Was macht das Home Office mit uns?

13. August 2020
Was macht das Home Office mit uns? © Fractal Verlag/123rf

    Länger arbeiten, schlechter entspannen? Ganz und gar nicht. Citrix räumt auf mit den Home-Office-Mythen und zeigt, welche Auswirkungen das Remote Working wirklich hat.

    Auch nach dem grossen Lockdown arbeiten viele Schweizer von zuhause aus – und angesichts einer möglichen „zweiten Welle“ wird das Thema Home Office Unternehmen noch lange beschäftigen. Doch tut das den Mitarbeitern eigentlich gut? Wie es um das digitale Wohlbefinden, das Digital Well-Being, bestellt ist, hat sich Citrix genau angesehen.

    Gleiche oder kürzere Arbeitszeit
    Citrix hat 1.000 Arbeitnehmer von grossen und mittleren Unternehmen in Deutschland befragt, wie sie mit dem Home Office während der Corona-Zeit zurecht gekommen sind. Das Ergebnis: Ein Drittel arbeitete mehr, im Schnitt 1,5 Stunden. Es klingt, als hätten sich die Befürchtungen vieler Home-Office-Kritiker bewahrheitet.

    Doch das stimmt nicht: für die meisten Menschen änderte sich im Home Office nichts an der Arbeitsdauer (47%) – 20 Prozent konnten im Schnitt sogar 1,5 Stunden einsparen! Die gewonnene Zeit verbrachten die meisten Menschen mit mehr Schlaf, mehr Sport oder mit Hingabe an ihre Hobbies.

    Flexibler und vermischter Alltag
    Ein weiteres Vorurteil lautet, im Home Office vermische sich Privates mit Geschäftlichem. Und tatsächlich: Für einige Menschen stellt das Abschalten eine Herausforderung ist: 28 Prozent haben Probleme, rechtzeitig Feierabend zu machen. Jeder Fünfte schafft es nicht – und verschiebt den Arbeitsschluss in den späten Abend.

    Auf der anderen Seite kommt mit der Freiheit auch der Vorteil, dann zu arbeiten, wenn es gut in den Tag passt: Die Mehrheit der Befragten (51%) freute sich über die große Flexibilität, die 24 Prozent dazu nutzten, effizienter zu arbeiten und mehr Zeit für andere Dinge im Leben zu schaffen.

    Produktivität steigt
    77 Prozent arbeiten im Home Office gleich produktiv oder produktiver als im Büro. Das ist ein weiterer Effekt der gewonnenen Freiheit, Arbeiten sinnvoll zu erledigen statt nach einem starren Hierarchiemuster: Knapp ein Drittel der Befragten (30%) gab an, die temporäre Abschaffung der traditionellen Bürohierarchie habe sie deutlich produktiver gemacht.

    Ausserdem helfe es, wenn Unternehmen einige Jobs in Komponenten zerlegen, die mehrere Mitarbeiter dann parallel bearbeiten können. Auch der Einsatz von mehr Automatisierung und intelligenter Technologie (18%) wurde als wichtiger Faktor genannt.

    Unternehmen verlieren Kontrolle…
    Was machen Mitarbeiter wirklich im Home Office? Gut, sie arbeiten effizienter und produktiver – aber halten sie sich auch an die Regeln? Nein, ergab die Umfrage von Citrix, zumindest dann nicht, wenn es um die IT geht: Über ein Drittel (36%) nutzen im Home Office Software und Tools, die von der IT-Abteilung nicht genehmigt oder sogar explizit verboten wurden. Den grössten Anteil machen dabei Instant-Messenger (53%) und Videokonferenz-Software (51%) aus, gefolgt von persönlichen Geräten (50%) und Social Media (43%).

    …und das ist gut so. Oder?
    IT-Vorgaben haben einen guten Grund, daher müssen Unternehmen auch im Home Office dafür sorgen, dass keine Schatten-IT heranwächst. Doch das gelingt nur, wenn Mitarbeiter überall auf die Software und Tools zugreifen können, die sie benötigen. Produktivität und Effizienz sind den Nutzern wichtiger als Sicherheit – das zeigt das Home Office einmal mehr.

    Insgesamt zeigt sich der leichte Kontrollverlust der Unternehmen über rigide Stundenpläne aber als vorteilhaft: Die Mehrheit der Befragten (53%) glauben, dass die Erfahrungen der Corona-Krise helfen werden, traditionelle Hierarchien aufzuweichen und 52 Prozent denken, dass in Zukunft der Mensch stärker im Zentrum stehen wird.

    Fazit: Freiheit stärken, soziale Räume bieten
    Home Office: gut oder schlecht? Wie die Umfrage von Citrix zeigt, arbeiten viele Menschen effizienter und produktiver, wenn man ihnen mehr Freiheiten gibt. Im Home Office teilen sich Mitarbeiter ihre Zeit selbstständiger ein, viele mit Gewinn. Andere leiden unter fehlenden Strukturen. Hier können Unternehmen helfen – etwa mit gewissen Rahmenvorgaben oder gemeinsamen Feierabend-Meetings in ausgelassener Runde.

    Denn was Menschen im Home Office am meisten vermissen, das sind ihre Kollegen: 64 Prozent denken gerne an die soziale Atmosphäre im Büro. Die Interaktion kommt beim Remote Working am ehesten zu kurz.

    Doch nach der Krise oder wann auch immer Unternehmen wieder vom Home Office ins Büro rufen, sollten sie bedenken: Das Gleichgewicht ist wichtig. Ein Gleichgewicht zwischen Vertrauen und Kontrolle, zwischen Struktur und Freiheit und zwischen Sicherheit und Effizienz. Klar ist: Von unterwegs lässt es sich oft besser und gemütlicher arbeiten – solange die richtigen Tools und Technologien bereitstehen.

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