AAL Forum 2016: Drei Tage an Lösungen arbeiten

29. September 2016
Forscher präsentieren am AAL Forum in St.Gallen ihre Ergebnisse, wie Menschen dazu befähigt werden können, länger unabhängig leben zu können. Forscher präsentieren am AAL Forum in St.Gallen ihre Ergebnisse, wie Menschen dazu befähigt werden können, länger unabhängig leben zu können. Foto: FHS St.Gallen

    Am AAL Forum 2016 trafen sich 500 Delegierte aus zahlreichen europäischen Ländern vom 26. bis 28. September 2016 in St.Gallen. Im Zentrum stand die Frage, wie marktfähige Lösungen im Bereich der ICT entwickelt werden können, die es älteren Menschen ermöglichen, länger ein vernetztes und gesundes Leben zu Hause zu führen. Das AAL Forum wurde von der FHS St.Gallen und der Olma im Auftrag des AAL Programme der EU organisiert. 

    Erfindungen die bereit für den Durchbruch sind, so lautet 2016 das Motto des jährlich stattfindenden AAL Forums. Das Forum wurde am Montagabend, 26. September, eröffnet. Unter den 500 Teilnehmenden finden sich Vertreterinnen und Vertreter von Start-Up-Firmen sowie Technologen, Investoren, Entscheidungsträger, Personen des Gesundheitswesens und der Pflegedienste und auch ältere Personen. Sie alle diskutieren über verschiedene Themen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und wie ein gesundes Älterwerden ermöglicht werden kann.

    Das AAL Programme ist ein von der EU gefördertes Forschungsprogramm. Ziel ist es, mit IKT-angereicherte, innovative Lösungen für das Älterwerden zu entwickeln. Das Forum ist der jährliche Anlass, der die unterschiedlichsten Stakeholder zusammenbringt.

    Herausforderung älter werdende Bevölkerung
    Die zunehmend älter werdende Bevölkerung ist eine der grössten Herausforderungen europäischer Staaten. Die steigenden Kosten der Langzeitpflege sowie die Herausforderungen des Alltags, denen ältere Personen mit chronischen Krankheiten ausgesetzt sind, setzen die Pflege- und Angehörigendienstleistungen immer stärker unter Druck.

    Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen jedoch den älteren Menschen, ihre Unabhängigkeit und Lebensqualität zurück zu gewinnen. Auch bieten sie den Betreuungspersonen Erleichterungen. Entsprechend steigt die Nachfrage nach entsprechenden Lösungen. Neue und vielversprechende Geräte, das Internet der Dinge sowie die verstärkte Vertrautheit von älteren Personen mit technischen Geräten, sind alles Bestandteile, welche eine grosse Anzahl neuer Möglichkeiten eröffnen.

    Neuer Markt für Lösungen für unabhängiges Leben
    Mit Hilfe des AAL Programme sollen diese Chancen genutzt werden. Es unterstützt seit mehr als acht Jahren Forschungsprojekte, mit dem Zweck, Personen länger, mittels ICT-Lösungen, in der Gesellschaft zu integrieren. Gleichzeitig wird dadurch ein Markt unterstützt, der das Potenzial hat, die Wirtschaft anzukurbeln.

    Das Programme ist stark darauf ausgerichtet, dass die Forschung diejenigen Projekte und Dienstleistungen entwickelt, welche tatsächliche Bedürfnisse der älteren Personen erfüllen. Viele Teilnehmende am AAL Forum sind davon überzeugt, dass der Markt für diese Lösungen bereit ist, und somit AAL Erfindungen kurz vor dem Durchbruch stehen.

    „Wir wissen, dass die Nachfrage steigend ist“, erklärt AAL Advisory Board Mitglied Peter Saraga. „Wir haben immer mehr alte Menschen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass Technologien die Pflegedienste unterstützen und verbessern können, und auch die Kosten senken können.“

    Alle Teilnehmenden des Forums sind sich diesem Potenzial bewusst. Sie diskutieren, wie die Produkte auf den Markt gebracht werden können, wie Unternehmen Investoren finden und wie sichergestellt werden kann, dass die Produkte die Bedürfnisse der Benutzer berücksichtigen. Ebenfalls machen sich die Teilnehmenden Gedanken darüber, wie sich die Nachbarschaft in Zukunft verändern wird, wenn Technologien im privaten Umfeld integriert werden.

    Am Forum wird an Lösungen gearbeitet
    AAL Präsident Rafael De Andres Medina hat mit seiner Rede das AAL Forum 2016 eröffnet. Er hat die Teilnehmenden dazu aufgerufen, in den nächsten Tagen gezielt daran zu arbeiten. Sie sollen daran arbeiten, die Herausforderungen, Trends und Rahmenbedingungen besser zu verstehen, von diesem wachsenden Markt, der uns alle, irgendwann einmal, beeinflussen wird.

    Die Teilnehmenden können bei 40 Ausstellern eine Vielzahl von möglichen Lösungen betrachten, welche in der AAL Forschung entstanden sind. Weiter finden 30 Workshops am Dienstag und Mittwoch statt, zusammen mit Keynote-Referaten. Roboter, Telefon-Apps, Virtual- und Augmenten Reality, interaktive Fernsehgeräte und eine Vielzahl von weiteren Produkten und Dienstleistungen ermöglichen einen Blick in die Zukunft des Älterwerdens.

    Am Forum wird ausserdem der erste AAL Challenge Prize an das beste Internet-der-Dinge-Projekt verliehen, welches älteren Menschen am erfolgreichsten ein vernetztes Leben zu leben ermöglicht. Aus 200 eingereichten Projekten wurden fünf ausgewählt und an einer speziellen Session präsentiert und eines dieser Projekte wird den Preis von 50‘000 Euro gewinnen. Den Preis hat das Projekt Activ84Health: Das Produkt richtet sich an Personen welche nicht mehr so einfach aus dem Haus können. Mittels Google Streetview das mit einem Fahrrad-Hometrainer verbunden ist, können die älteren Menschen vertraute Gegenden aus der Vergangenheit erkunden. Dies stimuliert die Erinnerungen, fördert die Interaktion im eigenen Zuhause und hält die Benutzer fit. Jeder Nutzer erhält ein eigenes Profil, in welchem die mentalen und physischen Fähigkeiten dokumentiert sind. Activ84Health wurde wegen dem unmittelbaren Marktpotential der Lösung ausgezeichnet, so die Jury.

    www.aalforum.eu

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