CEOs blicken optimistisch in die Zukunft

Bild: Pexels/Andrea Piacquadio

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Die CEOs der grössten Unternehmen der Welt und in der Schweiz schauen laut dem KPMG CEO Outlook 2021 positiv in die Zukunft. Obwohl die Delta-Variante die Rückkehr zur Normalität verlangsamt, ist das Vertrauen der Führungskräfte in die Weltwirtschaft auf das Niveau vor der Pandemie zurückgekehrt. Cyber-, Lieferketten- und Klimarisiken werden als grösste Bedrohung für das Unternehmenswachstum gesehen.

Der neuste CEO Outlook von KPMG mit mehr als 1'300 befragten CEOs weltweit zeigt, dass 60% der Führungskräfte die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft in den nächsten drei Jahren positiv beurteilen. Anfang des Jahres waren noch 42% dieser Ansicht. Nur knapp jeder zehnte CEO erwartet, dass sich Wachstumsaussichten negativ entwickeln werden.

Anorganisches Wachstum als Schlüssel zum Erfolg

Die Aussicht auf eine stärkere Weltwirtschaft veranlasst CEOs, in Expansion und Geschäftstransformation zu investieren, wobei 69% der leitenden Angestellten anorganische Wachstumsstrategien wie Joint Ventures, Mergers & Acquisitions (M&A) sowie strategische Allianzen fokussieren. Auf globaler Ebene gaben 24% der CEOs an, dass Mergers & Acquisitions in den nächsten drei Jahren der wichtigste Pfeiler für das Unternehmenswachstum sein werden. Bei den Führungskräften von Schweizer Unternehmen sehen dies nur 12% so; sie setzen hingegen stärker auf Joint Ventures. So gaben 24% der hiesigen Führungskräfte an, Joint Ventures als wichtigste Wachstumsstrategie zu verfolgen, während dies nur bei 11% der CEOs weltweit der Fall ist. Obwohl eine Mehrheit der Führungskräfte M&A nicht als wichtigsten Treiber für ihr Unternehmenswachstum sehen, ist der Appetit nach Unternehmenskäufen und Fusionen global wie auch in der Schweiz trotzdem gross: 87% der Führungskräfte weltweit gaben an, in den nächsten drei Jahren Akquisitionen tätigen zu wollen, um das Wachstum und die Transformation ihres Unternehmens zu unterstützen. In der Schweiz planen gar sämtliche befragten CEOs, sicher oder wahrscheinlich Firmen(-anteile) hinzukaufen zu wollen.

Grösste Wachstumsrisiken in der Lieferkette

Als grösste Wachstumsrisiken sehen die globalen Führungskräfte Cyber-, Lieferketten- und Klimarisiken (je 12% der Nennungen). Die CEOs in der Schweiz gewichten diese Risiken sogar noch höher. So gab knapp ein Viertel der Führungskräfte in der Schweiz an, dass Risiken in der Lieferkette die grösste Bedrohung für das Unternehmenswachstum darstellen würden, gefolgt von Cyberrisiken (20% der Nennungen) sowie Klima- und Regulierungsrisiken (je 16% der Nennungen). Die Risiken in der Lieferkette scheinen in der Schweiz tatsächlich grösser zu sein als im globalen Durchschnitt: 76% der CEOs in der Schweiz gaben an, dass ihre Supply Chain über die letzten 18 Monate verstärktem Druck ausgesetzt gewesen sei. Global waren es nur 56%. Als Gegenmassnahme setzen hiesige CEOs hauptsächlich auf die regionale Diversifizierung ihrer Wertschöpfungskette (47% der Angaben; global 30%), während CEOs global auch Onshoring, also die Verlagerung von Wertschöpfungsschritten ins Inland, in Betracht ziehen (19% der Angaben). In der Schweiz scheint Onshoring bei den Führungskräften kein Thema zu sein (0% der Angaben). Das disruptive Potenzial von neuen Technologien hingegen beurteilen die CEOs mehrheitlich als Chance und weniger als Bedrohung (76% Zustimmung). Dies trifft auf die CEOs von Schweizer Unternehmen in besonderem Masse zu: 96% sehen in der technologischen Disruption eine Chance für das eigene Unternehmen.

Gestiegenes Informationsbedürfnis zu ESG-Themen

Zunehmend erfolgskritisch für Unternehmen ist die Adressierung von sozialen und ökologischen Themen über das eigene Kerngeschäft hinaus. 58% der CEOs weltweit schätzen das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit nach ESG-Themen als gross bis sehr gross ein. Bei den CEOs von Schweizer Unternehmen sind es gar 68%. Während die CEOs weltweit vor allem die institutionellen Investoren als treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sehen, ist es nach Ansicht der CEOs in der Schweiz vor allem der Regulator. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von ESG ist die Bereitschaft der Führungskräfte hoch, in firmeneigene Programme für nachhaltigeres Wirtschaften zu investieren. Nur 5% der Befragten gaben an, keine Mittel in solche Programme zu stecken.

Reduktion der Büroflächen rückt in den Hintergrund

Die Coronapandemie hat nicht nur die Chancen und Risiken von Unternehmen verändert, sondern auch die Art, wie und wo die Mitarbeitenden ihren Wertbeitrag leisten. Entgegen den Aussagen von letztem Jahr haben nur 21% der CEOs weltweit angegeben, die Büroflächen ihres Unternehmens reduziert zu haben bzw. reduzieren zu wollen (in der Schweiz 12%). Ein starker Kontrast zur Befragung von 2020: damals gaben 69% der globalen Führungskräfte an, den physischen Fussabdruck verkleinern zu wollen. Die Reduktion der Büroflächen steht demnach nicht mehr Vordergrund. Die Führungskräfte konzentrieren sich stattdessen darauf, ihren Mitarbeitern mehr Flexibilität zu bieten und die Vorteile aus beiden Welten, d.h. der Büro- und Heimarbeit, zu kombinieren. So gaben 37% der globalen Führungskräfte an, ein hybrides Arbeitsmodell für ihre Mitarbeitenden implementiert zu haben bzw. implementieren zu wollen. In der Schweiz gaben gar 52% der Führungskräfte an, ein solch hybrides Modell zu fahren bzw. einzuführen.

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