Gooligan hackt über 1 Million Google-Konten

01. Dezember 2016
Gooligan hackt über 1 Million Google-Konten © Check Point

    Security-Lösungsanbieter Check Point entdeckt eine neue Variante einer Android-Malware, mit der die Sicherheit von über einer Million Google-Konten verletzt wird.

    Die neue Malware-Kampagne namens Gooligan rootet Android-Geräte und stiehlt die auf ihnen gespeicherten E-Mail-Adressen und Authentifizierungs-Tokens. Diese Informationen ermöglichen Angreifern den Zugriff auf die sensiblen Daten der Nutzer von Gmail, Google Photos, Google Docs, Google Play und G Suite. 

    „Dieser Diebstahl von über einer Million Google-Kontodaten ist beispiellos und stellt die nächste Stufe der Cyberangriffe dar“, sagt Michael Shaulov, Leiter Produktmanagement und Produktmarketing für Cloud- und Mobilsicherheit bei Check Point. „Wir erleben gerade eine Strategie-Verlagerung der Hacker, die jetzt Mobilgeräte ins Visier nehmen, um an die auf ihnen gespeicherten sensiblen Daten heranzukommen.“

    Check Point hat sich mit Informationen zu dieser Kampagne sofort an das Google-Sicherheitsteam gewandt. „Wir schätzen die Partnerschaft mit Check Point, wir arbeiten zusammen, um diese Aspekte zu verstehen und Massnahmen zu ergreifen. Als Teil unserer laufenden Bemühungen zum Schutz der Nutzer vor der Ghost Push-Malwarefamilie haben wir zahlreiche Schritte unternommen, um unsere Nutzer zu schützen und die Sicherheit des Android-Ökosystems insgesamt zu verbessern“, sagt Adrian Ludwig, Director of Android Security bei Google. Zusammen mit anderen Massnahmen hat Google die betroffenen Nutzer kontaktiert und die Token wiederrufen; die Apps, die mit der Ghost Push-Familie in Verbindung gebracht wurden, aus Google Play entfernt und neue Schutzmechanismen in ihre Verify Apps Technologie eingebaut.

    Das Mobile-Security-Forschungsteam von Check Point begegnete dem Gooligan-Code erstmals im vergangenen Jahr, und zwar in der bösartigen SnapPea-App. Im August 2016 tauchte die Malware mit einer neuen Variante wieder auf und hat seitdem mindestens 13‘000 Geräte pro Tag infiziert. Rund 57 Prozent dieser Geräte befinden sich in Asien, 9 Prozent in Europa. Hunderte der gefährdeten E-Mail-Adressen werden mit Unternehmen weltweit in Verbindung gebracht. Die Infektion beginnt, sobald ein Nutzer eine mit Gooligan infizierte App auf ein gefährdetes Android-Gerät herunterlädt und installiert oder im Rahmen von Phishing-Angriffen auf bösartige Links in Nachrichten klickt.

    Check Point bietet ein kostenloses Online-Tool, mit dem Android-Nutzer überprüfen können, ob ihr Konto gehackt wurde. „Stellt sich heraus, dass Ihr Konto gehackt wurde, ist eine einwandfreie Installation eines Betriebssystems auf Ihrem Mobilgerät erforderlich. Dieser komplexe Vorgang wird Flashing genannt, und wir empfehlen Ihnen, Ihr Gerät abzuschalten und sich an einen zertifizierten Techniker oder Ihren Mobildienstanbieter zu wenden, der Ihr Gerät neu flasht“, ergänzt Shaulov.

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