Die Zukunft des Standorts Schweiz entscheidet sich längst auch in Rechenzentren, Cloud-Plattformen und der Digitalpolitik.
An der Generalversammlung 2026 machte der Wirtschaftsverband Swico klar, worum es aus Sicht der Branche geht: künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Cloud, Datenpolitik und digitale Souveränität sind keine Randthemen mehr, sondern zentrale Standortfaktoren. Präsident Adrian Müller verwies auf die wachsende Dynamik rund um künstliche Intelligenz. Der weltweite KI-Boom verändere nicht nur Geschäftsmodelle und Wissensarbeit, sondern treibe auch massive Investitionen in Rechenzentren an. Gleichzeitig verschärften sich Engpässe bei Chips, Infrastruktur und Kosten. Swico-CEO Jon Fanzun stellte die politische Dimension in den Vordergrund. Unternehmen siedelten sich dort an, wo leistungsfähige Netze, verlässliche Rechenzentren, Zugang zu Cloud- und KI-Infrastruktur, digitale Fachkräfte und berechenbare regulatorische Rahmenbedingungen vorhanden seien. Kritisch sieht der Verband deshalb politische Tendenzen zu regulatorischen Sonderregeln. Genannt wurden die laufende Diskussion um KI-Regulierung sowie die Revision der Verordnung zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs. Auch EPFL-Forscher Marcel Salathé zeichnete ein differenziertes Bild. Die Schweiz sei bei KI-Talenten international stark positioniert und mit dem Forschungsprojekt Apertus auch technologisch sichtbar. Gleichzeitig könnten Engpässe bei Rechenkapazität, Energie und Datenzugang darüber entscheiden, ob aus Forschung langfristig wirtschaftliche Wirkung entsteht. Die Generalversammlung bestätigte Präsident Adrian Müller im Amt und wählte Remo Noser, CEO von Noser Engineering, neu in den Vorstand. (lfa)