Globaler Datenverkehr knackt 2019 die 2-Zettabyte-Marke

02. Juni 2015

    2019 soll der globale Datenverkehr die Marke von 2 Zettabyte knacken. Für das rasante Wachstum verantwortlich sind unter anderem die steigende Zahl Internet-Nutzer und die zunehmenden Machine-to-Machine-Verbindungen.

    vni forecast infographicCisco hat den 10. Visual Networking Index (VNI) vorgestellt. Diese Studie basiert auf unabhängigen Vorhersagen von Analysten, realen Messwerten mobiler Datennutzung und eigenen Erhebungen von Cisco zu IP-Datenverkehr und -Services. Der Rückblick bestätigt die Genauigkeit der Vorhersagen: Im fünften VNI hatte Cisco für die Zeit von 2009 bis 2014 ein durchschnittliches jährliches Trafficwachstum von 34,2 Prozent vorausgesagt – in Wirklichkeit waren es 35,6 Prozent.
    «Es dauerte 30 Jahre – von 1984 bis Ende 2013 – bis über das Internet insgesamt 2 Zettabyte übertragen wurden. Aber schon im Jahr 2019 werden wir die gleiche Datenmenge innerhalb eines Jahres erreichen,» sagt Christian Martin, General Manager von Cisco Schweiz. «Das zeigt, in welchem Tempo sich die Digitalisierung noch beschleunigen wird und, dass weiterhin in den Breitbandausbau investieren werden muss.» Ein Zettabyte entspricht einer Milliarde Terabyte – für diese Datenmenge bräuchte man mehr als eine Billion CDs. Dieses enorme Wachstum kommt vor allem von der weltweit zunehmenden Zahl von Internet-Nutzern und -Geräten sowie Maschine-zu-Maschine (M2M)-Verbindungen, höheren Breitbandgeschwindigkeiten und modernen Videodiensten. In Westeuropa wird sich der Datenverkehr zwischen 2014 und 2019 verdreifachen. Videodateien werden 79 Prozent des Internetverkehrs ausmachen.

    Datenexplosion geht weiter
    Drei weltweite Entwicklungen sind für das explosive Wachstum verantwortlich:

    1.    Immer mehr Nutzer erhalten Zugang zum Internet. 2014 waren es noch 2,8 Milliarden Menschen, also 39 Prozent der Weltbevölkerung. 2019 sind es mit 3,9 Milliarden etwas mehr als die Hälfte.

    2.    Auch die Anzahl der Geräte und Verbindungen steigt. Gab es 2014 noch 14 Milliarden Geräte, sind es in vier Jahren schon 24 Milliarden. Dabei werden die Geräte immer intelligenter, da zunehmend Tablets, Smartphones oder TV-Geräte sowie M2M-Verbindungen und Wearables wie Smartwatches und Fitnesstracker genutzt werden.

    3.    Entsprechend müssen die Internet Provider ihre Netze weiterentwickeln. So werden in vier Jahren 41 Prozent der Geräte IPv6-fähig sein, im Vergleich zu 22 Prozent im Vorjahr. Die durchschnittliche Breitbandgeschwindigkeit steigt um das Zweifache von 20,3 auf 42,5 MB/s.

    Der Anteil von Video wird 2019 weltweit 80 Prozent des gesamten Datenverkehrs ausmachen, im Vergleich zu 67 Prozent im Vorjahr. Wi-Fi und mobile Verbindungen erzeugen zwei Drittel des Traffics im Jahr 2019, 2014 war es noch knapp die Hälfte. Auch das Internet of Everything, das Daten, Objekte, Menschen und Prozesse miteinander verbindet, wird zum Wachstum des IP-Verkehrs wesentlich beitragen. So steigen die M2M-Verbindungen auf mehr als das Dreifache auf 10,5 Milliarden. Die schnellsten Wachstumsraten weisen dabei private Gesundheitsanwendungen auf, zum Beispiel Fitnesstracker, mit einer Steigerung auf das 8,6-Fache.

    Ergebnisse für Westeuropa
    In Westeuropa beträgt 2019 der Internet-Datenverkehr das 47-Fache im Vergleich zu 2005. Alleine der mobile Traffic wächst von 2014 bis 2019 auf das Siebenfache, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 48 Prozent. Dabei steigt er zweimal schneller an als der Verkehr über feste IP-Leitungen. Die übertragenen Video-Daten wachsen auf das Vierfache mit einer jährlichen Rate von 32 Prozent. In vier Jahren wird es in Westeuropa 3.5 Milliarden vernetzte Geräte geben, im Vergleich zu 1.9 Milliarden im vergangenen Jahr. Dann wird jeder Bürger über 8,2 vernetzte Geräte verfügen. 36 Prozent der Daten werden dann von PCs erzeugt, 21 Prozent durch Fernsehgeräte, 40 Prozent durch tragbare Geräte und 3.1 Prozent von M2M-Modulen. In Westeuropa steigt dabei die durchschnittliche Breitbandgeschwindigkeit über feste Leitungen von 21,8 auf 49 MB/s.

    Folgen für Service Provider
    Service Provider stehen damit weltweit vor grossen Herausforderungen: Es werden immer mehr Geräte und Sensoren ans Netz kommen, und gleichzeitig wird wegen der weiteren Verbreitung von Videos auch der Bedarf an Bandbreite stark zunehmen. Gleichzeitig verlagert sich immer mehr Traffic vom Fest- ins Mobilfunknetz.

     

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