Ghosting: Bewerber und Arbeitgeber gleichermassen betroffen

30. April 2019
Ghosting: Bewerber und Arbeitgeber gleichermassen betroffen Bild: Pixabay

    Die Schweizer Unternehmen beschweren sich nach Erfahrung von Robert Half immer häufiger über Ghosting: Bewerber treten ohne Absage das Vorstellungsgespräch oder den ersten Arbeitstag nicht an und sind nicht mehr erreichbar.

    Dieses Phänomen kennen Jobsuchende allerdings schon lange: Laut einer Befragung von Robert Half haben sich mehr als die Hälfte (53 %) der Arbeitnehmer schon einmal für das zweitbeste Angebot entschieden, weil sie zu lange auf eine Antwort des bevorzugten Unternehmens warten mussten.

    Ghosting ist nicht akzeptabel
    „In der Vergangenheit bemängelten häufiger die Kandidaten das Fehlen einer Rückmeldung auf ihre Bewerbung. Inzwischen kritisieren aber immer häufiger auch Unternehmen die Unzuverlässigkeit von Bewerbern“, weiss Zerrin Azeri, Associate Director bei Robert Half in Zürich. „Ghosting stört beide Parteien und ist ein inakzeptables Verhalten.“ „Kandidaten wie Personalverantwortliche sollten professionell agieren und vor allem offen kommunizieren. Dazu gehört auch das Aussprechen unangenehmer Absagen“, findet Azeri.

    Nicht warten und verzweifeln, sondern reagieren
    Warten Bewerber erfolglos auf eine Rückmeldung, ist der Frust gross. 72 % der Befragten sind der Meinung, dieses Verhalten schade dem Arbeitgeberimage. „Gibt der Traumarbeitgeber lange Zeit keine Antwort, ist es besser, selbst nachzufragen, anstatt enttäuscht weiter zu warten. So erhalten Jobsuchende schneller Klarheit und können sich gegebenenfalls auf andere Stellenangebote konzentrieren“, empfiehlt Azeri.

    Anstatt selbst Ghosting zu betreiben, hat Personalberater Zerrin Azeri drei Tipps für Bewerber:

    Checken Sie Ihre Bewerbungsunterlagen: In einer von zehn Bewerbungen stellen wir fest, dass die Kontaktdaten falsch sind. Das erschwert die Kontaktaufnahme mit dem Bewerber unnötig. Bevor Sie die Bewerbung abschicken, fragen Sie am besten einen Freund oder Familienangehörigen um einen finalen Check. Beim Versand achten Sie unbedingt darauf, dass die eingereichten Unterlagen vollständig an den richtigen Empfänger gegangen sind.

    Prüfen Sie Ihren Spamordner: Vielleicht ist die Einladung zum Vorstellungsgespräch bei Ihrem Wunscharbeitgeber im Spam- oder Junk-Ordner gelandet. Hören Sie auch Ihre Mobilbox oder Ihren Anrufbeantworter ab. Womöglich haben Sie eine Nachricht übersehen.

    Üben Sie sich mindestens sieben bis zehn Tage in Geduld: Personaler benötigen etwas Zeit, um die eingegangenen Bewerbungen zu prüfen. Gibt es nach 14 Tagen immer noch kein Feedback, dürfen Sie getrost zum Telefonhörer greifen und in der Personalabteilung höflich nachfragen. Bereiten Sie sich vorab gut vor. Der Anruf kann schnell zu einem Vorabinterview werden.

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