World Hearing Day: Smarte Strategien für inklusive Bildung

03. März 2020
Viele Studierende mit Hörverlust oder Hörminderung erhalten nicht die nötige Unterstützung, um ihr Potenzial voll zu entfalten und von Bildungsangeboten zu profitieren Viele Studierende mit Hörverlust oder Hörminderung erhalten nicht die nötige Unterstützung, um ihr Potenzial voll zu entfalten und von Bildungsangeboten zu profitieren Bild: Sennheiser

    Am 3. März ist World Hearing Day – dieser Tag geht auf eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück, mit der das Bewusstsein für die Prävention von Hörverlust und Hörminderung geschärft und die Hörgesundheit weltweit gefördert werden sollen.

    Das Motto beinhaltet eine wichtige Botschaft: Laut der WHO leben schätzungsweise 466 Millionen Menschen – das sind 6,1 % der Weltbevölkerung – mit einem Hörverlust. Oft kann eine Hörschädigung dazu führen, dass Betroffene von einer gleichberechtigten Teilhabe ausgeschlossen sind. Der Bildungsbereich spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Im weiteren Kontext von Menschen mit Behinderungen stellt UNICEF fest, dass „nahezu 50 % der Kinder mit einer Behinderung nicht zur Schule gehen, im Vergleich zu 13 % der Kinder gleichen Alters ohne Behinderung“. Diese Situation setzt sich auch in der Hochschulbildung fort. Viele gehörlose und hörgeschädigte Studierende haben es schwer, Bildungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen, da sie nicht die nötige Unterstützung erfahren.

    Es gibt jedoch Möglichkeiten, diese Lücken durch inklusive Bildungsansätze zu schliessen und Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten Seite an Seite zu unterrichten. Für solche Initiativen bedarf es konsequenter Interessensvertretung, gesetzlicher Richtlinien und passender Weiterbildungen. Aber so überraschend es zunächst klingen mag, auch Smartphone-Technologie kann einen Beitrag zu inklusiver Bildung leisten.

    Barrierefrei mit dem eigenen Smartphone
    Barrierefreiheit von und durch Smartphones ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema geworden. Die jüngsten Generationen von iOS und Android erleichtern es Nutzern mit eingeschränktem Seh-, Hör- oder Mobilitätsvermögen, die entsprechenden Endgeräte zu bedienen. Als persönliche Assistenten, die immer und überall aktiv sind, bieten Smartphones ihren Nutzern auch die Möglichkeit, auf neue Art und Weise mit der Aussenwelt zu interagieren. Auf einer einfachen Ebene geschieht das zum Beispiel durch die Verlagerung von Dienstleistungen in den Online-Bereich: Smartphones machen Online-Shopping oder Online-Kommunikation für Menschen mit Hörschädigung überall schnell zugänglich.

    Dazu kommen Anwendungen, die Audioinformationen übersetzen: So gibt es zum Beispiel Apps, die Sprache in Echtzeit transkribieren oder sogar in Gebärdensprache anzeigen. Oder auch Apps, die wichtige Geräusche oder Signale wie Türklingeln erkennen und sie durch Blinken auf dem Smartphone anzeigen. Was diese Smartphone-Apps auszeichnet, ist ihre Kombination aus Nutzerfreundlichkeit, Konnektivität und Rechenleistung. Genau diese Eigenschaften erweisen sich auch in der Bildung als mögliche Treiber von inklusiven Lernstrukturen.

    Bring Your Own Device (BYOD) in der Bildung 
    Die hohe Nutzerfreundlichkeit und Verbreitung von Smartphones macht sich auch die inklusive Lösung MobileConnect von Sennheiser zunutze, die hörgeschädigten Menschen den Zugang zu Hochschulbildung erleichtern will.

    MobileConnect ist eine Streaming-Lösung zur Hörunterstützung, die von Universitäten wie der Royal Society of Medicine (UK) und der Freien Universität Berlin genutzt wird. Studierende können damit hochwertigen Ton ganz einfach über ihr Smartphone empfangen. MobileConnect wandelt dazu die Mikrofonsignale des Dozenten in einen Audiostream um, der über das Campus-WLAN abgerufen werden kann. Die Smartphones der hörgeschädigten Studierenden werden so zu Audioempfängern, über die mittels Kopfhörer, Cochlea-Implantat oder Hörgerät die Vorlesung mitverfolgt werden kann – nahezu verzögerungsfrei.

    Die MobileConnect-App für das Smartphone besitzt einen so genannten „Personal Hearing Assistant“, dessen Kompressor-Algorithmen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) entwickelt wurden. Damit lässt sich der Ton intuitiv an den eigenen Hörverlust anpassen und eine optimale Sprachverständlichkeit erzielen.

    Im Gegensatz zu klassischen Hörunterstützungssystemen, die zum Beispiel mit Induktionsschleifen arbeiten, setzt MobileConnect ganz auf Mainstream-Technologien wie WLAN und Smartphones, um qualitativ hochwertige Hörunterstützung zu gewährleisten. Diese Lösung hat sich als ideal für Universitäten bewährt, die meist rechtlich verpflichtet sind, barrierefreie Lösungen anzubieten, jedoch häufig Schwierigkeiten haben, diese auf dem gesamten Campus anzubieten, weil sich viele Hörsäle nur schwer mit neuer Technologie nachrüsten lassen.

    „MobileConnect bietet effektive Hörunterstützung auf sehr einfache Weise über WLAN und das persönliche Smartphone der Studierenden”, erklärt Jakub Kolacz, Manager Product und Commercialization bei Sennheiser Streaming Technologies. „Studierende müssen nicht in einem bestimmten Bereich sitzen oder einen speziellen Empfänger verwenden, sondern können ihren Sitzplatz im Hörsaal frei wählen – das ist echte Inklusion.“

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