Schweiz sucht die besten Jung-Hacker

14. September 2015
Schweiz sucht die besten Jung-Hacker Foto: Swiss Cyber Storm

    Für die besten 17 junge Cyber Talente galt es vergangenes Wochenende ernst: Am Schweizer Finale der European Cyber Security Challenge 2015 in Sursee traten sie in unterschiedlichen Disziplinen zum Thema IT-Sicherheit gegeneinander an. Aus dem Wettkampf resultierte ein Team mit den 10 besten Jung-Hackern der Schweiz. Diese bilden die Nationale Delegation für die European Cyber Security Challenge, an der Teams aus sechs europäischen Ländern teilnehmen. 

    Vom vergangenen Freitag bis gestern Sonntag fanden sich im Campus Sursee 17 junge Hacker ein, um in gesicherte Computersysteme einzudringen. Was wie eine Szene aus einem Film klingt, war das Schweizer Finale der diesjährigen Cyber Security Challenge. Bei den Schülern und Studenten handelt es sich nicht etwa um Kriminelle, sondern um die besten Nachwuchstalente im Bereich IT-Sicherheit.

    Der Weg ins internationale Finale
    In kleinen Teams mussten die jungen Hacker unter Zeitdruck Sicherheitslücken in Webanwendungen finden, verschlüsselte Dokumente knacken oder sich Zugang zu einem geschützten System ergattern. Doch nicht nur das technische Geschick wurde bewertet: In die Gesamtbeurteilung flossen auch Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Präsentationsstil ein. «Es reicht nicht, ein Sicherheitsproblem nur zu finden. Eine Lösung im Team zu erarbeiten und nach aussen kommunizieren zu können ist für einen ‹guten Hacker› genauso wichtig», erklärt Ivan Bütler, Jurymitglied und Inhaber einer IT-Sicherheitsfirma.

    So besteht das Gewinnerteam nicht nur aus den besten Technik-Cracks, sondern auch aus Teilnehmern mit der besten Sozialkompetenz. Diese zehn Jungtalente bilden die Schweizer Delegation für das Europäische Finale, welches am 21. Oktober im KKL Luzern stattfinden wird. Dort gilt es für die Jugendlichen, ihre Fähigkeiten gegen Teams aus Deutschland, Österreich, England, Spanien und Rumänien unter Beweis zu stellen.

    Hacking – das etwas andere Hobby
    Voraussetzung für die Teilnahme ist, noch keine abgeschlossene höhere Ausbildung im Bereich Informatik zu haben. Ihre Kenntnisse haben sich die Teilnehmer somit grösstenteils in Ihrer Freizeit angeeignet. «Die Informatiklehre bot mir zwar eine gute Basis. Fundierte Kenntnisse im Bereich IT-Sicherheit benötigen aber viel zusätzliches Engagement. Noch heute investiere ich einen grossen Teil meiner Freizeit ins Selbststudium», erzählt der 23-jährige Finalist Christian Rybovic, der sich gerade mit einem Onlineshop selbstständig macht.

    Hacking als Freizeitbeschäftigung ist auf dem Vormarsch: «Als wir vor drei Jahren den ersten Wettbewerb durchführten, hatten wir Mühe, genügend Teilnehmer zu finden. Dieses Jahr meldeten sich über 200 Personen für die Online-Qualifikation an», erläutert Bernhard Tellenbach, Präsident des durchführenden Vereins Swiss Cyber Storm.

    Von diesem Trend profitieren auch Unternehmen und die öffentliche Hand: Die Jung-Hacker eignen sich mit ihrem Hobby nebenbei Fähigkeiten an, die auf dem Arbeitsmarkt stark gefragt sind. «Mit zunehmender Digitalisierung werden Aspekte der Informatiksicherheit immer wichtiger. Organisationen sind auf Fachkräfte angewiesen, die mit den Methoden krimineller Hacker vertraut sind. Nur so können Systeme zuverlässig abgesichert und Angriffe abgewehrt werden», erklärt Tellenbach. Dies erklärt den Erfolg der Cyber Security Challenge, die in diesem Jahr durch den Bund und namhafte Firmen unterstützt wird.

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