Grosse Unterschiede bei Schweizer Mobilfunk-Tarifen

08. Mai 2019
Grosse Unterschiede bei Schweizer Mobilfunk-Tarifen Bild: Pixabay

    Der Schweizer Online-Preisvergleichsdienst Moneyland hat die Preise von Schweizer Mobilfunk-Anbietern untersucht. Selbst die Unterschiede zwischen den günstigsten Angeboten sind riesig, so das überraschende Resultat der Analyse.

    Der Schweizer Mobilfunk-Markt umfasst rund 100 Handy-Abos und Prepaid-Angebote, oftmals mit zahlreichen Optionen. Dass der Konsument hier ohne Vergleichshilfen überfordert ist, erstaunt nicht. Um Licht in den Tarifdschungel zu bringen, hat Telekom-Experte Ralf Beyeler die Angebote der Schweizer Mobilfunk-Anbieter mithilfe des interaktiven Vergleichsrechners vom unabhängigen Online-Vergleichsdienst Moneyland unter die Lupe genommen.

    Berechnet worden sind die Gesamtkosten für das erste Jahr anhand von vier Profilen ohne Berücksichtigung von zeitlich befristeten Rabatt-Angeboten. «Die Kostenunterschiede zwischen den Anbietern sind riesig», so das Fazit von Moneyland-Experte Beyeler. Dies, obwohl für die vorliegende Vergleichsanalyse jeweils das günstigste Prepaid-Angebot und das günstigste Abo-Angebot jedes Mobilfunk-Providers berücksichtigt worden ist. Noch grösser wären die Unterschiede, wenn man auch die teuersten Angebote berücksichtigen würde: So gibt es Abos mit Fixkosten von 2400 Franken pro Jahr.

    Bei den folgenden Auswertungen handelt es sich um Berechnungen für vier Profile (Wenignutzer, Normalnutzer, Daten-Normalnutzer und Vielnutzer). Im Einzelfall empfiehlt sich jedoch ein interaktiver Vergleich, da je nach individuellem Profil unterschiedliche Anbieter am günstigsten sein können.

    Wenignutzer im Vergleich
    Moneyland geht in der folgenden Vergleichsanalyse davon aus, dass der «Wenignutzer» im Monat 5 Telefonate während durchschnittlich je 2 Minuten führt und 200 MB Daten überträgt. Zum Surfen nutzt der Wenignutzer wenn möglich WLAN, damit er möglichst wenig Daten über Mobilfunknetze überträgt.

    Für den Wenignutzer gibt es einen klaren Sieger: Der Wenignutzer bezahlt im ersten Jahr mit einem Prepaid-Angebot der Supermarkt-Kette Coop (in Kooperation mit Swisscom) nur 57 Franken pro Jahr, das ist umgerechnet weniger als ein Fünfliber im Monat (siehe Tabelle im Anhang). Das zweitgünstigste Angebot ist von Yallo (eine Marke von Sunrise) und kostet mit 90 Franken im ersten Jahr rund 58 Prozent mehr als das Angebot von Coop. Auf den folgenden Plätzen sind die Angebote von Salt (91.40 Franken), Swisscom (93.50 Franken) und der Mobilezone-Tochter TalkTalk (98.80 Franken) zu finden.

    Der Wenignutzer fährt mit einem Prepaid-Angebot häufig deutlich günstiger. Das günstigste Abo im Vergleich stammt von TalkTalk und kostet mit 110.80 Franken fast doppelt so viel wie das Prepaid-Angebot von Coop. Die meisten Abos sind noch wesentlich teurer. Mit drei Ausnahmen bezahlt der Wenignutzer bei allen Abos mehr als 250 Franken im Jahr.

    Dass Abos teurer sind, zeigt auch ein Vergleich zwischen dem Durchschnittskosten der günstigsten Prepaid-Angebote aller Anbieter mit den Durchschnittskosten der günstigsten Abos aller Anbieter. Diese Durchschnittskosten betragen im Fall der Prepaid-Angebote 124.45 Franken pro Jahr, im Fall von Mobilfunk-Abos jedoch 328.35 Franken pro Jahr. Das entspricht einem hohen Aufpreis von 164 Prozent.

