Schlechtes Datenmanagement kann teuer werden

Schlechtes Datenmanagement kann teuer werden Bild: Pixabay

    Im letzten Jahrzehnt ist das Datenvolumen explodiert. Wachstum und Verbreitung sind immens: Bis 2025 werden jedes Jahr mehr als 175 Zettabytes an Daten generiert, fast zwei Drittel mehr als 2018. Unternehmen müssen diese Daten verwalten und schützen, egal wo sie gespeichert sind.

    Allerdings geben 73 Prozent der Firmen weltweit – in Deutschland: 61% – zu, dass sie nicht in der Lage sind, die Anforderungen ihrer Anwender nach einem unterbrechungsfreien Zugriff auf Daten und Dienste zu erfüllen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter IT-Entscheidern, die Veeam Software, führender Anbieter von Backup-Lösungen für Cloud-Datenmanagement, jetzt veröffentlicht hat.

    Knapp 18 Millionen Euro (20 Millionen US-Dollar) Kosten pro Jahr entstehen Firmen durch Computerausfälle, durch Einbussen bei Umsatz, Produktivität und Kundenvertrauen. Mit knapp 41 Millionen Euro Verlust (45,8 Millionen US-Dollar) beziffern deutsche IT-Entscheider diese Auswirkungen wesentlich höher als ihre internationalen Kollegen. Die aktuelle Studie zeigt aber auch, dass Unternehmen dieses Problem aktiv angehen: Fast drei Viertel (72%) – in Deutschland: 77% – setzen auf intelligentes Datenmanagement, oft auch Hybrid Cloud-Technologie, um eine bessere und wirtschaftliche Nutzung ihrer Daten zu sichern.

    Für den Veeam Cloud Data Management Report 2019 wurden mehr als 1.500 Unternehmens- und IT-Entscheider aus 13 Ländern befragt. Klar ist: Die Befragten sind sich der Bedeutung von Datenmanagement für den Geschäftserfolg bewusst; sie verweisen auf höhere Produktivität und zukünftige Potenziale durch Transformation.

    "Daten sind heute wichtiges Firmenkapital. Unternehmen müssen aufwachen und jetzt Massnahmen ergreifen, um ihre Daten zu schützen“, mahnt Ratmir Timashev, Mitbegründer und Executive Vice President (EVP) für Vertrieb und Marketing bei Veeam. „Firmen müssen sich fragen, ob ihre Geschäftsdaten immer verfügbar sind und ihre Daten effizient managen, damit sie jederzeit gewinnbringend nutzbar sind. Das ist kein Luxus, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Denn dann erschließen Daten neue Geschäftspotenziale und Wettbewerbsvorteile.“

    Datenschutz ist Investitionsschutz
    Unternehmen weltweit sind bestrebt, die Leistungsfähigkeit moderner Technologien wie Cloud, Hybrid Cloud, Big Data, künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things (IoT) für sich gewinnbringend zu nutzen. 2019 wollen sie dafür im Schnitt 41 Millionen US-Dollar investieren, in Deutschland sogar 43 Mio., also mehr als 38 Mio. Euro.

    Doch obwohl fast die Hälfte der Befragten zugibt, dass Datenschutz eine zentrale Voraussetzung für Investitionsschutz ist, haben nur 37% Vertrauen in die Zuverlässigkeit ihrer aktuellen Backup-Lösungen. In Deutschland haben dieses Vertrauen gerade mal ein Drittel (34%), aber auch nur 20% sichert und repliziert kontinuierlich geschäftskritische Anwendungen. Demzufolge sehen Führungskräfte den Handlungsbedarf: Mehr als die Hälfte wollen intelligentes Datenmanagement und Multi-Cloud-Lösungen unternehmensweit einsetzen, um diese Anforderungen zu erfüllen – auch in Deutschland.

