Schweizer KMU sind wieder etwas optimistischer

13. Oktober 2015

    Nach dem Allzeittief im Vorquartal hat sich die Stimmung unter den exportorientierten Schweizer KMU etwas gebessert. Der Indikator der Exportperspektiven von Switzerland Global Enterprise (S-GE) ist knapp über die Wachstumsschwelle gestiegen. Die KMU geben in der Umfrage von S-GE an, vermehrt in neue, attraktive Exportmärkte vorstossen zu wollen. 

    Das Credit Suisse Exportbarometer zeigt eine robuste Nachfrage aus dem Ausland. Die etwas weniger angespannte Wechselkurssituation dürfte dazu führen, dass Schweizer Unternehmen stärker von diesen Nachfrageimpulsen profitieren können als in den ersten drei Quartalen dieses Jahres. Bettina Rutschi, Senior Economist bei der Credit Suisse sagt: «Eine verstärkte Nachfrage nach Schweizer Produkten kommt derzeit vor allem aus der Eurozone, Grossbritannien und den USA. Zudem zeichnet sich bei der Wechselkurssituation eine gewisse Entspannung ab. Während der Schweizer Franken im laufenden Jahr zeitweise die Parität zum Euro erreichte, pendelt der Kurs inzwischen um CHF 1.10 pro EUR. Angesichts der nur schleppenden Konjunktur und der Preisrückgänge auf breiter Front kauft die Schweizerische Nationalbank (SNB) unserer Meinung nach derzeit regelmässig Fremdwährungen, um den Franken zu schwächen. Die Volumen sind aber gering.»

    Alberto Silini, Leiter Beratung bei Switzerland Global Enterprise, sagt: «Die Schweizer KMU gehen mit vorsichtiger Hoffnung ins letzte Quartal 2015. Dabei dürfte der etwas bessere Franken-Euro-Kurs eine  Rolle spielen. Ob dies eine echte Trendwende für die Exporteure darstellt, werden die nächsten Monate zeigen. Der  Kosten- und Margendruck ist aber nach wie vor hoch. Gleichzeitig gewinnt die Su-che nach neuen, lukrativen Exportmärkten auf der Agenda der Exporteure immer mehr an Bedeutung. Damit stellen sie sich langfristig so auf, dass sie Währungs- und Konjunkturrisiken besser ausgleichen können. Diversifizierung ist das beste Krisenmanagement.»

    Alle Details zum KMU-Exportindikator finden Sie in der Broschüre hier zum Download. Der Exportindikator für das erste Quartal 2016 wird am 19. Januar 2016 versendet.

    Methodik Credit Suisse Exportbarometer
    Das Credit Suisse Exportbarometer nutzt die Abhängigkeit der Schweizer Exporte von der Nachfrage auf den ausländischen Exportmärkten. Zur Konstruktion des Exportbarometers werden wichtige Vorlaufindikatoren für die Industrie in den 28 wichtigsten Abnehmerländern zusammengetragen. Diese Indikatoren haben in der Regel einen Prognosehorizont von ungefähr einem bis zwei Quartalen. Die Werte dieser Vorlaufindikatoren werden mit dem Exportanteil des jeweiligen Landes gewichtet. Das Exportbarometer verdichtet diese Informationen zu einem einzigen Indikator. Da es sich um standardisierte Werte handelt, wird das Exportbarometer in Standardabweichungen angegeben. Die Nulllinie entspricht der Wachstumsschwelle. Das langfristige Durchschnittswachstum der Schweizer Exporte von knapp 5% liegt bei 1.  
    Für ausführlichere Informationen: Credit Suisse (2009), Aussenhandel Schweiz – Fakten und Trends, Swiss Issues Branchen, verfügbar unter www.credit-suisse.com/research.

    Methodik KMU-Exportperspektiven von Switzerland Global Enterprise
    Die KMU-Exportperspektiven basieren auf der quartalsweisen Befragung von über 200 Unternehmen aus einem festen Panel von Schweizer KMU, welche die Branchen Pharma/Chemie, Maschinenbau, Konsumgüter, Metallindustrie, Papier, Elektrotechnik, Präzisionsindustrie und Dienstleistungen repräsentieren. Die KMU geben an, ob sie für das laufende und für das kommende Quartal einen Zuwachs, eine Stagnation oder einen Rückgang ihrer Exporte erwarten. Um den Prognosecharakter der KMU-Exportperspektiven zu betonen, wird die erwartete Exportaktivität im folgenden Quartal mit 60% gewichtet, während die Exporte im laufenden Quartal mit 40% gewichtet werden. Der KMU-Exportindikator kann einen Wert zwischen 0 und 100 erreichen, wobei Werte zwischen 0 und 50 einen erwarteten Rückgang der Exporte und Werte von 50 bis 100 ein erwartetes Exportwachstum signalisieren. Über die Angaben zum Exportvolumen hinaus liefern die Teilnehmer weitere Informationen, beispielsweise zu den Gründen für die Veränderung ihres Exportvolumens, den Exportmärkten usw. Diese Angaben liefern ein aussagekräftiges Bild der Exportaktivitäten der Schweizer KMU.

     

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