Innovationstagung der FHS St.Gallen

07. Mai 2015

    Dass Innovation wichtig ist, weiss unterdessen jeder. Wie Innovation möglich ist, wissen weniger. Wie der richtige Nährboden für Innovationen bereitgestellt wird, nur wenige. Was für eine Innovationskultur förderlich ist, war Thema der 8. Innovationstagung der FHS St.Gallen.

    Ein Veranstaltung welche den „Nährboden für Innovation“ zum Thema hat, hat auch das Thema „warum ist die Schweiz so innovativ?“ oder „wie kann ich mein Unternehmen ausrichten, damit auch wir innovativ sind?“. Rund 100 Teilnehmende an der 8. Innovationstagung des Instituts für Innovation, Design und Engineering an der Fachhochschule St.Gallen erhielten am 6. Mai in St.Gallen Input, Ideen und poetisch aufbereitete Antworten.

    Phantasie zur Lücke
    Für Innovation, oder sogar für Erfolg, sei Fleiss, Engagement und Schweiss keine ausreichende Voraussetzung, so Prof. Dr. Sebastian Wörwag in seinen eröffnenden Worten. Bei der Innovation habe jemand die Phantasie, was man aus einer Lücke machen könne. Der Rektor der Fachhochschule St.Gallen erläuterte diese Feststellung anhand einer Fussball Metapher: Die guten Pässe sind nicht direkt auf den Mann gespielt, sondern in die Lücke. Es benötige Vorstellungskraft, zu erkennen was möglich ist, wenn man dort hin spiele, wo noch nichts ist. Übersetzt auf das Tagungsthema, ist demnach der Nährboden für Innovation der mentale Freiraum welcher Phantasie ermöglicht.

    Einen solchen Freiraum findet sich eher bei KMU als bei grossen Unternehmen, da bei KMU weniger Strukturen bestehen, die ein Reporting oder Bewilligungsverfahren verlangen. Dieses Fazit liessen sowohl die Referate von Wolfang Zimmermann sowie Marc Stoffel, CEO von Haufe-umantis AG zu. Ersterer, der sich selber als Sparringspartner für Unternehmer bezeichnet, meinte, dass in grossen Firmen oft nur kleine Ideen erlaubt seien. Marc Stoffel wiederum forderte die Anwesenden dazu auf, sich ehrlich zu überlegen, womit die Mitarbeitenden unterstützt werden, damit sie das erreichen können was die Führung von ihnen fordert.  Es sei zum Beispiel eine Illusion, dass Innovation immer gefördert werde. Manager würden Grenzen sichern, während Innovationen diese Grenzen verrücken, so Wolfgang Zimmermann. Innovation sei eben nicht sich zurückzulehnen und zu geniessen, sondern eine produktive Unruhe.

    Mitarbeitende auswildern
    Wie Supertanker agil werden können, zeigte das Referat von Marc Stoffel. Damit dies möglich sei, müssen zuerst die Mitarbeitende ausgewildert werden: Menschen müssen wieder lernen sich selber zu steuern, da sie zuerst von den Eltern, dann in der Schule und zuletzt von Vorgesetzten in ein strukturiertes und fremdbestimmtes System gesteckt werden. Fremdbestimmung und Innovation stellte er als Gegensätze dar. Innovation werde dadurch gefördert, dass die Teams Verantwortung übernehmen sowie durch Identifikation der Mitarbeitenden mit den Entscheidungen und der Arbeit. Nur so entstehe Leidenschaft und nur so entstehe Innovation, meinte Marc Stoffel.

    Was kann ein Unternehmen tun, damit die Mitarbeitenden Leidenschaften entwickeln? Diese Frage beleuchtete Corinne Dickenmann vom IDEE-FHS in ihrem abschliessenden Referat. Sie identifizierte drei Hauptpunkte, und betonte damit Inhalte welche ebenso in den anderen Referaten erwähnt wurden: Selbstbestimmung (die Menschen müssen wieder Neugier und Selbstbestimmung erlernen), Perfektionierung (die Arbeit soll nicht aus Pflicht sondern aus Leidenschaft erledigt werden) und Sinnerfüllung (Sinn hat immer auch mit einem Blick aufs Ganze zu tun. Das ist bei Innovation umso wichtiger, denn nur wer sich des Ganzen bewusst ist, könne die Lücke identifizieren). Gelingt es dem Unternehmen den Nährboden für diese intrinsische Motivation der Mitarbeitenden herzustellen, dann existiere auch der Nährboden für Innovation, so Corinne Dickenmann.

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