Eine internationale DSAG-Umfrage zeigt: SAP-Kunden setzen klar auf hybride IT. Cloud wächst, doch viele Firmen zögern wegen Kosten, Datenschutz und komplexen Altsystemen.
Laut einer gemeinsamen Umfrage der SAP-Anwendergruppen aus DACH, USA, Grossbritannien und Japan nutzen mehr als zwei Drittel der Unternehmen bereits Cloud-Services für Anwendungen, Workloads oder Datenspeicherung. Im deutschsprachigen Raum nutzen 76 Prozent der DSAG-Mitglieder solche Lösungen meist in hybrischen Szenarien. Trotz steigender Cloud-Nutzung bleibt die Skepsis hoch. Viele Unternehmen verfügen über gewachsene On-Premises-Systeme, legen Wert auf Datenschutz und fürchten Abhängigkeiten. 49 Prozent der DSAG-Mitglieder sorgen sich vor Vendor-Lock-in, 45 Prozent vor Sicherheits- und Datenschutzrisiken in der Public Cloud. Die S/4HANA-Landschaften sind weiterhin stark On-Premises geprägt. 55 Prozent der DSAG-Mitglieder betreiben S/4HANA lokal, nur 4 Prozent setzen auf die Public Cloud. Private-Cloud-Editionen gewinnen an Bedeutung: 18 Prozent nutzen sie, 35 Prozent planen Projekte. Rund ein Drittel der Befragten ist mit der neuen Business Suite vertraut, doch es fehlt an Klarheit zu Roadmap, Support-Zeitachsen sowie Lizenz- und Preismodellen. Bei der Business Data Cloud bestehen ebenfalls deutliche Wissenslücken – insbesondere bei Integration und Kosten. DSAG-Vorstand Jens Hungershausen fordert mehr Wahlfreiheit, transparente Lizenzmodelle und klarere Migrationspfade: Unternehmen müssten selbst bestimmen können, ob sie SAP-Systeme On-Premises, in der Private Cloud oder der Public Cloud betreiben. Die Umfrage bestätigt: Der Trend zeigt in Richtung Cloud, doch viele Firmen wählen bewusst hybride Wege und modernisieren ihre SAP-Landschaften Schritt für Schritt. (aso)