Atos Security Day: Brauchen mehr digitale Souveränität

23. November 2015

    Rund 130 geladene Gäste aus verschiedenen Schweizer und internationalen Unterneh-men tauschten sich am 18. November 2015 im Gottlieb Duttweiler Institut zu den aktuellen Herausforderungen in Sachen Informationssicherheit aus. Zehn Referenten beleuchteten Aspekte der «Digitalen Souveränität» – und sorgten damit für einigen Gesprächsstoff. 

    Bis zum Ende des Jahrzehnts werden weltweit voraussichtlich 50 Milliarden Menschen, Dinge, Bauteile und Prozesse über das Internet verbunden sein. Die Vernetzung der physischen Welt ermöglicht signifikante Effizienzsteigerungen, stellt zugleich aber auch enorme technische Herausforderungen – zum Beispiel die immer grösser werdende Bedrohung aus dem Cyberspace. Um die «Digitale Souveränität» zu gewährleisten, werden innovative und vertrauenswürdige Lösungen benötigt. Atos ist als internationaler IT-Dienstleister und zertifizierter Security-Provider führend im Thema Cyber-Security. Daher rief Atos bereits im Jahr 1999 den «Security Day» ins Leben. Das Interesse an dieser Fachtagung – dieses Jahr zum Thema «Digitale Souveränität»– steigt kontinuierlich.

    Eine Bestandsaufnahme, künftige Trends und Cyber-Threat-Management
    Die Welt steht vor einer digitalen Revolution – und die geht uns alle an. Immer grössere Datenmengen werden in immer schnellerem Tempo gesammelt. Immer komplexere Probleme erfordern immer umfassendere Lösungen. Walter Kägi, CEO der Atos Schweiz, appellierte in seiner Begrüssungsrede an Unternehmen und Privatpersonen, sich mit der omnipräsenten digitalen Transformation auseinanderzusetzen. Über eine Kombination aus der von Walter Kägi geforderten digitalen Achtsamkeit und einschlägigen Lösungsansätzen referierten Martin Kuppinger, Gründer von KuppingerCole Research und Thierry Winter, CTO von Evidian. Sie präsentierten künftige Trends zum Cyberschutz, wie beispielsweise Real Time Security Intelligence. Warum die Identität in einer vernetzten Welt zur zentralen Grösse wird und wie Daten-spuren, Verhaltensmuster und Stimmungen analysiert werden und so den Menschen manipulierbar machen können, erklärte Karin Frick vom Gottlieb Duttweiler Institut. In einem Beispiel aus der Praxis zeigte danach der Chief Information Security Officer der Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG), wie eine innovative Vereinigung von Biometrie und Single-Sign-On schliesslich eine Erhöhung der Sicherheitsstufe in den Genfern Spitälern ergab.

    Kombinierte Ansätze, IAM-Perspektiven und die Rolle des Militärs
    Die derzeit zu beobachtende Explosion von Rechenpower und Datenmengen eröffnet in vielerlei Hinsicht völlig neue Möglichkeiten. Big Data sind wohl das Öl des 21. Jahrhunderts, ermöglichen aber auch eine globale Massenüberwachung. Und so sprach Prof. Dr. Dirk Helbling von der ETH Zürich darüber, dass eine einzelne Lösung niemals hinreichend sein könne, die ehrenhafte Nutzung dieser Daten zu kontrollieren. Stattdessen schlug er die Diskussion über eine Demokratie 2.0 an, die das einzelne Individuum dafür wappnen solle, mit der eigenen «digitalen Souveränität» umzugehen.

    Warum diese Aufgabe nicht von der Armee übernommen werden kann, erklärte Riccardo Sibilia, Chef Cyber-Bedrohungsanalyse bei der Schweizer Armee. Der Staat stelle zwar verschiedene Mittel zur Verfügung, wie z. B. die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani). Und obwohl das Militär permanent in der Lage sei, Cyber-Bedrohungen zu erkennen, sich zu schützen und diese abzuwehren, liege die Verantwortung für den unmittelbaren Schutz der kritischen Informationsinfrastrukturen in erster Linie in der Eigenverantwortung der Betreiber.

    Zukunftsperspektiven
    Eine Zusammenfassung des Tages lieferte Enno Hoffmann in seiner Schlussrede. Die Kontrolle der immer wachsenden Datenmengen ist ein fragiles, immer anspruchsvolleres Unterfangen. Und ebenso, wie mit der Masse an Informationen deren kritischer Faktor steigt, steigt die Gefahr des Missbrauchs. Es obliegt nun der Verantwortung des Einzelnen, sich hinreichend abzusichern. Patentrezepte gibt es keine. Hingegen können spezialisierte Unternehmen wie Atos punktuell auf die jeweilige Situation zugeschnittene Lösungen erarbeiten – wie zuletzt mit einer integrierten IAM-Lösung an der ETH Zürich.

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