Schweizer KMU stellen sich der Frankenstärke

16. April 2015
Schweizer KMU stellen sich der Frankenstärke

    Nach Aufhebung der EUR/CHF-Wechselkursuntergrenze durch die Schweizerische Nationalbank vom 15. Januar ist die Exportstimmung bei den mehr als 200 Schweizer KMU, die von Switzerland Global Enterprise (S-GE) für die Quartalsumfrage berücksichtigt wurden, so schlecht wie noch nie seit der Lancierung der Umfrage im Jahr 2010. Doch die Schweizer KMU zeigen sich kämpferisch, exportieren auch weiterhin ins Ausland und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Produktinnovation.

    Das Credit Suisse Exportbarometer, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, steht zurzeit bei einem Wert von 0.98. Es liegt damit praktisch unverändert beim langjährigen Mittel von 1.00, was ein durchschnittliches Exportwachstum erwarten liesse. Allerdings berücksichtigt das Exportbarometer lediglich die internationale Nachfrage – ungeachtet der Wechselkursentwicklung.

    Lukas Gehrig, Ökonom im Economic Research der Credit Suisse, sagt: «Die US-Wirtschaft gewinnt stärker an Fahrt. Die Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken macht Schweizer Exportgüter für US-Konsumenten erschwinglicher. Zudem hellen sich die Aussichten in der Eurozone auf. Spanien und Deutschland senden positive Signale. Die anziehende Konjunktur in der Eurozone dürfte die negativen Effekte der Frankenstärke etwas mildern.» Die Umfrage von S-GE zeigt jedoch, dass die Margen von gut zwei Dritteln (66%) der befragten Schweizer KMU, die vor allem in den Euroraum exportieren, wegen der Frankenstärke bereits heute leiden.

    «Die exportierenden Schweizer KMU stecken den Kopf trotz der schwierigen Wechselkurssituation nicht in den Sand», so Alberto Silini, Leiter Beratung bei S-GE. «Obwohl die S-GE-Exportperspektiven mit 46.6 Punkten unter der Wachstumsschwelle von 50 liegen, geben nur 2% der befragten KMU an, sich aus dem Ausland zurückziehen zu wollen. 20%[1] suchen sogar nach neuen, lukrativeren Absatzmärkten. Diversifikation ist genau der richtige Weg, um Währungsrisiken langfristig auszubalancieren und gleichzeitig Wachstum zu schaffen.» Hauptsächlich setzen die Firmen derzeit darauf, ihr Beschaffungswesen zu optimieren (59%1). Ausserdem versuchen die Befragten ihre Produktionskosten (47%) zu senken und arbeiten verstärkt an Produktinnovationen (47%) sowie dem Marketing (39%), um ihre Exporte zu steigern. «Wenn Exporteure einen innovativen Mehrwert bieten, sich klar von ihren Mitbewerbern differenzieren und ihre Swissness betonen, lassen sich höhere Preise rechtfertigen», rät Silini.

    Die von S-GE befragten Unternehmen geben an, in den kommenden sechs Monaten in ähnliche Länder zu exportieren wie im Vorquartal. Europa wird wie im Vorquartal mit 91% am häufigsten genannt. Der Raum Asien-Pazifik verliert etwas an Bedeutung (52% gegenüber 57%), genauso wie Nordamerika (44% gegenüber 46%). Der Nahe Osten und Afrika (29%) sowie Südamerika (20%) bleiben unverändert.

    [1] Mehrfachnennungen möglich

    Der Webcast zur aktuellen Exportstimmung mit Lukas Gehrig, Ökonom im Economic Research der Credit Suisse, und Alberto Silini, Leiter Beratung von Switzerland Global Enterprise, ist verfügbar unter:  http://youtu.be/zuz8C9O3Oy0

    Weitere Informationen zum KMU-Exportindikator für das 2. Quartal 2015 sind verfügbar unter: www.s-ge.com/exportindikator

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