben durch die steigende Zahl der erfolgreichen Cyberattacken der letzten Monate – immens an Bedeutung gewonnen und sich damit zum strategischen Partner in den Unternehmen entwickelt. Das zeigen die Ergebnisse der Umfrage «PwC Digital Trust Insights 2021», bei der weltweit über 3000 Führungskräfte aus Wirtschaft und Technologie zur Entwicklung von Cybersicherheit befragt wurden – auch unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie. 50% der befragten Unternehmen weltweit geben an, Cybersicherheit und Datenschutz in jeder Geschäftsentscheidung zu berücksichtigen, was eine Verdopplung zum Vorjahreswert (25%) ausmacht.

    Resilienz für jedes Szenario
    Die Verankerung von Cybersicherheit in den Geschäftsprozessen ist dringender als je zuvor, denn die COVID-19-Pandemie hat die Digitalisierung weltweit beschleunigt und damit auch die Angriffsfläche für Cyberattacken erweitert. Dies bestätigen auch 50% der weltweit befragten Unternehmen. Die grössten Risikobereiche sehen die Befragten bei der Nutzung von Cloud und Mobile-Diensten sowie bei Social Engineering. Zum Teil halten weit mehr als die Hälfte der Befragten Angriffe hier für sehr wahrscheinlich; fast 80% erwarten sogar erhebliche negative Auswirkungen auf das eigene Unternehmen durch Cyberattacken mittels Ransomware- und Disruptionware. «Die grösste Gefahr geht hierbei eindeutig von Cyberkriminellen aus», so Johannes Dohren, Director Incident Response Cybersecurity bei PwC Schweiz. Um auf alle Risikoszenarien vorbereitet zu sein, wollen 30% der Führungskräfte mehr in fortgeschrittene Technologien und Automation investieren, um die Wirksamkeit der Cyberabwehr zu erhöhen. Ausserdem ist bei 71% der befragten Unternehmen geplant, vermehrt Stresstests durchzuführen, um sicherzustellen, dass ihre kritischen Unternehmensfunktionen im Falle eines aggressiven Cybervorfalls weiterhin funktionieren, respektive rasch wiederhergestellt werden können, um den Business Impact möglichst gering zu halten. «Die Orchestrierung einzelner Funktionen für Geschäftskontinuität, Wiederherstellung nach einem Notfall und Krisenmanagement wird für die meisten Organisationen zum Schlüsselfaktor für eine höhere Resilienz. Cyberresilienz ist kein IT- oder IT-Security-Thema allein.», so Urs Küderli, Partner und Leiter Cybersecurity and Privacy, PwC Schweiz.

    Cyberstrategie mit neuen Ansätzen
    Die veränderte Risikolage durch die COVID-19-Pandemie hat die Cyberstrategien nahezu aller weltweit befragten Unternehmen beeinflusst (96%). Über 50% der Befragten geben an, dass sie begonnen haben, neue Ansätze zur Cybersicherheit zu implementieren und sogar jede fünfte Organisation erkennt bereits erste Vorteile. Die in der Schweiz befragten Führungskräfte sehen besonders den Einsatz von Virtualisierung (27%) und von Künstlicher Intelligenz zur Cyberabwehr (14%) als vielversprechend und wirksam an. Zukünftig wollen sich die Befragten ausserdem über die Geschäftskontinuitätsplanung hinaus auch stärker mit Cyberabwehr beschäftigen (32%), ein modernes Identitäts- und Zugriffsmanagements (29%) sowie ein integriertes System Cloud- und Netzwerksicherheit implementieren.

    Mit mehr Budget und Kompetenzen zu digitalem Vertrauen
    Angetrieben durch die COVID-19-Pandemie verändert die Digitalisierung weite Teile des Unternehmens. Für 38% der befragten Unternehmen in der Schweiz ist die Effizienzsteigerung bestehender Prozesse das Hauptziel, gefolgt von der Modernisierung der Organisation mit neuen Fähigkeiten (32%). Spezifisch im Cyberbereich soll in Zukunft die verbesserte Messbarkeit bei der Quantifizierung von Cyberrisiken (36%) optimiert werden, um die Wahrscheinlichkeit von zunehmend komplexeren Cyberangriffen besser einschätzen und der Geschäftsleitung besser visualisieren zu können. Hier zu meint Fabian Faistauer, Experte für Cyber Compliance Monitoring bei PwC Schweiz: «Ein transparentes unternehmensinternes Reporting von bestehender Cyberrisiken und Schwachstellen ist essenziell für das Wahrnehmen der Verantwortlichkeit und somit der erste Schritt der Risikominimierung.»

    Die Vorstandsetage hat erkannt, dass neue Geschäftsfelder und die digitale Transformation nachhaltig zu sichern, nicht möglich ist, ohne ein hohes Mass an Cybersicherheit: 25% der befragten CEOs in der Schweiz geben an, dass sie häufiger mit dem Chief Information Security Officer (CISO) in Kontakt treten. Da der CISO daneben am häufigsten dem Chief Information Officer, dem Verwaltungsrat und dem Chief Risk Officer rapportiert, werden ihm zunehmend erweiterte Fähigkeiten zuteil: Innovationsförderung, das Mentoring von Mitarbeitern und die Risikobeurteilung zählen in diesen Zeiten zu den Top 3 der am meisten geschätzten Fähigkeiten der CISO.

    Die steigende Bedeutung von Cybersicherheit zeigt sich zudem bei der Budget- und Ressourcenplanung. Mehr als die Hälfte der weltweit befragten Unternehmen wollen ihre Cyberbudgets erhöhen und ihre Mitarbeiterzahl im Bereich Cybersicherheit aufstocken – und das obwohl die prognostizierten Umsätze der Unternehmen aufgrund von COVID-19 auch für 2021 noch deutlich sinken (59%Schweiz/ 64% Global).

    «Die Neuausrichtung der Cyberstrategie definiert nicht nur die wachsende Rolle der CISO, sondern wirkt sich auch auf die Art und Weise aus, wie die Organisation Cyberbudgets festlegt, in Sicherheitslösungen investiert, Pläne für die Ausfallsicherheit erstellt und ihre Sicherheitsorganisation verbessert. Sie bestimmt, ob die Geschäftsführung digitales Vertrauen schaffen kann, das ihre Organisationen mit Strategien zum Schutz und zur Wertschöpfung sicher in die Zukunft führt», kommentiert Urs Küderli.

     

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