Blended Attacks auf dem Vormarsch

14. Mai 2019
Durchschnittliche Zeitspanne in Stunden, die benötigt wird, bevor ein Eindringling und seine Attacke im Firmennetzwerk entdeckt werden.   Durchschnittliche Zeitspanne in Stunden, die benötigt wird, bevor ein Eindringling und seine Attacke im Firmennetzwerk entdeckt werden. Bild: Sophos

    Das Auskundschaften leicht zugänglicher Systeme und das Öffnen der virtuellen Eingangstür übernimmt der Computer-Bot, gleich im Anschluss kommt der Cyberkriminelle höchstpersönlich zum Einsatz: Er leistet die Feinarbeit, um grösstmöglichen Profit durch die Infiltrierung eines Unternehmensnetzwerkes zu erzielen.

    Sobald die Bots potenzielle Ziele identifiziert haben, nutzen Cyberkriminelle ihr Wissen, um Opfer auf der Grundlage von sensiblen Daten, des geistigen Eigentums, des Potenzials für hohe Lösegeldzahlungen oder des Zugriffs auf andere Server und Netzwerke auszuwählen. Die letzten Schritte werden im Anschluss manuell durchgeführt: der Einbruch und das Erkunden des Systems im Stealth-Modus, um den Angriff möglichst effektiv abzuschliessen. Schlussendlich können Angreifer so wichtige Daten stehlen und unbemerkt entkommen, Backups deaktivieren, Server verschlüsseln oder das Opfer als Startrampe für weitere Angriffe auf andere Unternehmen nutzen.

    Das IT-System spielt den Hackern in die Karten
    Der Blended-Attacks-Boom kommt nicht von ungefähr: Im Rahmen einer weltweiten Umfrage Anfang 2019 hat das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne herausgefunden, dass Cyberattacken im Schnitt erst nach 13 Stunden entdeckt wurden – in Deutschland durchschnittlich nach elf Stunden. Mehr als genug Zeit also für die Kriminellen, sich in aller Ruhe im System umzuschauen und Schaden anzurichten. Oftmals steht allerdings schon die reine Information über einen potenziellen virtuellen Einbruch gar nicht zur Verfügung. Dieses fehlende Monitoring in Unternehmensnetzwerken spielt den Hackern ebenfalls in die Karten. 17 Prozent weltweit wissen laut Umfrage nicht, wie lange die Gefahr bereits im Unternehmen war, in Deutschland sind es 16 Prozent. Last but not least können 20 Prozent aller international befragten IT-Manager, die im vergangenen Jahr einer oder mehrerer Cyberattacken ausgesetzt waren, nicht genau bestimmen, wie die Angreifer in die Umgebung gelangt sind. In Deutschland bestätigten dies 21 Prozent der Befragten.

    Do it yourself ist auch bei Hackern en vogue
    „Blended Attacks waren lange Zeit eine Spielart nationalstaatlichen Angreifer. Heute wird diese Angriffsform zur alltäglichen Praxis, schlicht weil sie profitabel ist. Einen wesentlichen Unterschied gibt es allerdings. Nationalstaatliche Angreifer neigen dazu, innerhalb des Netzwerks zu verbleiben. Der gewöhnliche Cyberkriminelle hingegen sucht nach Möglichkeiten, schnelles Geld zu machen“, sagt Michael Veit, Security-Experte bei Sophos. „Die meiste Malware ist inzwischen automatisiert, so dass es für Angreifer einfach ist, Unternehmen mit schwachen Sicherheitsvorkehrungen zu finden und dann Hand-to-Keyboard-Hacking-Techniken einzusetzen, um so viel Schaden wie möglich zu verursachen. Ein probates Gegenmittel gegen Blended Attacks bietet die EDR-Technologie. Mit ihr werden potenzielle Bedrohungen dank Machine Learning automatisch erkannt und priorisiert. Das erspart eine Menge Arbeit und wirkt der chronischen Zeitnot in IT-Abteilungen konsequent entgegen.“

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