Digitalisierung bringt mehr Frauen in Top-Jobs

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Frauen nutzen die Chancen der Digitalisierung, um im Beruf aufzusteigen und den Karriereabstand zu ihren männlichen Kollegen zu verringern, so eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture in 31 Ländern zum Weltfrauentag am 8. März. Eine hohe Digital Fluency, also digitale Kompetenzen sowie neue berufliche Möglichkeiten durch Digitalisierung, hilft besonders Frauen dabei, ihre Karriereaussichten zu verbessern und die nötigen Voraussetzungen für den beruflichen Aufstieg zu schaffen.

Die Studie „Getting to Equal: How Digital is Helping Close the Gender Gap at Work" zeigt für alle untersuchten Länder einen ausgeprägten Zusammenhang zwischen einer hohen Digital Fluency von Frauen und ihrem Bildungsniveau sowie ihren Berufsaussichten. In 16 der 31 untersuchten Länder erreichen Frauen ein höheres Bildungsniveau als Männer – unter anderem, weil sie digitale Technologien effektiver nutzen. Zudem eröffnen sich neue berufliche Chancen für Frauen, da sie Dank der Digitalisierung flexibler arbeiten können und stärker von neuen Berufsbildern profitieren. Männer ziehen daraus zwar ebenfalls Vorteile im Job, doch laut Studie hat Digital Fluency einen wesentlich stärkeren Einfluss auf die Karrierechancen von Frauen.

Im Vergleich aller untersuchten Länder belegt die Schweiz einen der mittleren Plätze, sowohl was die Digital Fluency (Platz 10), das Bildungsniveau (Platz 19) als auch die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten (Platz 8) von Frauen betrifft. Gerade bei der für die zukünftigen Karrierechancen von Frauen so wichtigen Digital Fluency sind die Niederlande, die skandinavischen Länder und die USA führend, während Schwellenländer wie die Philippinen, Indien und Indonesien auf den letzten Plätzen landen.

Die Beschäftigungsfähigkeit von Frauen hingegen ist ausgezeichnet – hier erreicht die Schweiz den ersten Platz unter den 31 Ländern. Sie bemisst, wie viele Frauen erwerbstätig sind und ob digitale Technologien flexibleres Arbeiten ermöglichen sowie den Einstieg, Verbleib oder Wiedereintritt von Frauen in die Arbeitswelt begünstigen. In der Schweiz gaben knapp 20 Prozent mehr Männer als Frauen an, digitale Technologien zu nutzen, um Arbeit zu finden und sich auf sie vorzubereiten (53 Prozent gegenüber 31 Prozent). Insgesamt hat die Studie aber ergeben, dass bei gleichen digitalen Fähigkeiten Frauen sich diese besser bei der Arbeitssuche zu Nutze machen als Männer. 35 Prozent der in der Schweiz befragten Männer und Frauen sind überzeugt, dass digitale Technologien eine bessere Work-Life-Balance ermöglichen und 51 Prozent glauben, dass die Digitalisierung den Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten erhöht hat.

Das Berechnungsmodell zeigt weiterhin: Wenn Regierungen und Unternehmen die Geschwindigkeit verdoppeln, mit der Frauen digital kompetent werden, könnte Geschlechtergleichheit am Arbeitsplatz in den Industriestaaten bereits im Jahr 2040 erreicht werden, also 25 Jahre schneller als bei der jetzigen Entwicklung. Während Digital Fluency Frauen zwar dabei hilft, in ihrer Karriere schneller voranzukommen, ist es noch nicht gelungen, den Abstand zu Männern in Führungspositionen deutlich zu verringern oder den Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern auszugleichen. „Die Frauen des 21. Jahrhunderts sind ausgezeichnet ausgebildet. Wir wissen, dass sie die Chancen, die mit der Digitalisierung verbunden sind, effektiv für sich nutzen“, sagt Dr. Susanne Maria Schmidt, Managing Director Financial Services und verantwortlich für die Women Initiative bei Accenture Schweiz. „Alle Unternehmen brauchen den natürlichen Karriereerfolg von Frauen. Denn ihre digitalen Fähigkeiten werden im Arbeitsalltag immer wichtiger. Auch dadurch werden Frauen bei Karriere und Bezahlung zu ihren männlichen Kollegen aufschliessen.“