Ein Cyberangriff legte am Wochenende Produktions- und Handelssysteme von Jaguar Land Rover lahm. Der Vorfall wurde am 2. September 2025 bekanntgegeben.
Am Wochenende hat ein Cyberangriff die Systeme von Jaguar Land Rover getroffen und grosse Teile der Produktion sowie das Händlernetzwerk zum Stillstand gebracht. Der Autobauer bestätigte am 2. September den Vorfall offiziell. Besonders betroffen war das Werk im britischen Solihull. Auch Händler in Grossbritannien konnten Fahrzeuge zeitweise weder registrieren noch ausliefern. Das Unternehmen, das seit 2008 zum indischen Tata-Motors-Konzern gehört, versucht derzeit einen kontrollierten Neustart seiner IT. Wann der Betrieb wieder voll läuft, ist offen. Nach bisherigen Angaben gibt es keine Hinweise darauf, dass Kundendaten abgeflossen sind. Der Vorfall zeigt, wie stark moderne Fertigung und Vertrieb von reibungslos funktionierenden IT-Systemen abhängig sind. Fällt die Technik aus, stehen nicht nur Bänder still, sondern auch Händlerprozesse und Lieferketten geraten ins Stocken. Für Jaguar Land Rover kommt der Angriff zur Unzeit: Der Konzern kämpft ohnehin mit Verzögerungen bei neuen Elektro-Modellen. Ein längerer IT-Ausfall könnte die Engpässe verschärfen und zusätzlich das Vertrauen von Händlern und Zulieferern belasten. Experten betonen, dass Cyberattacken in der Industrie zunehmend auf Störung und Chaos abzielen, weniger auf den Diebstahl von Daten. Für die Autobranche heisst das: Neben Elektrifizierung und Design wird auch Cyberresilienz zum entscheidenden Faktor für die Zukunft. (lfa)