    Die Vergleichsanalyse zeigt auch auf, dass es sich nicht rechnet, bei einer der drei grossen Hauptmarken Swisscom, Sunrise oder Salt einen Vertrag abzuschliessen. Beispiel: Das günstigste Abo von Sunrise ist für den Wenignutzer siebenmal so teuer wie das günstigste Prepaid-Angebot von Coop Mobile.

    Normalnutzer im Vergleich
    Moneyland geht in der vorliegenden Analyse von folgendem «Normalnutzer» aus: Dieser überträgt 2000 MB Daten im Monat und führt monatlich 30 Telefongespräche à durchschnittlich 3 Minuten. Für die meisten Kunden ist eine Datenmenge von monatlich 2000 MB mehr als ausreichend, insbesondere wenn sie keine Streaming-Dienste via Mobilfunknetz nutzen.

    Wie beim Wenignutzer zeigen sich auch beim «Normalnutzer» markante Preisunterschiede. Für den Normalnutzer gibt es einen klaren Sieger: Das Angebot «Duo Mini» vom Prepaid-Anbieter Mucho für 219.80 Franken im ersten Jahr (siehe Tabelle im Anhang). Das zweitgünstigste Angebot «Smart M» von Aldi Suisse mobile (in Kooperation mit Sunrise) ist mit 336.80 Franken im ersten Jahr insgesamt 117 Franken oder 53% teurer. Auf den weiteren Plätzen liegen die Prepaid-Angebote von M-Budget (350.40 Franken), Yallo (355 Franken) und Sunrise (359.90 Franken) sowie ein Abo von Quickline (376 Franken).

    Auch der Normalnutzer bezahlt mit einem Prepaid-Angebot in der Regel weniger als mit einem Abo. Das günstigste Abo kostet 376 Franken und ist damit mehr als 150 Franken pro Jahr teurer als das günstigste Prepaid-Angebot. Die Durchschnittskosten der günstigsten Prepaid-Angebote aller Anbieter betragen 448.25 Franken pro Jahr, die Durchschnittskosten aller günstigsten Abos mit 465.10 Franken pro Jahr etwas mehr.

    Die Angebote der Hauptmarken von Swisscom, Sunrise und Salt sind erheblich teurer als die Angebote, die unter anderen Markennamen vermarktet werden. So bezahlt ein Prepaid-Kunde bei der Swisscom-Hauptmarke 200 Prozent mehr als beim günstigsten Angebot auf dem Swisscom-Netz (Mucho).

    Daten-Normalnutzer im Vergleich
    Der «Daten-Normalnutzer» überträgt 2000 MB Daten im Monat, führt aber nur ein einziges Telefonat pro Monat à durchschnittlich 3 Minuten durch. Den meisten Schweizer Kunden reicht eine Datenmenge von 2000 MB im Monat aus, insbesondere wenn sie nie oder kaum Streaming-Dienste mit ihrem Smartphone nutzen.

    Ergebnis: Der «Daten-Normalnutzer» fährt mit dem Angebot «Plus» vom Prepaid-Anbieter Mucho mit Kosten von 134.60 Franken im ersten Jahr am günstigsten. Rund 33 Franken oder 24 Prozent teurer ist das zweitgünstigste Angebot vom Anbieter Mucho. Erheblich teurer ist das drittplatzierte Angebot der Mobilezone-Tochter TalkTalk für 290.80 Franken im Jahr. Auf den weiteren Plätzen sind Prepaid-Angebote von Aldi Suisse mobile (297.80 Franken) und Yallo (300 Franken) zu finden.

