Ein Forschungsprojekt der FH Graubünden zeigt, wie ein KI Dialogsystem Unternehmen hilft, Risiken datenbasierter Projekte frühzeitig zu erkennen und besser zu bewerten.
Datenbasierte Projekte und der Einsatz von künstlicher Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten, bringen aber auch rechtliche, ethische und gesellschaftliche Fragen mit sich. Ein Forschungsprojekt der Fachhochschule Graubünden untersucht, wie Unternehmen solche Risiken systematischer erkennen können. Laut Studie weisen rund zwei Drittel der befragten Verantwortlichen sogenannte blinde Flecken auf, also Aspekte, die bei der Bewertung möglicher Folgen übersehen werden. Im Zentrum steht ein KI gestütztes Dialogsystem, das als digitaler Sparringspartner eingesetzt wird. Mitarbeitende beschreiben ihre Vorhaben in einem Chat, worauf die generative KI gezielte Rückfragen stellt. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse zu strukturieren und potenzielle Risiken sichtbar zu machen. Die KI trifft dabei keine eigenen Entscheidungen, sondern dient als Analysehilfe. Projektleiter Prof. Dr. Christian Hauser betont, dass die Verantwortung weiterhin bei den handelnden Personen bleibt. Das von Innosuisse geförderte Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich und vier Schweizer Unternehmen. Insgesamt wurden rund 1100 Personen befragt, die an datenbezogenen Entscheidungen beteiligt sind. Bei PostFinance wurde das System bereits getestet und in bestehende Prozesse integriert, unter anderem für Compliance und Data Governance. Ein begleitendes Handbuch steht Unternehmen zur Verfügung, um den Umgang mit ethischen Fragen rund um KI strukturierter anzugehen. (aso)