Der Fachkräftemangel bedroht die Produktivität

28. September 2016
Marc Lutz, Geschäftsführer von Hays Schweiz. Marc Lutz, Geschäftsführer von Hays Schweiz. Foto: Hays

    Der Fachkräftemangel beeinflusst das Unternehmenswachstum und die Produktivität in Europa. Dies ist ein Fazit des Hays Global Skills Index 2016. Der Schweizer Arbeitsmarkt hat sich ein wenig entspannt, die ungewissen Folgen der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und der starke Franken stellen jedoch weiterhin Risikofaktoren dar. 

    In Europa hat sich die Qualifikationslücke zwischen den Anforderungsprofilen der Unternehmen und den Leistungsprofilen der Fachkräfte in den letzten fünf Jahren um 14 Prozent vergrössert. Um geeignete Mitarbeiter zu finden und langfristig binden zu können, sehen sich Arbeitgeber gezwungen, die Gehälter zu erhöhen. Unternehmenswachstum und Produktivität werden dadurch zunehmend bedroht. Zu diesen Schlüssen kommt der Hays Global Skills Index 2016, den der internationale Personaldienstleister Hays PLC bereits zum fünften Mal in Zusammenarbeit mit Oxford Economics erstellt und veröffentlicht hat. Der Bericht mit dem Titel „The Global Skills Landscape – a complex puzzle“ basiert auf einer Analyse der Arbeitsmärkte in 33 Wirtschaftsnationen.

    Schweizer Arbeitsmarkt mit unsicherer Zukunft
    Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich laut dem neusten Bericht im Vergleich zum letzten Jahr leicht entspannt. Die Autoren gehen von einem schwachen BIP-Wachstum und steigenden Arbeitslosenzahlen bis Ende 2016 aus. Der Druck, den insbesondere die geringe Beschäftigungsquote und die wachsende Langzeitarbeitslosigkeit auf den Arbeitsmarkt ausüben, wird durch eine leichte Lockerung des Fachkräftemangels und den sinkenden allgemeinen Lohndruck ausgeglichen.

    „Obwohl für das zweite Halbjahr 2016 ein Anstieg der Arbeitslosenrate prognostiziert wurde, erwarten wir für 2017 aufgrund der wirtschaftlichen Erholung eine allmähliche Verbesserung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt“, sagt Marc Lutz, Geschäftsführer von Hays Schweiz. „Die Arbeitsmärkte der einzelnen Branchen werden sich allerdings unterschiedlich entwickeln – entsprechend der Risikofaktoren, denen sie derzeit ausgesetzt sind. Dies sind vor allem die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative in der Schweiz, die immer noch ausgearbeitet wird, sowie die Verunsicherung in Europa, die zu einem weiteren Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken führen wird.“

    Automatisierung schafft qualifizierte Arbeitsplätze
    Der Report zeigt zudem auf, dass Automatisierung und Robotertechnik das Potenzial bieten, den Mangel an qualifizierten Fachkräften auszugleichen und den Arbeitsmarkt zu beeinflussen. So übernehmen diese Technologien zunehmend auch nicht-routinemässige Aufgaben wie das Verfassen von Rechtstexten oder die Erstellung von Diagnosen. Dadurch ersetzen Roboter die weltweit fehlenden Qualifikationen.

    Hinweise zur Methodik
    Der Hays Global Skills Index ermittelt seit 2012 für jedes Land eine Punktzahl zwischen 0 und 10 zur Messung der Spannungen, denen es auf seinem Fachkräftemarkt ausgesetzt ist. Die Punktzahl berechnet sich durch eine Analyse von sieben Kriterien, die sich auf unterschiedliche Aspekte der Arbeitsmarktdynamik beziehen und Bereiche wie Bildungsstand, Arbeitsmarktflexibilität und den Lohndruck für Fachkräfte umfassen. Eine Punktzahl oberhalb von 5,0 deutet auf einen angespannten Arbeitsmarkt hin. Für die Schweiz wurde 2016 ein Index von 4,3 errechnet.

    Der gesamte „Hays Global Skills Index 2016“ sowie die Daten für die Schweiz sind online verfügbar unter: http://www.hays-index.com

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