    Die Vorteile durch den Einsatz digitaler Technologien sind quantifizierbar und werden von den Befragten im Schnitt mit 124 Millionen Dollar Mehrumsatz [pro Unternehmen] beziffert – in Deutschland mit gut 112 Millionen Euro. Allerdings ergeben sich global Unterschiede in der Digitalisierung: 41 Prozent der japanischen und 48 Prozent brasilianischen Unternehmen bezeichneten ihr Datenmanagement als ausgereift, verglichen mit gut 25% in Frankreich und Deutschland sowie nur 11% in Grossbritannien. Auch die geplanten Investitionen in intelligentes Datenmanagement liegen bei japanischen und brasilianischen Unternehmen in den nächsten 12 Monaten mit durchschnittlich 105 Millionen Dollar bzw. 73 Millionen Dollar deutlich über entsprechenden Investitionsplänen etwa in Grossbritannien (14 Millionen Dollar), China (17 Millionen Dollar) oder den USA (38 Millionen Dollar). Damit drohen einige grosse Volkswirtschaften den digitalen Anschluss zu verlieren.

    Dazu Timashev: "Es ist wichtig, dass Unternehmen die digitalen Grundlagen schaffen, um ihre Daten intelligent zu verwalten und ihre Zukunft zu sichern. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen, um digitale Kompetenzen auszubilden und die kulturellen Veränderungen anzugehen."

    Der Weg zu einem intelligenteren Unternehmen
    Die Veeam-Studie zeigt, dass einige Unternehmen den ersten Schritt zu einer intelligenteren Organisation bereits gemacht haben. Sie gebrauchen Technologien wie Cloud-Datenmanagement und künstliche Intelligenz, um in Echtzeit einen Überblick über geschäftliche Leistungsdaten zu bekommen und können damit entsprechend auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse reagieren. Insgesamt vier Faktoren sind für den Erfolg einer intelligenten Organisation verantwortlich: Cloud, Kompetenz, Kultur und Vertrauen.

    1. Cloud: Cloud-Datenmanagement ist eine Schlüsselkomponente für intelligentes Datenmanagement. Drei Viertel der Unternehmen nutzen Software-as-a-Service (SaaS); viele nutzen die Cloud für Backup und Wiederherstellung, 51 Prozent nutzen Backup-as-a-Service (BaaS), 44 Prozent Disaster Recovery-as-a-Service (DRaaS). Ähnlich in Deutschland: 73 Prozent der befragten Organisationen nutzen SaaS-Plattformen, 56% nutzen Cloud Backup und 50 Prozent DRaaS. Führungskräfte sind sich bewusst über die Vorteile eines Multi-Cloud- beziehungsweise hybridbasierten Ansatzes: Sie nennen insbesondere Kosten, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Datensicherheit in der Cloud als schlagende Argumente für den Einsatz.

    2. Kompetenz: Gezielte Aus- und Weiterbildung der digitalen Fähigkeiten von Mitarbeitern ist von grosser Bedeutung. Nur so lassen sich diese neue Technologien und Analyseergebnisse gewinnbringend einsetzen. Neun von zehn Unternehmen bewerten die digitale Kompetenz ihrer Mitarbeiter als erfolgsentscheidend für die Zukunft.

    3. Kultur: Ebenso wichtig ist eine Unternehmenskultur, die neuen Technologien gegenüber offen und aufgeschlossen ist, damit sich Mitarbeiter mit dem Unternehmen weiterentwickeln können. Rund zwei Drittel der Befragten sind der Auffassung, dass ihre Unternehmenskultur und die Akzeptanz für digitale Technologien offener werden muss.

    4. Vertrauen: Unternehmen müssen Vertrauen in die digitalen Fähigkeiten ihrer Organisation und die Zuverlässigkeit ihrer Datenbasis schaffen. Derzeit hat nur ein Viertel der Befragten weltweit vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Organisation, die digitalen Herausforderungen zu meistern; in Deutschland liegt dieses Vertrauen bei gerade einmal 14 Prozent.

    Der Veeam Cloud Data Management Report 2019 macht eines klar: Es ist Zeit zu handeln. Den ersten Schritt stellt eine leistungsfähige digitale Basis dar, die eine zuverlässige Sicherung und laufende Verfügbarkeit der Daten ermöglicht. Auf dieser Grundlage sind Unternehmen dann in der Lage, digitale Initiativen zu realisieren, die das Potenzial von Cloud-Datenmanagement nutzen, um betriebliche Wertschöpfung und Wettbewerbsvorteile zu erhöhen.

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