Rechtsmediziner erhalten wichtige Informatik-Auszeichnung

05. Oktober 2015
Professor Dr. Michael Thali, Direktor des Rechtsmedizinischen Instituts der Universität Zürich und Leiter des Virtopsy-Teams Professor Dr. Michael Thali, Direktor des Rechtsmedizinischen Instituts der Universität Zürich und Leiter des Virtopsy-Teams Foto: UZH

    Wer die TV-Serie „CSI“ sieht, hat „Virtopsy“ im Einsatz gesehen. Aber weiss kaum, dass die weltweite Informatik-Revolution in der Rechtsmedizin aus der Schweiz stammt. Am 11.11. wird „Virtopsy“ mit dem Swiss ICT Special Award 2015 ausgezeichnet.

    In der Rechtsmedizin ist die Dokumentation des forensischen Befundes von zentraler Bedeutung. Sie bildet die Basis für die Diagnose und Gutachten der Rechtsmediziner, welche für die Rechtsprechung wichtige Bedeutung haben können. Das Projekt „Virtopsy“ („virtuelle Autopsie“) löst dank IT die Trennungen in der traditionellen Rechtsmedizin auf, bei welcher Kriminaltechniker zuerst den Tatort untersuchen und die Rechtsmediziner anschliessend Opfer autopsieren.

    „Virtopsy“ kombiniert heute und weltweit erstmals beide Untersuchungen in modernster 3D­Technologie: die Forensiker scannen den Tatort digital und die Rechtsmediziner das Opfer mit MRI und Computertomograf (CT), zusätzlich kommt ein Roboter zum Einsatz. So kann ein Mensch samt allen Auffälligkeiten als detaillierter 3D-Körper abgebildet werden.

    „Virtopsy“ kann in der Folge den Tatort, Täter und Opfer kombinieren und einen Tathergang in 3D­Bildern wiedergeben. Die Vorteile: Die Scans können personenunabhängig untersucht werden, man kann von Auge schwer erkennbare Verletzungen aufdecken und all dies auch Jahre später in 3D.

    Entwickelt wurde „Virtopsy“ Mitte der 1990er Jahre am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern und wird unter Leitung des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich weiterentwickelt.

    Diese neuartigen Möglichkeiten haben die Macher der US-TV-Serie „CSI“ bereits entdeckt und lösten mehrere Fälle mit „Virtopsy“. Auch immer mehr reale Strafverfolger setzen weltweit auf die Pionierleistung der Schweizer Informatik.

    Dies überzeugt die unabhängige, interdisziplinäre Fachjury des Swiss ICT Award, dem „Virtopsy“­Team einen „Special Award“ zu vergeben: „Virtopsy ist ein herausragendes Beispiel, was dank IT alles möglich ist – in einem Bereich, wo IT gar nicht vermutet wird“, so die Begründung.

    Diese prestigeträchtige Spezialauszeichnung wird am 11. November vor ca. 800 geladenen Gästen im Rahmen der Swiss ICT Award-Gala übergeben werden. An der Gala, die laut Fachmedien als „wichtigster ICT-Anlass der Schweiz“ gilt, werden insbesondere der „Swiss ICT Award 2015“ sowie der „Swiss ICT Newcomer Award 2015“ für neu entwickelte, herausragende IT-basierte Services und Produkte vergeben. Für diese zwei Awards sind noch je fünf Finalisten im Rennen. (swissICT/mc/ps)

    Der Swiss ICT Award
    Die Swiss ICT Awards zeichnen herausragende Leistungen der Schweizer ICT (Informations-und Kommunikationstechnologie) aus. Eine unabhängige, gesamtschweizerische und interdisziplinäre Jury vergibt den „Swiss ICT Award“ und den „Swiss ICT Newcomer Award“ an je einen von je fünf kandidierenden Finalisten, zudem wählt die Öffentlichkeit ihren Favoriten aus allen Nominierten. Der „Special Award“ wird von der Jury unregelmässig und ohne Kandidaturmöglichkeit vergeben.

    Veranstaltungsinformationen
    Bekanntgabe und Vergabe aller Auszeichnungen: 11.11.2015, 17 – 20 Uhr, KKL Luzern
    Es werden ca. 800 geladene Gäste aus der ICT, Wirtschaft, Forschung und Politik erwartet
    Keynote: Sascha Lobo (Querdenker, Spiegel-Online-Kolumnist)
    Website mit Finalistenporträts, Jury-Mitgliedern u.a.m.: www.swissict-award.ch
    Platin-Partner: SIX

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