Cloud-Dienste befeuern den Markt in Europa

Bild: 123rf/Fractal

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Die wachsende Akzeptanz von cloudbasierten Diensten forciert die Entwicklung des europäischen IT- und Business-Services-Marktes. Dabei schloss die EMEA-Region das zweite Quartal mit einem neuen Rekord bei den As-a-Service-Ausgaben ab. Dies meldet der aktuelle EMEA ISG Index auf Basis der neuesten Zahlen der Sourcing-Branche.

Der EMEA ISG Index erfasst Outsourcing-Verträge mit einem jährlichen Vertragsvolumen (Annual Contract Value, ACV) von mindestens 4,2 Millionen Euro (5 Millionen US-Dollar). Im zweiten Quartal lag das Volumen des Gesamtmarkts, der sowohl As-a-Service-Leistungen als auch Managed Services umfasst, bei 5,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres, das pandemiebedingt eher schwach verlief, entspricht dies einem Anstieg von 31 Prozent. Im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres lag das Wachstum bei 4 Prozent. Damit bewegt sich der Gesamtmarkt nun das dritte Quartal in Folge oberhalb der Marke von 5 Milliarden Euro, wobei das aktuelle Quartal den bisherigen Rekordwert aus dem vierten Quartal 2020 nur knapp verfehlte. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgaben für cloudbasierte As-a-Service-Lösungen um 41 Prozent auf einen Rekordwert von 2,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem ersten Quartal erfolgte ein Plus von 15 Prozent. Der As-a-Service-Bereich macht damit 46 Prozent des gesamten Marktes für IT- und Business-Services in Europa aus – auch dies ein Rekordwert. Innerhalb des As-a-Service-Segments stieg das Infrastructure-as-a-Service-Geschäft (IaaS) um 47 Prozent auf einen Rekordwert von 1,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorquartal bedeutet dies eine Zunahme von 18 Prozent. Gleichzeitig nahm die Nachfrage nach Software-as-a-Service-Leistungen (SaaS) um 27 Prozent auf einen neuen Höchststand von 609 Millionen Euro zu. Im Vergleich zum Vorquartal belief sich das Wachstum damit auf 5 Prozent.

Vertragsvolumen wächst

Mit einem Vertragsvolumen von 2,9 Milliarden Euro verzeichneten Managed Services einen Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Im Vergleich zum bisherigen Höchststand im vierten Quartal 2020 war dies der zweite Rückgang in Folge. Gegenüber dem eher schwachen zweiten Quartal des Vorjahres stieg die Nachfrage aber um 23 Prozent. Mit insgesamt 217 Verträgen erreichte die Anzahl der Geschäftsabschlüsse einen Höchstwert, wobei eine Vielzahl von Geschäften im mittleren Bereich zwischen 20 und 40 Millionen US-Dollar lagen. IT-Outsourcing (ITO) erzielte einen ACV von 2,4 Milliarden Euro, ein Plus von 18 Prozent. Im Business Process Outsourcing (BPO) wiederum lag das Volumen der Vertragsabschlüsse bei insgesamt 515 Millionen Euro, ein Anstieg von 54 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr 2021 erzielte der europäische Markt für IT- und Business-Services einen ACV-Rekordwert von 10,4 Milliarden Euro, eine Steigerung um 25 Prozent. As-a-Service erreichte 4,6 Milliarden Euro, ebenfalls ein neuer Höchststand und gleichzeitig ein Plus von 27 Prozent. Auch Managed Services schlossen das Halbjahr mit einem neuem Rekord ab und erzielten mit 5,8 Milliarden Euro ein Plus von 23 Prozent. Innerhalb der As-a-Service-Sparte erreichte IaaS den neuen Höchststand von 3,4 Milliarden Euro, ein Anstieg von 33 Prozent. Im SaaS-Bereich betrug der neue Rekordwert 1,2 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent. Mit 353 Transaktionen und einem Halbjahres-ACV von insgesamt 4,9 Milliarden Euro erreichte das ITO-Segment des Managed-Services-Markts ebenfalls eine neue Bestmarke. Hier betrug die Zunahme 18 Prozent, wobei sich die Teilbereiche ADM (Application Development & Maintenance) und Infrastruktur als besonders stark erwiesen. BPO lag bei insgesamt 955 Millionen Euro, ein Plus von 60 Prozent. Als wesentlicher Treiber erwies sich die gestiegene Nachfrage nach Finanz-, Buchhaltungs- sowie Engineering-Diensten.

Wichtige Vertragsabschlüsse

Zu den grössten Auftragsvergaben des zweiten Quartals im Bereich IT-Outsourcing zählte der von ISG beratenene Abschluss, den HCL mit einem multinationalen Öl- und Gasunternehmen erzielte. Zudem ging TietoEVRY einen Dreijahresvertrag über 200 Millionen Euro mit der DNB Bank in Norwegen ein. Zu den herausragenden Abschlüssen im BPO-Bereich gehörten in diesem Quartal der Vertrag von Cognizant mit einem britischen Fahrzeughändler über die Neugestaltung seiner Finanz- und Buchhaltungsinfrastruktur sowie ein Dreijahresvertrag von Capita mit Tesco Mobile im Bereich Kundenmanagement. Zudem erreichte die ISS Group eine zweijährige Vertragsverlängerung mit Rolls Royce. Im IaaS-Bereich schloss GCP einen grossen Vertrag mit LVMH ab, um neue cloudbasierte KI- und maschinelle Lernlösungen zu entwickeln. Desweiteren unterschrieb AWS einen Vertrag mit Ferrari, um dessen offizieller Cloud-, Machine Learning- und KI-Anbieter zu werden. Im SaaS-Segment schloss Microsoft Dynamics-365-Verträge mit der ABN AMRO Bank und BMW ab sowie Power BI-Vereinbarungen mit Daimler, AB InBev, Dentsu und Swiss Re. Sanofi schloss einen Vertrag mit Microsoft zur Nutzung von Teams.

Ergebnisse nach Ländern

Im europäischen Managed-Services-Umfeld wuchs der französische Markt im zweiten Quartal am stärksten, und zwar um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf ein ACV von insgesamt 249 Millionen Euro. Grossbritannien und Irland, der grösste Einzelmarkt für Managed Services in Europa, erzielte im zweiten Quartal ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei lag das Vertragsvolumen bei insgesamt 973 Millionen Euro. Im DACH-Markt entfielen im zweiten Quartal insgesamt 679 Millionen Euro auf den Bereich Managed Services, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Skandinavien lag der Vergleichswert bei 341 Millionen Euro, ein Anstieg von 15 Prozent. Einzig in den Benelux-Staaten sowie in Südeuropa gab es Rückgänge beim Managed-Services-ACV gegenüber dem Vorjahr.

Weltweiter Ausblick 2021

ISG erwartet, dass der Markt für cloudbasierte Dienste (IaaS und SaaS) im Jahr 2021 weltweit um 21 Prozent zulegen wird. Somit erhhöht ISG seine im ersten Quartal erstellte Wachstumsprognose um drei Prozentpunkte. Für Managed Services hebt ISG die Jahresprognose ebenfalls an. Diese beläuft sich nun auf 9 Prozent Wachstum, während sie im ersten Quartal 2021 noch bei 5 Prozent gelegen hatte.

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