Geografisch breit aufgestellte IoT-Anbieter bevorzugt

Bild: Pixabay

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Europäische Unternehmen bevorzugen für die Einführung und Verwaltung ihrer IoT-Netzwerke dabei unterstützende Dienstleister, die mehrere geografische Regionen abdecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die von der Information Services Group (ISG), einem globalen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen im Technologie-Segment, veröffentlicht wurde.

Die Studie „ISG Provider Lens Internet of Things Services and Solutions Europa 2021“ stellt fest, dass europäische Unternehmen Anbieter bevorzugen, die IoT-Dienste in mehreren Ländern bereitstellen und zugleich mehrsprachigen Support bieten. Die Unternehmen suchen nicht nur nach Anbietern von Managed IoT Services mit selbst in abgelegenen Regionen dediziert vor Ort verfügbaren Services, sondern auch nach IoT-Beratungsdienstleistungen, so die Studie. Die Anbieter müssen sich laut Studie zudem gut mit den unterschiedlichen Datenerfassungs-, Datensicherheits- und Datenschutzvorschriften in Europa auskennen. Auch unterscheiden sich Strassenverkehrsregeln, Management- und Kontrollsysteme für Eisenbahnen oder mobile Vernetzung von Land zu Land und erschweren damit erfolgreiche europaweite Vernetzungsprojekte, da Schnittstellen und gemeinsame Standards fehlen. Während sich die Einführung von IoT-Systemen im Jahr 2020 zum Teil infolge der COVID-19-Pandemie verlangsamte, nimmt der Studie zufolge das Interesse an IoT-Systemen in Europa seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres branchenübergreifend wieder zu.

Das verarbeitende Gewerbe war eines der wenigen Industriesegmente in Europa, das dem ISG Index zufolge auch im Jahr 2020 ein Wachstum bei IoT-Outsourcing-Verträgen verzeichnete. Dabei wurde der Markt durch den anhaltenden Übergang zu „smarten“ Fabriken sowie die Nachfrage nach Anwendungen für das industrielle IoT (IIoT) angetrieben. Doch selbst in der Fertigungsindustrie kam es Mitte des vergangenen Jahres zu einem Rückgang, da Anlagen stillgelegt und Investitionen infolge der Pandemie zurückgefahren wurden. Laut ISG Index war Europa im Jahr 2020 der weltweit grösste Markt für das Outsourcing von IoT-Dienstleistungen, wobei die Aktivitäten in Grossbritannien und Deutschland besonders umfassend ausfielen. „Die Pandemie hat die Einführung von IoT-Systemen gebremst, insbesondere in der Reisebranche“, sagt Christian Decker, Partner, ISG Smart Manufacturing in Europa. „Inzwischen berichten Dienstleister jedoch über eine erneut anziehende Nachfrage in allen Branchen – von verbesserten Kühlketten in der Arzneimittelindustrie bis hin zu effizienteren Produktionsanlagen in der Lebensmittelfertigung.“ Produktionsbetriebe, so Decker, benötigen mittlerweile smarte Fabriken und Lieferketten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „Viele Fertigungsunternehmen haben ihre IoT-Plattform und ihre Anwendungsszenarien bereits festgelegt und wenden sich nun an Serviceanbieter, die ihnen bei der Skalierung der Implementierungen helfen sollen“, so Decker weiter.

Cybersicherheit stärken und aufrüsten

Eine anhaltende Sorge für IoT einführende Unternehmen stellt die Cybersicherheit dar. Deshalb wenden sich diese an Dienstleister, die sie beim Schutz der über die IoT-Systeme fliessenden Daten unterstützen können, so die Studie. IoT-Dienstleister bauen deshalb Security-Leistungen in ihre Beratungs- und Managed-Services-Projekte mit ein. Im Fokus stünden dabei vor allem Projekte, die sich auf die Konvergenz von IT und Betriebstechnologien (OT, Operational Technology) konzentrieren, führt die Studie aus. Viele dieser Security-Dienste decken das gesamte IoT-Ökosystem ab: vom Edge (Rand der Systeme) über die Cloud bis hin zu Vor-Ort-Systemen. Neben der Sicherheit stellt auch die Konvergenz der IT- und OT-Systeme eine grosse Herausforderung für IoT nutzende Unternehmen dar, führt die Studie weiter aus. Die weitere Nutzung von Altsystemen in beiden Welten kann dabei Integrationen und Mobilität ausbremsen. Die Service-Provider verbinden deshalb ihre Branchen- und IT-Kompetenz, um so konvergente Systeme zu entwickeln. Der Studie zufolge unterstützen die Serviceanbieter Unternehmen auch beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in IoT-Systemen, auch im Edge-Bereich. KI kann dazu beitragen, dass IoT-Systeme grosse Datenmengen besser verarbeiten, wobei die Dienstleister oft individuell konfigurierte AIOps-Systeme für spezielle Kundenanforderungen anbieten. Die Studie nennt das wachsende Interesse an 5G-Netztechnologien als zusätzliche Möglichkeit, sich mit IoT-Netzwerken zu verbinden. Manche Mobilfunknetzbetreiber müssten jedoch zunächst ältere Netze ausser Betrieb nehmen, um Kapazitäten für 5G zu schaffen. Unternehmenskunden, insbesondere solche mit bereits installierten IoT-Flotten und -Geräten, werden geeignete Ersatztechnologien auswählen müssen, wenn Mobilfunkbetreiber ältere Dienste abschalten, empfiehlt die Studie. Solche Abschaltungen erfolgen dabei für jedes Land und jeden Betreiber individuell, was das Management schwierig gestaltet. Die Studie „ISG Provider LensTM Internet of Things Services and Solutions Europa 2021“ untersucht die Fähigkeiten von 27 Anbietern in drei Marktsegmenten (Quadranten): „IoT Consulting & Services“, „Managed IoT Services“ sowie „Connected Mobility Consulting & Services“. Die Studie bezeichnet Atos, Capgemini, Cognizant, IBM und Siemens in jeweils drei Quadranten als „Leader“ sowie Accenture und Bosch in jeweils zwei Quadranten. Daneben wurden HCL und NTT Data in zwei Quadranten als sogenannte „Rising Stars“ bezeichnet. Dies sind nach Definition von ISG Unternehmen mit „vielversprechenden Portfolios“ und „hohem Zukunftspotenzial“. Wipro wurde in einem Quadranten als Rising Star ausgezeichnet.

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