Sunrise gewinnt Mobilfunk-Netztest vor Swisscom

29. November 2016
Sunrise gewinnt Mobilfunk-Netztest vor Swisscom © Connect

    Das Fachmagazin «Connect» hat Schweizer Mobilfunknetze getestet. Dabei hat Sunrise den vormaligen Seriensieger Swisscom auf Platz 2 verdrängt.

    Auch 2016 haben das Telekommunikationsmagazin «Connect» und Netzspezialist P3 communications mit höchstem Aufwand nach objektiven und kundennahen Testverfahren ermittelt, welche Netzbetreiber in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Nase vorn haben. Heute werden die Ergebnisse im Connect-Netztest veröffentlicht.

    In der Schweiz belegt Sunrise in diesem Jahr den ersten Platz mit 951 Punkten und erhält somit zum ersten Mal in der Geschichte des Netztests in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Wortnote „überragend“. Der Vorjahressieger Swisscom belegt in diesem Jahr mit 933 Punkten Platz zwei, hat sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls verbessert. Der kleinste Schweizer Mobilfunkanbieter Salt erzielt insgesamt ebenfalls sehr gute Ergebnisse und landet mit 878 Punkten auf Platz drei.

    Wie in den Vorjahren schickte Connect-Partner P3 in jedem Land zwei Fahrzeuge auf die Strecke, um Telefonie- und Datenmessungen in Gross- und Kleinstädten sowie auf Verbindungsstraßen durchzuführen. In den Walktests führten die Testteams Messungen auch zu Fuss durch – z.B. in Gebäuden wie Cafés, Museen, Bahnhofshallen oder Flughafenterminals, aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf den Verbindungen zwischen den Städten prüften die Teams die Qualität der Mobilfunkversorgung in Zügen des Fernverkehrs. In der Schweiz fanden die Drivetests in 13 Grossstädten und 20 Kleinstädten statt, die Walktests führten durch vier Städte.

    Dirk Waasen, Chefredakteur Connect, sagt: „2016 gab es im Vorfeld scharfe Auseinandersetzungen und Diskussionen mit einzelnen Kandidaten über Fragen wie die für die Messungen eingesetzten Smartphone-Modelle, über die Zusammensetzung der Teststrecken oder die Gewichtung von Sprach- und Datenergebnissen. Einzelne Kandidaten versuchten, sich dort Vorteile zu verschaffen, wo sie meinten besonders stark und somit gegenüber ihren Mitbewerbern im Vorteil zu sein. Wir nehmen es sportlich und betrachten den von manchen Netzbetreibern im Vorfeld aufgebauten Druck als Beleg für die hohe Relevanz und Akzeptanz unseres Mobilfunknetztests in der gesamten Branche.“

    „Die Erwartungen der Kunden an die Mobilfunknetze wachsen ständig – steigende Datenvolumen und zunehmende Geschwindigkeiten gelten als völlig normal. Wir tragen dieser Entwicklung Rechnung, indem wir die Anforderungen und Schwellenwerte in unserem Test kontinuierlich nach oben anpassen. Trotz der höheren Anforderungen verbessern sich die getesteten Netze ständig. Dies zeigt, dass der connect-Netztest Industriestandards gesetzt hat und sein anspruchsvolles Niveau zur Verbesserung der Branche beiträgt“, sagt Hakan Ekmen, Geschäftsführer P3 communications.

    Überraschung in der Schweiz
    Bislang war in der Schweiz Swisscom trotz sehr starker Mitbewerber auf den ersten Platz abonniert. Doch 2016 gibt es bei den Eidgenossen einen Wechsel an der Spitze. Dank deutlichem Punktezuwachs bei den Datenübertragungen fährt Sunrise den Gesamtsieg ein. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anbieter sowohl bei Sprachtelefonie als auch bei den Datenmessungen verbessert. Dabei fällt der Abstand zum Vorjahressieger Swisscom, der auch diesmal sehr gute Ergebnisse erzielt, überraschend deutlich aus. Erstmals im Connect-Test Deutschland/Österreich/Schweiz gibt es somit die Note „überragend“.

    Die Testergebnisse zeigen klar, dass sich auch Vorjahressieger Swisscom in den letzten zwölf Monaten verbessert hat in der Gesamtwertung muss sich der Marktführer dieses Jahr dennoch dem zweitgrössten Anbieter Sunrise geschlagen geben. Swisscom-Kunden können trotzdem beruhigt sein, denn mit seinen sehr guten Ergebnissen würde sich dieser Anbieter in Deutschland oder Österreich sofort an die Spitze des Testfelds setzen.

    Der kleinste Schweizer Mobilfunkanbieter Salt erzielt insgesamt stabile – und sehr gute – Ergebnisse sowohl in der Sprach als auch in der Datendisziplin. Da sie im Wesentlichen auf Vorjahresniveau liegen, landet Salt auf Platz drei in der Schweizer Wertung. Im Dreiländer-Vergleich zählt dieser Anbieter damit aber immer noch zur Spitzengruppe. Hinzu kommt, dass Salt seine beiden starken Schweizer Konkurrenten recht erfolgreich mit aggressiven Tarifen angreift.

    Ein Blick zu den Nachbarn
    In Österreich verbessern sich alle Anbieter im Vergleich zum Vorjahr. A1 holt sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 3 Punkten in der Gesamtwertung die Siegerkrone vom Vorjahressieger Drei zurück. Dieser belegt einen sehr guten zweiten Platz und glänzt vor allem in kleineren Städten und auf den Verbindungsstrassen. T-Mobile Austria hat im Vergleich zum Vorjahr den größten Schritt nach vorne gemacht. Dass der Anbieter trotzdem nur Platz drei im Ranking belegt, zeigt wie überaus stark die Konkurrenz auch in Österreich ist.

    In Deutschland gewinnt die Telekom zum sechsten Mal in Folge und mit deutlichem Abstand zum Verfolger Vodafone. Trotz verschärftem Testverfahren konnte der Vorjahressieger nicht nur seine Platzierung halten, sondern sich in der Punktewertung weiter verbessern. Auch Vodafone hat sich sowohl in der Sprach- als auch der Datendisziplin gegenüber dem Vorjahr verbessert – wurde in der Telefonie aber dennoch von der Telekom überholt. Dafür attestiert der diesjährige Netztest den Düsseldorfern deutliche Steigerungen bei den Datenmessungen was insgesamt zu einem guten zweiten Platz führt. Im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen -  seiner Zeit noch von O2 und E-Plus getrennt betrachtet - hat sich das jetzt zusammengeschaltete Telefónica-Netz ebenfalls verbessert. Besonders deutlich ist dies bei den Sprachmessungen zu merken. Dass es im Gesamtergebnis trotzdem nur zu 643 Punkten reicht und Telefónica die Note „befriedigend“ knapp verpasst, dürfte nicht zuletzt an den Umständen der derzeit laufenden Integration beider Netze liegen.

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