    Auch beim Profil des Daten-Normalnutzers ist das günstigste Angebot ein Prepaid-Produkt. Die Unterschiede zwischen Prepaid-Produkten und Abos sind teilweise sehr gross: So bezahlen Prepaid-Kunden von Swisscom 355.70 Franken pro Jahr, während das günstigste Abo von Swisscom mit 580 Franken 63% teurer ist. Die Unterschiede zeigen sich auch bei den Durchschnittskosten: Die günstigsten Prepaid-Angebote aller Anbieter kosten durchschnittlich 335.65 Franken pro Jahr, die günstigsten Abos hingegen 434.45 Franken pro Jahr.

    Auch beim «Daten-Normalnutzer» zeigt sich, dass die Hauptmarken Swisscom, Sunrise und Salt erheblich mehr kosten als die günstigsten Angebote von anderen Marken. Beispiel: Die günstigsten Abos von Swisscom und Salt kosten mit rund 356 Franken pro Jahr mehr als doppelt so viel wie das günstigste Angebot von Mucho.

    Vielnutzer im Vergleich
    Für das Profil des Vielnutzers geht moneyland.ch für die vorliegende Vergleichsanalyse von einem Nutzer aus, der so viel als möglich telefonieren und surfen können möchte. Deshalb hat moneyland.ch für den Vielnutzer nur Angebote berücksichtigt, mit denen der Kunde unlimitiert telefonieren und ungedrosselt surfen kann.

    Für einen solchen Vielnutzer gibt es einen deutlichen Sieger: Das Prepaid-Angebot «Prepaid Unlimited 90 days» von Sunrise ist mit 479.90 Franken im ersten Jahr am günstigsten. Das zweitgünstigste Angebot ist von Yallo. Es handelt sich ebenfalls um ein Prepaid-Angebot und kostet im ersten Jahr 600 Franken. Bei allen anderen Produkten handelt es sich um Abos. Auf den folgenden Plätzen folgen das Abo von «Wingo» (700 Franken) sowie ein Abo von Yallo (745.00 Franken). Am teuersten ist UPC mit 877 Franken im ersten Jahr.

    Sogar für Vielnutzer sind Prepaid-Angebote inzwischen günstiger als Abos. Das günstigste Abo ist 56% teurer als das günstigste Prepaid-Angebot. Während bei den anderen drei Profilen die Drittmarken die Rangliste dominieren, gibt es keine Vielnutzer-Angebote von Drittmarken wie Aldi Suisse mobile, Coop Mobile, M-Budget und Mucho.

    Vergleichen lohnt sich
    Die vorgestellten Analysen basieren auf Profil-Auswertungen. Doch je nach individuellem Nutzungsverhalten kann es erhebliche Unterschiede geben. Mit dem genauen und interaktiven Mobilfunk-Vergleich von moneyland.ch sind auch Auswertungen für individuelle Nutzungsprofile möglich. Ausserdem lassen sich die Angebote nach ihrer Kundenzufriedenheit sortieren.

    Berechnungsgrundlagen
    Berechnet worden sind die Gesamtkosten für das erste Jahr anhand von vier Profilen ohne Berücksichtigung von zeitlich befristeten Rabatt-Angeboten. Die Profile umfassen Telefonieren und Internetnutzung in der Schweiz. Nicht berücksichtigt worden sind Gespräche aus der Schweiz ins Ausland, im Ausland geführte Telefongespräche (Roaming) sowie Internetnutzung im Ausland via Mobilfunknetz (Daten-Roaming).

    Für die vorliegende Vergleichsanalyse ist jeweils das günstigste Prepaid-Angebot und das günstigste Abo-Angebot jedes Mobilfunk-Providers berücksichtigt worden (Ausnahme ist das Vielnutzer-Profil, bei dem nur Angebote mit einer Flatrate berücksichtigt worden sind). Neben den drei grossen Providern Swisscom, Sunrise und Salt, die ein eigenes Mobilfunknetz betreiben, sind auch Angebote von Drittmarken wie Coop Mobile, M-Budget Mobile oder UPC berücksichtigt worden.

    www.moneyland.ch

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