Das Internet vergisst doch

29. November 2019
Vinton G. Cerf bei seinem Talk am Hasso-Plattner-Institut. Vinton G. Cerf bei seinem Talk am Hasso-Plattner-Institut. Foto: HPI/K. Herschelmann

    Ob die Menschheit in zweihundert Jahren überhaupt noch etwas von der heutigen Welt weiss, darum sorgt sich der HPI-Fellow und Internet-Erfinder Vinton G. Cerf, wie er bei einem Future Talk am Hasso-Plattner-Institut (HPI) erklärte.

    Denn Webseiten, Enzyklopädien und Speicher werden im Internet ständig verändert und überschrieben. Historisch gesehen ist das Wissen damit für alle Zeiten verloren. Was bleibt ist nur die aktuelle Version, ein Jetzt-Zustand. Private oder öffentliche Erinnerungen auf Papier oder CDs wurden dagegen meist nicht überschrieben, sondern neugeschrieben. Die alten Papiere und Erinnerungen bildeten automatisch ein historisches Gedächtnis. Cerf fragt, ob die Menschheit künftig überhaupt noch etwas von der heutigen Welt wissen wird. Dazu HPI-Institutsdirektor Prof. Dr. Christoph Meinel: "Kurzfristig mag es stimmen, dass das Internet nichts vergisst. Auf lange Sicht könnte es jedoch in der Tat vergesslicher sein als wir derzeit annehmen."

    Abhilfe gegen dieses Problem ist jedoch möglich. Notwendig ist ein grösseres Verständnis für die Digitalisierung und das Internet. Sicherheitskopien, beispielsweise auf Festplatten und in Cloudspeichern, können die gleiche Funktion wie Fotoalben und Archive bekommen. Wichtig ist aber, die Speichermedien aktuell und sicher zu halten. Schliesslich haben die wenigsten Computer heute beispielsweise noch ein Diskettenlaufwerk und bei privaten Daten ist ein gutes Passwort notwendig. Ein Weg zu mehr Verständnis der Digitalisierung  steht mit Online-Kursen wie openHPI (https://open.hpi.de/) bereits heute allen Interessierten offen. In diesem Kursprogramm sprach auch HPI-Fellow Vinton G. Cerf über seine Sorge eines kollektiven Gedächtnisverlustes.

    Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut
    Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering. Mit dem Bachelorstudiengang "IT-Systems Engineering" bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatikstudium an, das von derzeit rund 550 Studierenden genutzt wird. In den vier Masterstudiengängen "IT-Systems Engineering", "Digital Health", "Data Engineering" und "Cybersecurity" können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 17 Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaussenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen grosser, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.

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