Die KI ist noch im Wartezimmer

Bild: Pixabay/arturdrobniak

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Das Gesundheitswesen nutzt das Potenzial von Künstlicher Intelligenz bei weitem noch nicht aus. Das hat nicht zuletzt die Corona-Krise gezeigt. Prozessautomatisierungs- und KI-Spezialist Pegasystems zeigt auf, wo es noch hakt.

In vielen Lebensbereichen wird das grosse Potenzial von Künstlicher Intelligenz längst noch nicht voll ausgeschöpft. Zu diesen Bereichen zählt auch das Gesundheitswesen – das hat die Covid-19-Pandemie noch einmal überdeutlich vor Augen geführt. Systemische Lücken wie isolierte Datenpools oder uneinheitliche Datenformate haben an vielen Stellen schnellere Erkenntnisse und kürzere Reaktionszeiten verhindert. Aber auch über Corona hinaus fehlt es dem Gesundheitswesen an wichtigen Grundlagen für den optimalen Einsatz von KI. Diese Technologie ermöglicht es, grosse Mengen klinischer Daten zusammenzuführen und zu analysieren – und so eine ganzheitliche Sicht auf die Patienten und eine integrierte personalisierte Gesundheitsversorgung zu realisieren. Dafür sind aber noch einige zentrale Voraussetzungen zu schaffen. Pegasystems erläutert, welche das sind.

  1. Datenpools im Sinne der Offenen Wissenschaft aufbauen. KI kann ihre Stärken nur ausspielen, wenn dem Gesundheitswesen viele qualitativ hochwertige Daten zur Verfügung stehen. Aktuell bestehen aber noch viele isolierte Datensammlungen in verschiedenen Einrichtungen wie Praxen, Kliniken oder Behörden. Es braucht Open Data, die von allen Beteiligten genutzt und verbreitet werden dürfen. In einem hochsensiblen Bereich wie dem Gesundheitswesen müssen diese Daten selbstverständlich anonymisiert werden, um die Persönlichkeitsrechte der Patienten zu schützen.
  2. Länderübergreifende Standards erarbeiten. Damit die offenen Datenpools in der medizinischen Forschung möglichst effizient eingesetzt werden können, sollten sie über Ländergrenzen hinweg nutzbar sein. Dafür muss das internationale Gesundheitswesen gemeinsame Standards und Austauschformate schaffen. Sie wären auch bei der grenzüberschreitenden Behandlung von Patienten hilfreich. Mit ihnen könnten Ärzte, die Urlauber oder Geschäftsreisende im Ausland akut behandeln, Zugang zu fachlichen Details und wichtigen Erkenntnissen erhalten.
  3. Gesundheitssystem konsequent digital vernetzen. Vor allem beim Stellen richtiger Diagnosen kann KI eine wichtige unterstützende Funktion einnehmen. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist aber eine vollständige Sicht auf alle relevanten Faktoren und die Anamnesen der Patienten – über alle behandelnden Ärzte und Einrichtungen hinweg. Die digitale Gesundheitsakte, die sämtliche Stakeholder zu ganzheitlichen Leistungsbündeln zusammenfasst, muss deshalb konsequent ausgebaut und erweitert werden. Sie sollte die komplette „Patienten-Journey“ von der Anamnese bis zur Behandlung, Nachsorge und Abrechnung abbilden.
  4. Ethische KI-Grundsätze entwickeln und verankern. Sind Datensätze, mit denen Algorithmen lernen, stark verzerrt, besteht die Gefahr, dass Einzelne oder bestimmte Gruppen benachteiligt werden. Zudem entscheiden KI-basierte Systeme nach Wahrscheinlichkeiten und definierten Regeln, nutzen aber keine moralischen Wertekanons. Sowohl in der Gewinnung der Erkenntnisse als auch in deren Anwendung sollten der KI deshalb sinnvolle, mit den gesellschaftlichen Normen in Einklang stehende Grenzen gesetzt werden.
  5. Breite Aufklärungsarbeit leisten. Viele Menschen haben nach wie vor grosse Berührungsängste mit KI. Sie nehmen KI als unkontrollierbare und deshalb furchteinflössende Blackbox wahr. Eine Demystifizierung von KI ist deshalb dringend erforderlich. Natürlich kann und muss nicht jeder gleich ein Data Scientist werden. Aber die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts sollte zumindest über ein grundlegendes Verständnis für diese Technologie verfügen. Diese Basis kann durch entsprechende Aufklärung in Schule, Ausbildung und Studium gelegt werden. Das würde auch die Berührungsängste von Patienten mindern.

„In der Corona-Krise hat das Gesundheitswesen viele Chancen verschenkt, die ihm Künstliche Intelligenz bietet“, sagt Florian Lauck-Wunderlich, Project Delivery Leader bei Pegasystems. „Daraus sollte die Branche die richtigen Lehren ziehen und die vorhandenen Lücken schliessen. Dann kann Künstliche Intelligenz den Post-Covid-Alltag in den Gesundheitseinrichtungen optimal unterstützten und eine effektivere Behandlung von Krankheiten ermöglichen.“

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