Viele Finanzchefs investieren zwar in künstliche Intelligenz, bleiben laut Gartner aber in der Pilotphase stecken und schaffen keine skalierbaren AI-Strukturen.
Am Gartner Finance Symposium/Xpo 2026 in National Harbor im US-Bundesstaat Maryland warnten die Analysten Clement Christensen und Tamara Shipley vor einer "versehentlichen Fabrik": Unternehmen führten laufend neue AI-Tools ein, hätten aber keine Systeme aufgebaut, um daraus nachhaltig Mehrwert zu schaffen. Besonders kritisch sieht Gartner die Verteilung der Investitionen. 84 Prozent der AI-Ausgaben im Finanzbereich fliessen derzeit in Produktivitäts- und Prozessoptimierung. Nur 16 Prozent betreffen Anwendungen, die Geschäftsergebnisse substanziell verändern könnten. Gleichzeitig zeigen sich viele Finanzabteilungen enttäuscht vom bisherigen Nutzen ihrer AI-Initiativen. 71 Prozent der typischen Finance-Teams melden gemäss dem Marktforscher nur geringe Auswirkungen ihrer AI-Investitionen. 62 Prozent der CFOs geben an, dass weniger als ein Viertel ihrer AI-Projekte messbare Resultate liefert. Für Gartner ist klar: Finanzarbeit wird zunehmend zur Technologiearbeit. Unternehmen müssten digitales Know-how breiter in ihren Teams verankern, weil sich der steigende Bedarf nicht allein über Neueinstellungen decken lasse. Die Analysten empfehlen Unternehmen deshalb, AI-Investitionen künftig als strategisches Gesamtportfolio zu betrachten statt als Sammlung einzelner Tools und Pilotprojekte. (pdm)