Schweizer Frauenlöhne in der Informatik

24. September 2015

    Der Informatik-Fachverband swissICT hat seine jährliche Lohnumfrage auf die Unterschiede zwischen den Löhnen von Männern und Frauen ausgewertet. Resultat: die Unterschiede betragen weniger als fünf Prozent. Dies gilt auch für Kaderlöhne. Jedermann kann die neuen Zahlen bestellen, alle 42 Berufsbilder oder nur einzelne.  

    18.9% verdienen Frauen in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik BFS weniger als Männer. Wesentlich geringer – nämlich weniger als fünf Prozent – sind die Lohnunterschiede für die grosse Mehrheit der Informatikerinnen in der Schweiz. Dies ergab die diesjährige Umfrage „Saläre der ICT“ des Informatik-Fachverbands swissICT.  swissICT befragte zum 34. Mal 200 teilnehmende KMUs, Grossfirmen und staatliche Stellen zu ihren gegenwärtigen Informatiksalären. Die Auswertung der grossen Datenbasis (24‘000 Lohnnennungen, also ca. 12% aller Schweizer Informatiklöhne) zeigt:

    • In den Fach-Kompetenzstufen „Junior“, „Professional“, „Senior“, „Expert“ (S1 bis S4) betragen die Lohnunterschiede maximal 4,7 Prozent (Basis: 2‘866 Median-Löhne von Frauen, bzw. 11% aller Löhne von Informatikerinnen der Schweiz. Definitionen s. Erläuterungen S. 2).
    • Diese vier Kompetenzstufen umfassen 21‘165, bzw. 87,5 % aller erfassten Lohnnennungen. Der geringe Lohnunterschied gilt auch für Fachleute mit acht oder mehr Jahren Berufserfahrung im Fachgebiet und Kader.
    • Bestätigt wird die Aussage durch die Analyse der swissICT-Lohnumfragen 2011 bis 2014. Es zeigt sich zudem, dass die Ungleichheit stabil gering bleibt. Kompetenzstufen mit Personalführung wurden nicht ausgewertet, da die Anzahl von Frauen-Lohnnennungen keine verlässlichen Vergleiche erlauben.  

    Methodik mit Aussagekraft für die Praxis  
    Wie bei der BFS-Befragung stellt bei der swissICT-Umfrage der Arbeitgeber sicher, dass Löhne exakt angegeben werden. Im Unterschied zu andern Umfragen kann swissICT die Lohnniveaus sehr spezifisch auswerten, da nicht alle Löhne unter einer Tätigkeit „Analysieren, programmieren, Operating und Daten erfassen“ zusammengefasst werden wie z.B. beim Lohnrechner „Salarium“ des Bundes, sondern aufgeteilt in die 42 unterschiedlichen Berufsbilder wie „Applikationsentwickler“ oder „Projektleiter“.  Da das konkrete Berufsbild lohnrelevant ist, unterstützen die swissICT-Zahlen sowohl Arbeitgeber als auch Fachspezialisten und Personalvermittler praxisnah bei Salärdiskussionen. Weitere Sicherheit der Analysequalität gibt, dass moderne Umfrage-Methoden zum Einsatz kommen: es werden nur Frauen und Männer in ähnlichen Berufen und entsprechend ähnlichen Qualifikationen verglichen. Zudem bietet die Studie Lohndaten per 1.5.2015 (BFS/Salarium: 2012). 

    Zwei Versionen erhältlich: Ganze Studie sowie einzelne Berufe  
    „Saläre der ICT 2015“ ist in zwei Versionen für jedermann erhältlich: entweder als umfassende Version mit der Standardauswertung von 42 Informatikberufen (Stufen „Junior“, „Professional“ und „Senior“) oder  die Löhne einzelner Berufsbilder wie z.B. „Wirtschaftsinformatiker“. Die Zahlen sind immer in Relation zu Funktion, Branche, Alter, Unternehmensgrösse und geographische Region aussagekräftig.  

    Informatik ist attraktiv für Frauen  
    Der Anteil an Frauen in der Schweizer Informatik ist mit 13% relativ tief, doch dafür können keine Lohnunterschiede geltend gemacht werden, so das Fazit, das aus „Saläre der ICT“ gezogen werden kann. Im Gegenteil zeigt die Studie, wie attraktiv die Schweizer IT-Branche für Frauen ist. 

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