Fast jede zweite Schweizerin kämpft um berufliche Anerkennung

12. Februar 2020
„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen: In der Schweiz sind viele Menschen davon überzeugt, dass ihnen der Arbeitsmarkt ausreichend Möglichkeiten zur beruflichen Verwirklichung bietet. Zugleich wissen viele nicht, wie sie diese Chancen für sich nutzen können“, sagt Barbara Wittmann (Bild), Country Managerin DACH bei Linkedin. „Die Ergebnisse unserer Studie zeigen: In der Schweiz sind viele Menschen davon überzeugt, dass ihnen der Arbeitsmarkt ausreichend Möglichkeiten zur beruflichen Verwirklichung bietet. Zugleich wissen viele nicht, wie sie diese Chancen für sich nutzen können“, sagt Barbara Wittmann (Bild), Country Managerin DACH bei Linkedin. Bild: Linkedin

    Wie gut sind meine beruflichen und privaten Möglichkeiten? Schweizer blicken laut dem Linkedin Opportunity Index 2020 weniger optimistisch in die Zukunft als es Menschen im internationalen Durchschnitt tun – aber deutlich positiver als die Arbeitnehmer der meisten anderen europäischen Länder.

    Am optimistischsten schätzen dagegen Menschen in Wachstums- und Schwellenländern wie Indien, Indonesien oder China ihre Chancen auf berufliches und privates Glück ein. Die grössten Herausforderungen hierzulande sind der Befragung zufolge Sorgen um die Umwelt, mangelndes Selbstvertrauen sowie Benachteiligungen durch das eigene Alter – egal ob jung oder alt.

    Für den Opportunity Index 2020 haben Linkedin, das weltweit grösste Netzwerk für beruflichen Austausch, und die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) global mehr als 30.000 Menschen befragt, 1.030 davon in der Schweiz.

    Schweizer und Niederländer sind zuversichtlicher als Italiener und Franzosen
    Während Schweizer und Deutsche auf dem gemeinsamen Rang zwei (von neun untersuchten europäischen Märkten) ihre beruflichen und privaten Möglichkeiten mit 96 Punkten noch verhältnismässig optimistisch einschätzen (globaler Index = 100), ist die Skepsis in Italien und Frankreich sehr viel ausgeprägter. Schweden, Irland, Grossbritannien und Spanien liegen im europäischen Vergleich im Mittelfeld, die Niederlande stehen an der Spitze. Eine Ausnahme unter den etablierten Industrienationen sind die USA, wo weiterhin grosser Optimismus herrscht. An der Spitze der Gesamtauswertung stehen Indien, Indonesien und China.

    Frauen und jungen Menschen mangelt es an Selbstvertrauen
    Weltweit sehnen sich Menschen nach einem ausgeglichenen Arbeits- und Privatleben sowie nach Erfüllung und Sicherheit im Job. Gleichzeitig haben viele das Gefühl, dass ihnen ihre finanzielle Situation, der schwieriger werdende Arbeitsmarkt und das eigene Alter dabei im Weg stehen. Auch in der Schweiz stehen Menschen vor diesen Problemen: 27 Prozent der Schweizer beklagen die Situation auf dem Arbeitsmarkt, 26 Prozent sehen ihren finanziellen Status als Hindernis und ebenso viele ihr Alter.

    Oft ist ausserdem fehlendes Selbstvertrauen ein Faktor. Frauen betrifft das wesentlich häufiger als Männer (19 vs. 13 Prozent). Auch viele junge Menschen kennen das Problem: In der Generation Z (18-22 Jahre) beklagen 29 Prozent, dass ihnen das nötige Selbstvertrauen fehlt. Unter der Altersgruppe am anderen Ende des untersuchten Spektrums, den Babyboomern (55-65 Jahre), sind es hingegen nur acht Prozent.

    Jüngere kämpfen für Akzeptanz – Ältere darum, den Anschluss nicht zu verlieren
    Mehr als jeder zweite Babyboomer (57 Prozent) sieht in seinem Alter einen entscheidenden Faktor, der ihn von der Verwirklichung der eigenen Ziele und Wünsche abhält. Altersdiskriminierung sowie die Herausforderung, den Anschluss an die sich rasant wandelnde Arbeitswelt nicht zu verlieren, werden zum Problem. Babyboomer halten Veränderungsbereitschaft (84 Prozent) deshalb für wichtiger als jede andere Altersgruppe, ausserdem betonen 73 Prozent den Wert von Bildung.

    Für junge Menschen geht es hingegen darum, überhaupt auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Die Generation Z hat verstanden, dass ein gleichberechtigter Zugang zu Verwirklichungschancen (82 Prozent) dafür zentral ist. Sie suchen nach einer Chance, ihre Fähigkeiten bestmöglich einzubringen (44 Prozent), wünschen sich Anerkennung für ihre Arbeit (34 Prozent) und wollen am Arbeitsplatz gleichwertig behandelt werden (25 Prozent).

    „Weil wir immer früher in den Beruf einsteigen und später in Rente gehen, wird der Arbeitsplatz zunehmend zum Schmelztiegel der Generationen. Nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber stellt das eine Herausforderung dar. Gleichzeitig bieten sich grosse Chancen: Vom Erfahrungsschatz der Babyboomer können nachfolgende Generationen immens profitieren – und die Generation Z bringt wertvolle neue Ideen in das Unternehmen“, sagt Barbara Wittmann.
    Eine weitere Gruppe, die verstärkt um berufliche Anerkennung kämpfen muss, sind die Frauen. Sie verfolgen wesentlich häufiger als Männer das Ziel, am Arbeitsplatz gleichwertig behandelt zu werden (18 vs. 10 Prozent).

    Niemand fürchtet den Klimawandel mehr als die Schweizer
    Weltweit sorgen sich Menschen um die Umwelt, doch in keinem Land dominiert das Thema so sehr wie in der Schweiz (18 vs. 26 Prozent). Umweltfragen sind hier mit Abstand die grösste Sorge, wobei junge Schweizer den Klimawandel mit 41 Prozent sogar noch einmal deutlich sorgenvoller betrachten. Einzig im Nachbarland Frankreich sind die Menschen diesbezüglich mit 26 Prozent ähnlich besorgt. In allen anderen untersuchten Ländern ist der Klimawandel zwar auch ein wichtiges Thema, aber kein dermassen dominantes. Am zweitmeisten beschäftigen Gesundheitsfragen (11 Prozent) die Schweizer. Sicherheit (10 Prozent) folgt an dritter Stelle.

    Besonders junge Menschen fürchten um den Zustand der Umwelt. In der Generation Z sehen 41 Prozent hierin ihre grösste Sorge, unter den Millennials sind es immerhin noch 27 Prozent. Die Angehörigen der Generation X (23 Prozent) und die Babyboomer (22 Prozent) halten öfter andere Sorgen für wichtiger.

    Soziale Netzwerke

     

    Fractal Verlag GmbH

      +41 61 683 88 76

      Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!