UNHCR vertraut auf Accenture

19. Mai 2015

    Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) arbeitet gemeinsam mit Accenture an der Einführung eines biometrischen Technologiesystems für die Registrierung und Verifizierung der Identität von Flüchtlingen weltweit. 

    Gemäss den Bestimmungen eines Drei-Jahres-Vertrags, der nach einem wettbewerbsintensiven Ausschreibungsverfahren geschlossen wurde, wird UNHCR das Biometric Identity Management System (BIMS) von Accenture im Rahmen aller globalen Aktivitäten von UNHCR einsetzen. Das System erfasst und archiviert Fingerabdrücke, Daten der Regenbogenhaut des Auges sowie Gesichtsbilder von Individuen. Dadurch kann diesen Personen, bei denen es sich häufig um nicht erfasste Einwanderer handelt, ein alleiniges persönliches Identitätsprotokoll ausgestellt werden.

    UNHCR hat bereits begonnen, das BIMS in Flüchtlingscamps in Thailand und im Tschad einzusetzen. Die Ausweitung des Systems auf den Tschad wird die Registrierung und formelle Identifikation von 450‘000 Personen in mehr als 19 Flüchtlingslagern ermöglichen. Bis dato wurden 2015 die Identitäten von mehr als 100‘000 Bewohnern im Tschad und mehr als 120‘000 Personen in neun Flüchtlingslagern in Thailand verifiziert. Das System kann ca. 2‘500 Erfassungen pro Tag vornehmen. Das BIMS nutzt die Unique Identity Service Platform (UISP), eine von Accenture entwickelte Software, die in Verbindung mit dem derzeit genutzten Fallmanagementsystem von UNHCR eingesetzt wird. BIMS verknüpft Verifizierungsstationen in den Niederlassungen und Camps von UNHCR weltweit mit einer zentralen biometrischen Datenbank in Genf. Zudem wird Accenture für UNHCR die fortlaufende Systemwartung sowie Anwenderschulungen für das System durchführen.

    „Bei ihrer Flucht über Grenzen lassen Flüchtlinge häufig ihre persönlichen Papiere zurück – oder diese gehen unterwegs verloren oder werden von Behörden konfisziert“, sagt Steven Corliss, Leiter für Programm- und Management-Support von UNHCR. „Mit dem biometrischen Identitätsmanagementsystem von Accenture nutzen wir eine fortschrittliche Technologie zur Sicherstellung und Wahrung der Identität von Flüchtlingen ab dem Zeitpunkt, an dem sie von UNHCR registriert werden, bis sie eine Lösung finden, indem sie entweder in ihre Heimat zurückkehren, sich in das Land, in dem sie Zuflucht gefunden haben, integrieren, oder sich in einem neuen Land niederlassen“. Marc van der Net, Managing Director Accenture Schweiz, sagt: „Dies ist ein grossartiges Beispiel dafür, wie wir digitale Innovation zur Verbesserung der Lebensumstände von Menschen nutzen und die Welt wirklich verbessern können. Durch die Anwendung neuer Technologien in der biometrischen Erfassung und dem gross angelegten Identitätsabgleich, wird das BIMS UNHCR dabei behilflich sein, Flüchtlinge zu registrieren und zu identifizieren und die Bereitstellung von Hilfsmassnahmen gegenüber jenen Menschen, die diese am notwendigsten benötigen, zu kanalisieren“.

    Eine frühe Version des BIMS wurde Ende 2013 trotz logistischer und technischer Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung einer Stromversorgung sowie einer Geräte- und Online-Konnektivität in entlegenen Regionen erstmals erfolgreich im Flüchtlingscamp Dzaleka in Malawi eingesetzt. Im Rahmen dieses Pilotprogramms, das über einen Zeitraum von vier Wochen lief, liessen mehr als 17‘000 Personen ihre biometrischen Daten erfassen und ihre Identitäten verifizieren. Die Ergebnisse des Pilotprogramms dienten als Beleg für die Durchführbarkeit einer biometrischen Verwaltung unter für die Erfassung biometrischer Daten herausfordernden Feldbedingungen. „Nach Prüfung der Ergebnisse des Tests in Malawi und nach der Unterbreitung von Verbesserungsvorschlägen, gehen wir nun einen Schritt weiter und nutzen ein einheitliches globales Biometriksystem für das Flüchtlingshilfswerk, das unter vielfältigen und herausfordernden Umgebungsbedingungen schnell, intuitiv, sicher, mobil und beständig ist“, sagt Doug Green, Chief Information Officer von UNHCR. „Wir haben nun damit begonnen, das System global einzusetzen, zunächst in Thailand und im Tschad“. Accenture arbeitet im Rahmen der Projekte mit anderen Anbietern zusammen, u.a. WCC Smart Search & Match, Green Bit, GenKey, Warwick Warp, IriTech, SmartSensors und Cognitec. Hier erfahren Sie mehr über das globale Public Safety Business und Delivering Public Service for the Future von Accenture.

    www.unhcr.org

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