Der Sicherheitsanbieter Nordvpn hat 52,4 Milliarden gestohlene Cookies in Infostealer-Daten gefunden.
Wer heute ein aktives Sitzungs-Cookie klaut, braucht oft kein Passwort mehr, weil er sich direkt als bereits angemeldeter Nutzer ausgeben kann. Ausgewertet wurden historische Infostealer-Daten aus einem Jahr. In den Datensätzen tauchten Cookies 4,6-mal häufiger auf als Passwörter, Dateien und Zahlungskartendaten zusammen. Der Trick dahinter heisst Session-Hijacking. Angreifer übernehmen ein aktives Sitzungs-Cookie und umgehen damit den normalen Login. Das macht gestohlene Browserdaten besonders wertvoll. Getroffen hat es nicht nur Bank- oder Business-Konten. In den Daten fanden sich auch alltägliche Plattformen wie Google, Facebook, Microsoft, Instagram, Discord, Netflix und Roblox. Genau das macht den Befund so unangenehm: Der Angriff zielt auf den Browser-Alltag. Auch die DACH-Region taucht deutlich auf. Deutschland kommt auf rund 670 Millionen gefundene Cookies und liegt weltweit auf Platz 18. Österreich erreicht rund 66,5 Millionen, die Schweiz rund 48 Millionen. Besonders heikel: Fast 96 Prozent der Infektionen traten laut Nordvpn auf Geräten mit aktiver Sicherheitssoftware auf. Klassischer Schutz hilft also nicht immer, wenn ein Infostealer bereits im Browser sitzt und Sitzungsdaten abgreift. Nordvpn-CTO Marijus Briedis beschreibt den Wandel als Angriff auf den «digitalen Schlüssel, der bereits im Schloss steckt». Nutzer sollten sich bei nicht benötigten Konten abmelden, den Browser-Cache regelmässig leeren und verdächtige Sitzungen schnell beenden. Ausgewertet wurden historische Infostealer-Cookie-Daten aus dem Zeitraum 9. Juni 2025 bis 8. Juni 2026. Die Zahlen beziehen sich auf Cookie-Datensätze, nicht auf einzelne Nutzer, Geräte oder Infektionen. (lfa)