Die Schweizer Digitalbranche gilt als Innovationsmotor doch eine neue Studie sieht wachsende Bremsen durch Regulierung und starre Förderstrukturen.
Neun von zehn befragten Unternehmen der Schweizer ICT Branche bezeichnen sich als innovativ. Das zeigt die Teilstudie "New Innovation Models in Switzerland" für den Sektor Information und Kommunikationstechnologien. Besonders Software und Hardware Entwicklungen sowie servicebasierte Modelle wie SaaS, PaaS und CaaS treiben laut Bericht die Innovationsdynamik. Auch KI und leistungsfähigere Hardware spielen eine zentrale Rolle. Doch der Befund hat eine zweite Seite. Die Studie warnt, dass die Innovationskraft an Tempo verlieren könnte. Als Belastung nennt sie vor allem die wachsende Regulierungsdichte. Komplexe Vorgaben, häufige Anpassungen und Rechtsunsicherheit erhöhen Kosten und administrativen Aufwand. Besonders KMU geraten dadurch unter Druck. Öffentliche Innovationsförderung wird im ICT Bereich vergleichsweise zurückhaltend genutzt. Innosuisse wird zwar als kompetente Partnerin wahrgenommen, gleichzeitig kritisieren Unternehmen die Feedbackkultur bei abgelehnten Anträgen, die Begleitung während Projekten und fehlende Unterstützung beim Aufbau tragfähiger Geschäftsmodelle, insbesondere im Bereich KI. Der Branchenverband Swico fordert deshalb bessere Rahmenbedingungen. Dazu zählen administrative Entlastungen bei der Förderung, bessere Bedingungen für Startup Finanzierungen sowie eine technologieoffene und praxistaugliche Regulierung. Ziel müsse es sein, Innovation nicht durch Detailvorgaben zu steuern, sondern über klare Governance und Risikomanagement Ansätze zu ermöglichen. Die Studie wurde vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation in Auftrag gegeben und von FHNW, Universität St Gallen, EPFL und ETH/KOF erarbeitet. (lfa)