Mobile Cybergefahr in der Schweiz wächst

03. August 2015

    Laut dem russischen Anbieter von Anti-Viren-Software Kaspersky hat das Unternehmen im letzten Quartal weltweit fast sechs Millionen Angriffe von Banktrojanern abgewehrt. Dabei stand im Untersuchungszeitraum auch die Schweiz im Visier der Cyberkriminellen. 

    So wurden im zweiten Quartal durchschnittlich 4,2 Prozent der Schweizer Nutzer von Kaspersky-Lösungen über Banking-Trojaner attackiert. Die Schweiz ist damit nach Singapur (5,3 Prozent) weltweit das zweitbeliebteste Ziel für über das Internet verbreitete Finanzschädlinge. Zudem ist in der Schweiz im weltweiten Vergleich die Wahrscheinlichkeit über einen mobilen Banktrojaner attackiert zu werden höher als in vielen anderen Ländern. So wurden zwischen April und Juni 3,09 Prozent aller Schweizer Kaspersky-Nutzer, die mobil attackiert wurden, über einen mobilen Banktrojaner angegriffen. Das ist weltweit der zehnthöchste Wert in dieser Kategorie. Diese Ergebnisse gehen aus dem aktuellen Malware-Report von Kaspersky Lab für das zweite Quartal 2015 hervor.

    „Bei unseren Analysen der Cyberbedrohungen für das zweite Quartal fällt auf, dass die meisten Länder, deren Nutzer mobil oder konventionell durch Finanzschädlinge angegriffen werden, technologisch führend sind“, sagt Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab. „Zudem findet sich in diesen Ländern oftmals auch ein gut entwickeltes Bankensystem, was die Aufmerksamkeit der Cyberkriminellen zusätzlich auf sich zieht.“

    Cyberbedrohungen im Finanzbereich beschränken sich derzeit allerdings nicht ausschliesslich auf Schadprogramme, die Kunden von internetbasierten Banksystemen angreifen. Im zweiten Quartal 2015 gingen neben Banking-Malware (83 Prozent) neun Prozent der Finanzbedrohungen von Bitcoin Miners aus; dabei handelt es sich um Schadprogramme, welche die Rechnerkapazität des infizierten Computers nutzen, um Bitcoins illegal zu erzeugen. Hinzu kommen Programme zum Diebstahl von Bitcoin-Wallets (6 Prozent) sowie auf Finanzdaten spezialisierte Keylogger (2 Prozent).

    Allein im zweiten Quartal 2015 identifizierte Kaspersky Lab 291.800 neue mobile Schadprogramme. Das sind 2,8-mal mehr als im ersten Quartal 2015.  Zudem gab es zwischen April und Juni eine Million schädliche Apps, über die mobile Schädlinge – meist über Drittanbieter-Stores – auf die Geräte der Nutzer geschmuggelt werden. Das stellt einen Anstieg um das Siebenfache im Vergleich zum Vorquartal dar.

    Kunden von mobilem Banking sind ein immer beliebteres Ziel mobiler Bedrohungen. Laut Kaspersky Lab ist die jüngste Version des Schädlings Trojan-SMS.AndroidOS.OpFake.cc in der Lage, 114 einzelne Banking- und Finanzanwendungen zu attackieren, das sind viermal mehr Anwendungen als im vorangegangen Quartal. Das Hauptziel des Android-Trojaners: Diebstahl von Zugangsdaten der Nutzer, um unter anderem mehrere bekannte E-Mail-Anwendungen anzugreifen. Die Top-10 der in der Schweiz grassierenden mobilen Schädlinge für das zweite Quartal 2015 hat Kaspersky Lab vor kurzem veröffentlicht.

    Neben dem Einsatz einer professionellen Virenschutzlösung wie Kaspersky Internet Security – Multi-Device sollten sich Anwender an die generellen Sicherheitsstandards im Internet halten: ihre Geräte und Konten mit starken Passwörtern schützen, keine Anwendungen und Daten von unsicheren Quellen wie Drittanbieter-Stores oder Sharing-Plattformen herunterladen, alle genutzten Betriebssysteme und Programme immer mit angebotenen Updates versorgen sowie ihre Geräte regelmässig auf aktuelle Cybergefahren überprüfen.

    Der komplette Malware-Report von Kaspersky Lab für das zweite Quartal ist können Sie hier herunterladen.

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