Covid-19-Pandemie und Nachhaltigkeit steigern Relevanz der IT

Bild: Pixabay/PatoLenin

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Angetrieben durch die grossen Umbrüche, die Pandemie und Klimawandel in Wirtschaft und Gesellschaft auslösen, erweitert sich die Rolle der IT: In der Krisenbewältigung haben sich die IT-Abteilungen bewährt. Mehr Unternehmen erkennen ihren Wert – und passen ihre strategischen Ziele der digitalen Transformation an. Das zeigt der Future IT Report 2021 von Campana & Schott und der Universität Duisburg-Essen.

Die Zufriedenheit der Kunden und die Verbesserung der Qualität sind nun die wichtigsten Ziele bei der digitalen Transformation. Mit 92% bzw. 91% werden sie häufiger genannt als die Effizienzsteigerung durch automatisierte Prozesse (87%). Erstmals übersteigen die Kundenbedürfnisse die internen Anforderungen. Auch hier kommt die IT stärker zum Tragen: In 60% der Unternehmen entwickeln die IT-Abteilungen eigene Produkte oder sind an der Technologieentwicklung beteiligt. Drei Viertel sagen, dass die IT-Abteilungen für zukünftige Krisenbewältigung relevanter geworden sind.

IT als zentraler Enabler für nachhaltiges Wirtschaften

Zudem kommt das Thema Nachhaltigkeit immer stärker im Unternehmensalltag an und ist bei 74% der Unternehmen bereits mit klaren Zielsetzungen verbunden. Der Brückenschlag zur digitalen Transformation steht allerdings noch aus: Obwohl 83% der Befragten sicher sind, dass sie ihre Nachhaltigkeitsziele durch Digitalisierung schneller erreichen können, betrachten mehr als zwei Drittel Nachhaltigkeitsziele und digitale Transformation unabhängig voneinander. „Covid-19 und der zunehmende Fokus auf Nachhaltigkeit haben einen spürbaren Einfluss auf die Rolle der IT in Unternehmen. Während viele stetig Fortschritte bei der Digitalisierung machen, stehen sie erst am Anfang einer viel langfristigeren Transformation. IT wird ein zentraler Enabler für nachhaltiges Wirtschaften werden“, sagt Prof. Dr. Frederik Ahlemann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Strategisches IT-Management an der Universität Duisburg-Essen. Inzwischen befinden sich viele Unternehmen in der sogenannten Growing-Phase der digitalen Transformation, in der Geschäftsprozesse und Strukturen technologisch erneuert und die Breite des Unternehmens adressiert werden. Die vorangegangene Seeding-Phase mit der Erprobung digitaler Technologie ist weitgehend abgeschlossen.

Was ein rasches Fortschreiten erschwert

Während Unternehmen zunehmend ihre Ziele bei der digitalen Transformation erreichen, ergeben sich gleichzeitig neue Herausforderungen: Die Erwartungen der Kunden steigen, den Mitarbeitenden fehlt in der Breite das Digitalisierungs-Know-how und sie stehen Veränderungen häufig ablehnend gegenüber. Das liegt daran, dass Unternehmen in der Growing-Phase ihre Digitalisierungsprojekte in Gänze ausrollen und nicht mehr nur die Innovationsteams und eine kleine Auswahl von Mitarbeitenden involviert sind. Als grösste Schwierigkeit identifizieren über zwei Drittel der Befragten die gesetzlichen Anforderungen zu Datenschutz und -sicherheit. Genau wie im vorhergehenden Future IT Report 2020 gehört diese Hürde zusammen mit der Komplexität der IT-Infrastruktur (61%) zu den grössten Hindernissen der digitalen Transformation. Dichtauf folgen nötige Investitions- bzw. Betriebskosten, die 60% der Führungskräfte als zu hoch empfinden. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich diese Angaben sogar noch erhöht. „Komplexität und Investitionen als grösste Hindernisse sind nicht verwunderlich, da die digitalen Transformationsprojekte meist gemeinsam mit dem Business on-top durchgeführt werden. Zudem kommen auch neue Anwendungen und Technologien zum Einsatz“, erläutert Sven Kreimendahl, Director Business Technology Services bei Campana & Schott, und empfiehlt: „Mit umfassender Standardisierung und Automatisierung in der Core-IT wird nicht nur die Komplexität, sondern auch die Anfälligkeit beispielsweise für Cyberattacken reduziert. Und natürlich werden IT-Kosten, zumindest im Commodity-Bereich, verringert.“

Digitale Transformation bedroht nicht länger das Geschäftsmodell

Data Analytics (84%) und Cloud (84%) sind weiterhin die relevantesten Technologien, während die anfängliche Euphorie für KI abklingt. Rund drei Viertel der Unternehmen sind auch der Meinung, über ausreichende Expertise zu Data Analytics und Cloud zu verfügen. Dennoch stellen speziell die Einführung und Durchsetzung einer übergreifenden Cloud-Governance (66%), die Integration der Cloud in die bestehende IT (64%) und das strategische Multi-Cloud-Management (60%) grosse Herausforderungen dar. Dass die digitale Transformation das eigene Geschäftsmodell bedroht, befürchtet nur noch jeder Zehnte – wohingegen im vergangenen Jahr noch jeder Fünfte bangte. Die Hälfte der Befragten hat sich bereits in neuen Märkten positioniert. Ein gutes Instrument für Erfolge bleiben Kooperationen: Zwei Drittel setzen bei der digitalen Transformation auf die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen. 84% tun dies, um ihre Geschwindigkeit zu erhöhen. „Kooperationen sind gut geeignet, um die eigene Innovationskraft zu stärken – vor allem mit Forschungsinstitutionen, Hochschulen und Universitäten sowie Start-ups und Beratungsunternehmen“, sagt Sebastian Obermeier, Co-Lead Business Area Future IT. Für kleinere Unternehmen empfiehlt sich eine Netzwerkbildung mit anderen, um die Einstiegshürden der digitalen Transformation zu senken.

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