Globaler Arbeitsmarkt unter Druck

29. September 2015

    Während die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in den Schwellenländern abgenommen hat, steigt sie in anderen Ländern wie der USA, Grossbritannien und anderen nordeuropäischen Ländern wieder an. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Hays Global Skills Index 2015“. Die Lage in der Schweiz scheint nach wie vor stabil – die Zukunft ist jedoch höchst ungewiss.

    Der globale Arbeitsmarkt steuert auf eine Krise zu, denn das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften kann kaum noch mit der ständig steigenden Nachfrage Schritt halten. Dies geht aus dem „Hays Global Skills Index 2015“ hervor, der heute von Hays in Zusammenarbeit mit Oxford Economics veröffentlicht wurde. Der Bericht mit dem Titel „Der Arbeitsmarkt in einer sich ständig verändernden Welt“ basiert auf einer Analyse der Beschäftigungsmärkte in 31 wichtigen Volkswirtschaften weltweit.

    Schweizer Arbeitsmarkt mit unsicherer Zukunft
    Der Schweizer Arbeitsmarkt gibt in seiner Gesamtheit gegen aussen ein im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändertes Bild ab. Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung setzen die Studienautoren allerdings grosse Fragezeichen: So hat die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank, die Franken-Euro-Untergrenze aufzuheben, zu einem beträchtlichen Einbruch der Wettbewerbsfähigkeit im Export geführt. Als Folge dürfte das BIP-Wachstum dieses Jahr von 2 auf 0,4 % sinken und gleichzeitig die Arbeitslosenquote auf 3,6 % oder höher steigen. Die grosse Unbekannte bleibt allerdings nach wie vor die anstehende Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.
    „Die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz wird sehr stark von der praktischen Umsetzung der kürzlich ratifizierten Einwanderungsreformen durch die Regierung, den entsprechenden Verhandlungen mit der EU und dem Umgang der Schweizer Unternehmen mit den Konsequenzen der Abschaffung des festgelegten CHF-EUR-Wechselkurses abhängen“, resümiert Marc Lutz, Geschäftsführer von Hays Schweiz. „Falls die Umsetzung die Schweizer Unternehmen zu sehr in der Rekrutierung von Experten aus dem Ausland einschränkt, während die Langzeitarbeitslosenquote weiterhin niedrig bleibt, könnten beträchtliche Mengen an Kapital, Investitionen und Projekten ins Ausland wandern.“

    Nachfrage nach Spezialisten in BRIC-Staaten rückläufig
    Weltweit intensiviert sich der Kampf um Fachkräfte weiterhin, und die Arbeitgeber sind wieder bereit, für Arbeitnehmer mit seltenen und begehrten Qualifikationen eine Prämie zu zahlen – eine Entwicklung, die in vielen Bereichen zu inflationären Tendenzen bei der Lohnentwicklung führt. Besonders deutlich macht sich der Arbeitskräftemangel auf Märkten bemerkbar, die im letzten Jahr ein stärkeres Wachstum verzeichnen konnten, wie z. B. die USA oder Grossbritannien und andere nordeuropäische Länder. Demgegenüber hat sich in den BRIC-Staaten, einst globale Wachstumsmotoren, die Konjunktur abgeschwächt, und die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften ist dementsprechend zurückgegangen.
    Insgesamt stehen die Beschäftigungsmärkte vor grossen Herausforderungen. Es müssen dringend geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das Unternehmenswachstum zu fördern, neue Stellen zu schaffen und den Menschen neue Beschäftigungschancen zu eröffnen. Der Staat muss sich stärker engagieren – nicht nur um die Wirtschaft in der Phase der Konjunkturbelebung zu fördern, sondern auch um den Unternehmen für einen gezielten Aufbau ihrer Belegschaft Zugang zu den von ihnen benötigten qualifizierten Arbeitskräften zu verschaffen.

    Hinweise zur Methodik
    Der „Hays Global Skills Index“ ermittelt seit 2012 für jedes Land eine Punktzahl zwischen 0 und 10 zur Messung der Spannungen, denen es auf seinem Fachkräftemarkt ausgesetzt ist. Die Punktzahl berechnet sich durch eine Analyse von sieben Kriterien, die sich auf unterschiedliche Aspekte der Arbeitsmarktdynamik beziehen und Bereiche wie Bildungsstand, Arbeitsmarktflexibilität und den Lohndruck für Fachkräfte umfassen. Eine Punktzahl oberhalb von 5,0 deutet auf einen angespannten Arbeitsmarkt hin. Für die Schweiz wurde 2015 ein Index von 4,6 errechnet.

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