Die Schweizer ICT wächst weiter, bremst aber spürbar. Der Index fällt, bleibt jedoch klar über der Wachstumsschwelle.
Die Stimmung in der ICT-Branche trübt sich im zweiten Quartal 2026 leicht ein. Der Swico ICT Index sinkt um 7.7 Punkte auf 106.2 und signalisiert damit weiterhin Wachstum, allerdings mit weniger Dynamik. Drei der vier Kernsegmente bleiben im positiven Bereich, einzig IT-Technology rutscht unter die Marke von 100 Punkten. Die Entwicklung passt zum gesamtwirtschaftlichen Bild: Wachstum ist vorhanden, gleichzeitig nehmen Kosten, Wettbewerbsdruck und Preissensitivität zu. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bleibt hoch und erhöht den Anpassungsdruck bei Geschäftsmodellen, Services und Kompetenzen. Am Arbeitsmarkt zeigt sich eine Abschwächung. Trotz insgesamt wachsender Wirtschaft verliert der ICT-Sektor an Tempo. «Zu den grössten Belastungen zählen Margendruck und zurückhaltendere Entscheide auf Kundenseite. Gleichzeitig fehlen vielerorts die nötigen Fähigkeiten, um KI konkret umzusetzen», erklärt Giancarlo Palmisani von Swico. Entscheidend sei nicht die Anzahl Bewerber, sondern deren Qualifikation. Im Segmentvergleich führt Software mit 110.4 Punkten, bleibt aber hinter dem starken Vorquartal zurück. Consulting (106.9) und IT-Services (105.7) wachsen weiter, kämpfen jedoch mit sinkenden Margen und vorsichtigen Kunden. IT-Technology fällt mit 97.7 Punkten unter die Wachstumsschwelle und steht unter Druck durch schwache Nachfrage und intensiven Preiswettbewerb. Consumer Electronics verbessert sich leicht auf 107.1 Punkte, während Imaging, Printing und Finishing nach einem Einbruch deutlich zulegt und wieder über 100 Punkte steigt. Für die kommenden Quartale bleibt der Ausblick vorsichtig positiv. Wachstum ist vorhanden, doch die Dynamik lässt nach. Entscheidend wird sein, wie schnell Unternehmen KI-Kompetenzen aufbauen, Margen stabilisieren und ihre Geschäftsmodelle anpassen. (pdm)