Interpol jagt Online-Betrüger

Bild: Pexels/Ron Lach

Security
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Bei einer weltweiten Aktion gegen Internetbetrug wurden 5’811 Personen festgenommen und 293 Millionen Dollar abgefangen.

Interpol hat bei einer gross angelegten Aktion gegen Online-Betrug Tausende Verdächtige festnehmen lassen. An der Operation «First Light 2026» beteiligten sich 97 Länder und Territorien. Im Fokus standen Social-Engineering-Betrug und damit verbundene Geldwäsche. Die Bilanz ist happig: 5’811 Festnahmen, mehr als 142’000 identifizierte Opfer und abgefangene Vermögenswerte im Umfang von 293 Millionen Dollar. Zudem wurden 152’808 Fälle analysiert, 31’014 Bankkonten blockiert und 15’606 Verdächtige identifiziert. Social Engineering ist der alte Trick im digitalen Gewand: Kriminelle knacken nicht zuerst Systeme, sondern Menschen. Sie erschleichen Vertrauen, setzen Opfer unter Druck oder gaukeln falsche Identitäten vor. Dazu gehören Business-E-Mail-Compromise, Sextortion, Liebesbetrug, Identitätsdiebstahl und Anlagebetrug.

Die Aktion lief vom 15. Januar bis 30. April 2026. Behörden gingen gegen Hauptverdächtige vor, durchsuchten Standorte, liessen Konten und Wallets sperren und nutzten Interpol-Fahndungsinstrumente wie Notices und Diffusions. Insgesamt wurden 99 solcher Hinweise veröffentlicht. Ein wichtiges Werkzeug war der Zahlungsstopp über Interpols Global Rapid Intervention of Payments. Damit sollen illegale Geldflüsse schnell blockiert werden, bevor Gelder über Konten, Zahlungsdienste oder Krypto-Wallets verschwinden. Genau dort entscheidet sich oft, ob Opfer ihr Geld noch einmal sehen oder ob es endgültig in den Kanälen organisierter Banden verschwindet.

Interpol warnt, dass Social-Engineering-Betrug längst kein Randphänomen mehr ist. Die Täter arbeiten international, arbeitsteilig und professionell. Für Unternehmen bleibt besonders Business-E-Mail-Compromise gefährlich: Eine gefälschte Rechnung, eine manipulierte Zahlungsanweisung, ein scheinbar vertrauter Absender, und schon landet Geld auf dem falschen Konto. Die Operation zeigt aber auch: Betrugsnetzwerke lassen sich nur dann wirksam treffen, wenn Ermittler schnell über Grenzen hinweg handeln. Denn die Opfer sitzen oft in einem Land, die Täter in einem zweiten, die Konten in einem dritten und die Infrastruktur irgendwo dazwischen. (aso)

Wir verwenden Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind für den Betrieb der Website von wesentlicher Bedeutung, während andere uns dabei helfen, diese Website und die Benutzererfahrung zu verbessern (Tracking-Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie Cookies zulassen möchten oder nicht. Bitte beachten Sie, dass Sie möglicherweise nicht alle Funktionen der Website nutzen können, wenn Sie sie ablehnen.