Salt hängt Swisscom und Sunrise ab

24. August 2015

    Salt führt neue Mobilfunkabos ein. Das neue Angebot «Plus» soll laut Mitteilung des Unternehmens günstiger als die Konkurrenz und einfacher als das bisherige Abosystem sein. Ralf Beyeler, Telecom-Experte des Internet-Vergleichsdienstes Comparis.ch hat nachgerechnet und die Abos mit den Angeboten der Mitbewerber verglichen.   

    Vier Monate nach seiner Umbenennung lanciert der Orange-Nachfolger Salt ein neues Abo-Angebot. Die Nummer drei auf dem Schweizer Mobilfunkmarkt verspricht, dass die fünf «Plus»-Abos bis zu 45 Prozent günstiger als die Produkte der Konkurrenz und zudem «massiv vereinfacht» worden seien. Ralf Beyeler, Telecom-Experte des Internet-Vergleichsdienstes Comparis.ch, hat analysiert, ob die Abos halten, was sie versprechen.  Salt vereinfacht sein Abosystem auf künftig 5 Abos statt bisher unzähliger, kaum überschaubarer Kombinationsmöglichkeiten. «Damit folgt Salt der gängigen Praxis seiner Mitbewerber. Fünf Jahre nach der Einführung ist das A-la-Carte-Menü bei den Handytarifen gestorben», sagt Experte Beyeler. 

    M-Budget und Cablecom günstiger als Salt
    Der Vergleich der neues Abos mit den Angeboten der Konkurrenz zeigt: Salt ist billiger als die beiden grossen Mitbewerber Swisscom und Sunrise. Das gilt für den Wenignutzer genauso wie für den Durchschnittsnutzer und den Vielnutzer. Allerdings fahren die Nutzer aller drei Profile noch günstiger mit den Abos von kleineren Mobilfunkanbietern. Der Durchschnittsnutzer bezahlt bei MBudget und bei UPC Cablecom 29 Franken – 10 Franken weniger als bei Salt. Eine Inland-Flatrate für Gespräche und Internet ist bei Salt am günstigsten: «Plus Swiss» kostet 59 Franken im Monat. Andere Anbieter sind erheblich teurer.  

    Endlich günstige Salt-Abos auch in Salt-Shops
    Die interessante Frage für Salt-Kunden: Wie schneiden die neuen gegenüber den alten Abos ab? Dazu sagt Beyeler: «Die günstigsten Abos von Salt gab es bisher nur bei der Post, nicht aber in den Salt-Läden selbst.» Das neue «Plus Basic»-Abo kostet ohne Gerät 39 Franken pro Monat und damit gleich viel wie das Post-Abo. Im Klartext: Die in den Salt-Shops verkauften Abos werden massiv günstiger. So kostet das günstigste Abo für den Durchschnittsnutzer neu 39 Franken statt bisher 65 Franken. Aber nicht immer wird es billiger, warnt Experte Beyeler. Denn je nach Nutzungsverhalten können die neuen Tarife auch teurer sein als bisher. Beyeler nennt als Beispiel: Wer unlimitiertes Internet möchte, aber fast nie telefoniert, bezahlte bisher 50 Franken. Jetzt fallen für das günstigste Abo mit Internet-Flatrate 59 Franken an.

    Abos haben auch Nachteile
    Aufgepasst: Salt bietet Abos zwar auch ohne Gerät. Der Nachteil gegenüber Mitbewerbern ist, dass Kunden sich für 12 oder 24 Monate binden müssen. Das ist bei der Konkurrenz nicht der Fall, wenn man kein vergünstigtes Smartphone bezieht. Hinschauen sollten auch Neukunden, die sich für das «Plus Start»-Abo entscheiden: Denn es enthält nur 30 Freiminuten ins Festnetz und in die Mobilfunknetze von Swisscom und Sunrise. Die Flatrate für Anrufe und SMS in 220 Länder beim «Plus World»-Abo hat allerdings einen Haken. «Anrufe in einige bei Einwanderern sehr beliebte Länder sind nicht inklusive, zum Beispiel Albanien, Kosovo, Montenegro und Serbien.

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